• Veröffentlichungen zur brandenburgischen Landesarchäologie "Zwischen Krieg und und Frieden: Waldlager der Roten Armee 1945"

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    • Herausgeber ‏ : ‎ Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege 
    • Publication Date : 1. Edition (2. Januar 2019)
    • Herausgegeben : Band 48. von Franz Schopper. S. 285-335 mit zahlreichen Abbildungen
    • Sprache ‏ : ‎ Englisch, Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 52 Seiten, 76 Abbildungen
    • Maße : 29,5 x 20,5 cm, 250 gr.
    • Preis : 10,00 €*
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3910011810
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3910011816
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    Zwischen Krieg und und Frieden: Waldlager der Roten Armee 1945

     
    Nach dem gleichnamigen Begleitheft zur Wanderausstellung seit 2016 liegt nun eine erste wissenschaftliche Auswertung der archäologischen Befunde und Funde vor. Dazu gehören ein Fundkatalog und Gastbeiträge aus historischer Sicht. Das Heft ist ein mit eigenem Umschlag versehener Sonderdruck aus Band 48 der Reihe „Veröffentlichungen zur brandenburgischen Landesarchäologie“.

    70 Jahre nach Kriegsende erregten in Brandenburgs Wäldern bis dahin unbeachtete Spuren aus der Zeit des Kampfes um Berlin Aufmerksamkeit: Gruppen von rechteckigen Gruben, militärisch exakt entlang der Wege aufgereiht, oft in mehreren Reihen, zu Dutzenden und Hunderten. Erst jetzt sind sie als Reste von Blockhäusern, russisch Semljanka, Unterstand, erkannt worden. Die Lager dienten der geordneten Auflösung großer Truppenteile und der beginnenden Rückführung Hunderttausender Soldatinnen und Soldaten sowie ehemaliger Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter. In den Häusern und im Umfeld liegen Hinterlassenschaften aus dem Alltag der Rotarmisten: Ausrüstungsteile, Abzeichen, Essgeschirre, Feldflaschen, Besteck u. A. Einige Gegenstände tragen kyrillische Aufschriften. Eingeritzte Sowjetsterne, etwa auf Wehrmachts-Koppelschlössern über dem ausgelöschtem Hakenkreuz, spiegeln das ausgeprägte Bedürfnis wider, sich mit dem Sieges-Symbol zu schmücken. Ziviles Material – Schmuck, Uhren, Feuerzeuge, Rasierer und sogar Wasserhähne und Fahrradteile – bestätigt die Narrative dieser Zeit. Die Funde werfen Fragen auf, von denen viele noch unbeantwortet sind – die archäologische und historische Forschung hat gerade erst begonnen.

    Seventy years after the end of the Second World War, hitherto unnoticed structures in Brandenburg’s forests from the time of the Battle of Berlin have begun to attract attention: groups of rectangular pits lined up with military precision alongside roads, dozens and sometimes hundreds of them often many rows deep. Only recently have these features been recognised as the remnants of Russian zeml­yankas, or wood-lined dugout shelters. The camps once served the organised demobilisation of large troop units and the initial repatriation of hundreds of thousands of soldiers, as well as former POWs and forced labourers. In and around the houses, remnants of daily life in the Red Army can be found: among other items, pieces of equipment, badges, plates and cups, canteens and cutlery. Some items bear Cyrillic inscriptions. Soviet stars engraved on Wehrmacht belt buckles over erased swastikas, for example, reflect a desire of adornment with the symbol of victory. Civilian artefacts such as jewellery, watches, lighters, razors and even taps and bicycle parts confirm the narrative of the time. The finds raise questions, many of which are still unanswered―the archaeological and historical research has just begun.
     
     
    Thomas Kersting, Wünsdorf, Christoph Unglaub, Berlin, Joachim Wacker, Wünsdorf, und Sieghard Wolter, Brandenburg a. d. H.
    Mit Beiträgen von Melanie Herz, Andreas Köpp, Martin Petzel, Elke Scherstjanoi, Klaus Stieger, Florian Wilke
     
     
    Thomas Kersting
    Archäologe mit Schwerpunkt auf der Archäologie des Mittelalters und des 20. Jahrhunderts. Seit 1993 tätig im Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (BLDAM). Erforschung von Zwangsarbeitslagern und weiteren Denkmälern des Zweiten Weltkriegs.

    Christoph Unglaub
    Archäologe, tätig im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein. Beschäftigt sich mit eisenzeitlichen Siedlungen und hat an der Entwicklung archäologischer Thesen mitgewirkt.

    Joachim Wacker
    Leiter der Abteilung für Großprojekte und Stadtarchäologie im BLDAM. Forschungsschwerpunkte sind städtische Archäologie und die Archäologie der Kohleindustrie in Brandenburg.

    Sieghard Wolter
    Hobbyarchäologe aus Brandenburg, bekannt für zahlreiche bedeutende Funde, darunter Münzschätze. Ausgezeichnet für sein Engagement im Denkmalschutz.

    Melanie Herz
    Hobbyarchäologin aus Rangsdorf, engagiert in der Dokumentation und Auswertung von Funden aus Zwangsarbeitslagern.

    Andreas Köpp
    Archäologe und Mitglied historischer Vereine. Beschäftigt sich mit regionaler Geschichte und der Erhaltung kulturellen Erbes.

    Martin Petzel
    Archäologe im BLDAM mit Schwerpunkt auf der Archäologie des 20. Jahrhunderts, insbesondere Zwangsarbeitslager.

    Elke Scherstjanoi
    Dr. phil., Spezialistin für Zeitgeschichte, tätig am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Forschungsschwerpunkte: Zwangsarbeitslager und osteuropäische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

     
     


     


     
     
     



    © Veröffentlichungen zur brandenburgischen Landesarchäologie   
    © Thomas Kersting
    © Christoph Unglaub
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    © Joachim Wacker
    © Sieghard Wolter