

Konkret
Verlag
KONKRET 6/2005
Kurt Paetzold
Watching the krauts
Emigranten und
internationale Beobachter schildern ihre
Eindrücke aus Nachkriegsdeutschland.
Unter den Büchern, die anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung veröffentlicht wurden, gab es einige, die über das Jubiläum hinaus von Bedeutung sind. Vier dieser Werke sollen hier hervorgehoben werden. Sie stammen von Menschen, die entweder kurz nach dem Kriegsende oder direkt im Anschluss nach Deutschland kamen oder darüber berichten. Einige dieser Autoren kamen, um die Wehrmacht zur Kapitulation zu zwingen, andere erst nach der Niederlage – sie wurden etwa von der US-Regierung beauftragt, das vorgefundene Deutschland zu beschreiben. Die meisten dieser Berichterstatter kannten Deutschland bereits aus Vorkriegszeiten, da sie entweder dort lebten oder längere Zeit im Reich verbrachten. Nur einer von ihnen, ein sowjetischer Offizier, fand sich in einem ihm vollkommen fremden Land wieder. Er führte ein Tagebuch, das sein Sohn nach dem Tod des Vaters entdeckte.
Wer sich mit den Autobiographien oder Lebenserinnerungen von Klaus Mann, Hans Habe, Stefan Heym, Walter Hasenclever oder Hanus Burger beschäftigt hat, wird auf die sogenannten "Ritchie Boys" gestoßen sein – Soldaten der US-Armee, die eine spezielle Ausbildung erhielten, um an der Front und hinter den Frontlinien ihren Beitrag zur psychologischen Kriegsführung zu leisten. Im Sommer 1942 wurde im Camp Ritchie, idyllisch an den Ausläufern der Blue Ridge Mountains in Maryland gelegen, das Military Intelligence Training Center eingerichtet. Dort wurden Kursanten ausgebildet, die Wehrmachtssoldaten davon abzubringen, den Kampf fortzusetzen, und Gefangene zu verhören, um Informationen zu gewinnen, die für taktische Entscheidungen genutzt werden konnten. Diese Informationen halfen nicht nur, das geistige und mentale Zustand des Gegners zu erfassen, sondern boten auch indirekt Möglichkeiten, dessen Kräfte zu schwächen.
Einige der Überlebenden, die bereits in Nordafrika, später in Italien und schließlich von der Normandie bis ins Reichsgebiet auf diese Weise – mit Schreibmaschinen, Mikrofonen und Lautsprechern mehr als mit Gewehren – am Krieg teilnahmen, haben heute das neunte Lebensjahrzehnt erreicht. Sie bildeten die Hauptquelle für das Buch über die Ritchie Boys, da die amtlichen Akten über diese Gruppe weitgehend vernichtet wurden. Das Buch entstand als Nebenprodukt der Arbeit an einem Dokumentarfilm, der inzwischen in Sondervorführungen gezeigt wurde.
In das Camp kam, wer Deutsch lesen und schreiben konnte, idealerweise neben Englisch auch eine weitere Fremdsprache beherrschte und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besaß oder bald mit ihrer Einbürgerung rechnen konnte. Dies galt besonders für deutsche und österreichische Emigranten, zumeist Juden. Sie stammten in der Regel aus bürgerlichen Familien, viele hatten bereits studiert, waren geistig hoch interessiert und intelligent und hatten mit den deutschen Faschisten gewissermaßen eine eigene Rechnung zu begleichen. Geboren in Berlin, Wien, Budapest, Prag, in Schlesien, Hessen und Ostpreußen, waren sie in den Jahren 1933 bis 1940, teils über Zwischenstationen, in die USA geflüchtet.
Nun begaben sie sich darauf, als Mitglieder einer siegreichen Armee nach Deutschland zurückzukehren, auf eine Weise, die sie sich noch wenige Jahre zuvor nicht hätten vorstellen können. Einige von ihnen landeten bereits 1944 mit den ersten Truppen auf französischem Boden. Sie gaben deutschsprachige Frontzeitungen heraus, verfassten Flugblätter, die von Flugzeugen abgeworfen oder von der Artillerie verschossen wurden, betrieben über Radio Luxemburg weiße und schwarze Propaganda und richteten einen vorgeblich deutschen Soldatensender ein. Ihre Tätigkeit ähnelte in vielerlei Hinsicht derjenigen, die einige Deutsche in der Roten Armee zusammen mit Sowjetsoldaten unternahmen. Dies betraf unter anderem die Methode, Flugblätter mit „Passierscheinen“ über feindliche Linien abzuwerfen, die von Überläufern vorgezeigt werden sollten, wenn sie die Front überschritten, sowie Texte wie das 1943 an der Ostfront verbreitete „Lehrstück Stalingrad“ und das 1944 im Westen verbreitete „Lehrstück Aachen“, mit denen Wehrmachtssoldaten über die tatsächliche Lage unterrichtet wurden.
Eine bemerkenswerte Methode, mit der in Gefangenschaft geratene deutsche Offiziere, die Auskünfte verweigerten, zum Reden gebracht werden konnten, war die Drohung, sie an die Sowjetunion wegen Verbrechen auszuliefern, an denen sie bei früheren Kriegseinsätzen im Osten beteiligt gewesen sein könnten.
