• Roland Thimme "Rote Fahnen über Potsdam 1933 - 1989: Lebenswege und Tagebücher"
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    • Artikel: Rote Fahnen über Potsdam 1933 - 1989: Lebenswege und Tagebücher                          
    • Autor: Roland Thimme
    • Gebundene Ausgabe: 466 Seiten
    • Verlag: Hentrich & Hentrich
    • Erscheinungstermin: 15.5.2007
    • Sprache: Deutsch
    • Ausstattung/Bilder: 30 Abb.
    • ISBN-10: 393848540X
    • ISBN-13: 978-3938485408
    • Größe und/oder Gewicht:  22 x 15,6 x 3 cm x 752g
    • Preis: EUR 36,80 / 62,00 CHF 

      





    Rote Fahnen wehten von 1933 bis 1989 über Potsdam. Auf ihnen waren verschiedene Zeichen auf rotem Grund abgebildet. Sie symbolisierten die Diktaturen der Nationalsozialisten und der Sozialistischen Einheitspartei, die wesentliche Unterschiede, aber auch Ähnlichkeiten aufweisen. Analysiert wird, welche Erscheinungsformen der Gesellschaft die Umsetzung der ideologischen Konzepte förderten und welche Hemmnisse der jeweilige Herrschaftsapparat zu überwinden hatte. Das Untersuchungsfeld umfasst Potsdam und Umgebung. Es wird in übergeordnete Zusammenhänge eingefügt. Die Probleme des Lebens in diktatorialen Strukturen werden anhand von Beispielen beschrieben. Beide autokratischen Systeme waren verführerisch und drängten mit Gewalt auf Anpassung. Sie waren in unterschiedlicher Weise erfolgreich. Umso wichtiger ist es, die Lebenswege der Menschen nicht zu vergessen, die um ihres Glaubens willen oder ihrer politischen Überzeugung wegen verfolgt wurden oder Widerstand geleistet haben. Drei Potsdamer Zeitzeugenberichte sind besonders zu erwähnen: Die Tagebücher Hans Thimmes vermitteln einen Eindruck, wie ein konservativer Beamter sich mit der NS-Herrschaft auseinandergesetzt hat. Das Tagebuch von Marianne Vogt beschreibt den Beginn der sowjetischen Besatzungszeit in Potsdam. Es lässt uns teilhaben an der Gedanken- und Gefühlswelt einer Frau, die zur Kriegsbeute wurde. Die Potsdamer Aufzeichnungen von Ellen Gräfin Poninski zeichnen ein farbiges Bild vom Überleben in einer zerstörten Stadt und vom erzwungenen Zusammenleben mit sowjetischen Soldaten

     






    Roland Thimmes Buch „Rote Fahnen über Potsdam 1933-1989“ beeindrucke durch eine „quellengesättigte Darstellung“ und „epochenübergreifende Analysen aus lokaler Perspektive“, schreibt Hans-Jürgen Döscher in der

    „Frankfurter Allgemeine Zeitung „ („FAZ“)

    Der Historiker beschreibe auf „breiter Quellenbasis“ Lebenswege der Menschen in der NS- und SED-Zeit. Thimme gelinge es, „spannungsvolle Grauzonen zwischen Anpassung und Resistenz aufzuhellen“. Hierbei sind ihm laut Döscher die Kenntnisse über seine Geburtsstadt sowie „die Erfahrungsberichte seiner traditionsreichen Familie“ nützlich. Eindrucksvoll abgerundet werde die Darstellung durch die Beschreibung der Erlebnisse ausgewählter Potsdamer Bürger vor und nach 1945. Die dargestellten Lebenswege offenbarten Brüche in den Biographien der Potsdamer Bürger unter zwei Diktaturen

    Der Rezensent bemerkt, dass Thimme nicht nur Potsdam und Umgebung analysiere, sondern auch Gesamtdeutschland miteinbeziehe. Er spiegle „im
    Kern und beispielhaft zentrale Aspekte deutscher Zeitgeschichte“ wider

    Die Berliner Literaturkritik





    Fragt sich Hans-Jürgen Döscher zunächst, was es über die Geschichte Potsdams noch Neues beizutragen gebe, zeigt er sich von Roland Thimmes Studie über Biografien von verfolgten Potsdamern zwischen 1933 und 1989 sehr beeindruckt. Thimme kenne nicht nur "Amtsträger" von Potsdam gut, sondern habe auch Zugang zu Tagebüchern von eigenen Familienmitgliedern gehabt, die die schwierige Gratwanderung zwischen Widerstand und Anpassung eindrucksvoll belegen, lobt der Rezensent. Insbesondere die Aufzeichnungen des Vaters, Hans Thimme, sind erhellend für die Haltung eines Militärs und späteren Archivars des Potsdamer Reichsarchivs, der zwar die NSDAP ablehnte, von Hitler aber dennoch die "friedliche" Zurücknahme des Versailler Vertrags erhoffte, so Döscher eingenommen. Erschüttert dagegen haben ihn die Tagebuchaufzeichnungen von Marianne Vogt, die die sowjetische Besatzung 1945 schildert. Insgesamt nennt er den Band eine eindrucksvolle, "epocheübergreifende" Lokalstudie, die trotz regionaler Begrenztheit "zentrale Aspekte der deutschen Zeitgeschichte" beleuchtet.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

    Roland Thimme, geboren 1931    
    in Potsdam, ist Historiker
        






        

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