Als der Krieg zu Ende ging, suchten die Ritchie Boys nach ihren Familienangehörigen, die es nicht aus Deutschland geschafft hatten. Nur wenige fanden sie noch am Leben. Ihre Lebenswege sind bis zu dem Zeitpunkt nachzuvollziehen, als die Ideale der Ritchie Boys durch die US-amerikanische Besatzungspolitik in Deutschland und die zunehmende feindliche Distanzierung von den sowjetischen Verbündeten auf eine harte Probe gestellt wurden. Es gab immer wieder Meinungsverschiedenheiten darüber, für welches Deutschland sie eigentlich gekämpft hatten. Während Heym nach einigen Jahren in die DDR ging, kehrte der Regisseur Hanus Bürger nach Prag zurück und arbeitete dort weiter in seinem Beruf. Hans Habe, der nach dem Krieg am Aufbau des Zeitungswesens in Westdeutschland mitwirkte, lebte später in Österreich und der Schweiz. Die meisten anderen setzten ihre Karrieren nach dem Krieg in den USA fort und wurden Universitätsprofessoren, Geschäftsleute, Richter und Anwälte. Einige der berichteten Details sind jedoch fragwürdig. So wird beispielsweise behauptet, dass während der Ardennenschlacht nach einer Wetterbesserung eine halbe Million (!) Flugzeuge am Himmel erschienen seien, ebenso wie die Angabe, der US-amerikanische Kommandant von Weimar hätte die Bürger der Stadt zur Besichtigung des KZ Buchenwald mit Lastwagen auf den Ettersberg fahren lassen. In Wirklichkeit wurde ihnen allerdings ausdrücklich geraten, den Fußmarsch zu unternehmen.
In einer anderen Mission begab sich Carl Zuckmayer (1896–1977), der nach dem Sieg der Alliierten 1939 in die Schweiz und von dort nach Kuba emigrierte, nach Europa. Er hatte sich um eine Stelle als ziviler »Kulturberater« beim Kriegsministerium in Washington beworben und den Auftrag erhalten, über seine Eindrücke im besetzten Deutschland und Österreich zu berichten. Aus seinem Besuch von November 1946 bis März 1947, der ihn unter anderem nach Berlin, München, Stuttgart, Wiesbaden und Wien führte und auf Anweisung seiner Vorgesetzten vorzeitig abgebrochen wurde – sodass ein bereits genehmigter Aufenthalt in der sowjetisch besetzten Zone nicht zustande kam – entstand ein umfangreiches Papier, das die »FAZ« im August 2004 in Serienform zu drucken begann.
Zuckmayer beabsichtigte, seine Auftraggeber davon zu überzeugen, sich von klischeehaften Vorstellungen über Deutschland und die Deutschen zu lösen, und wollte nachdrücklich zeigen, dass insbesondere die jüngeren deutschen Männer, die aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt waren, nicht so tief von der Naziideologie beeinflusst waren, wie man angenommen hatte. Er hielt die Ansätze und Methoden der »Entnazifizierung« durch die US-Administration für fehlgeleitet und meinte, dass sich die Hinwendung der Deutschen zur westlichen Demokratie hauptsächlich von der Unterstützung entwickeln würde, die ihnen im Kampf gegen den Hunger zuteil würde. Die Herausgeber des Bandes, die mit aufschlussreichen Anmerkungen versehen sind, halten sich bei der Beurteilung von Zuckmayers politischem Standpunkt auffallend zurück. Zuckmayer, zumindest beeinträchtigt von totalitarismustheoretischen Erwägungen, war überzeugt, dass ein Wandel Deutschlands zu einem friedlich-demokratischen Staat in Europa nicht nur ideologische, sondern auch materielle und soziale Voraussetzungen besaß. Eine Voraussetzung dafür, dass der weitere Weg in die allgemeine Barbarei verhindert würde, sah er in der Existenz stabiler internationaler Aktionsgemeinschaften. In einem der den Band abschließenden Artikel beschäftigte ihn auch die Zukunft der Nazis: »Nazis ... werden nie hochkommen, wenn man ihnen nicht den Nährboden schafft und wenn nicht Mächte hinter ihnen stehen, die sie stützen, benutzen, mobilisieren. Seid wachsam gegenüber solchen Mächten ...«. Diese Sätze bleiben vage; sie erwecken den Eindruck, dass Zuckmayer diese Absichten bewusst zurückhielt, weil er wusste, dass er in den USA politisch sortiert werden würde, sobald er sie konkretisierte.
Mit einem ähnlichen Auftrag wie der deutsche Dichter begab sich 1945 der gebürtige Ire James Stern (1904–1993) im Dienste des US Strategic Bombing Survey aus den USA nach Deutschland. Danach schrieb der Autor und Übersetzer sein Buch The Hidden Damage, das 1947 in New York und 1990 auch in London veröffentlicht wurde und wohl nicht zufällig erst jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt. Stern war zusammen mit seinem Freund W. H. Auden im Offiziersrang Mitglied einer Gruppe, die durch systematische Befragungen ermitteln sollte, wie nachhaltig der Bombenkrieg das Bewusstsein und die Gefühlswelt der Deutschen beeinflusst hatte. Gleichzeitig sollte sie Informationen über die Meinung der Deutschen zur Besatzungspolitik einholen. Dazu reiste Stern unmittelbar nach Kriegsende (bis August 1945) nach Frankfurt am Main, Stuttgart, München, Kempten und Nürnberg. Sein Buch bezeugt das Kauderwelsch, eine Mischung aus Naziideologie, Missverständnissen alter und neuer Erfahrungen sowie Einbildungen, das die Köpfe der Deutschen im ersten Nachkriegsjahr beschäftigte. Repräsentative Ergebnisse werden nicht präsentiert. Die aus der Tätigkeit des Teams hervorgegangenen offiziellen Dokumente dürften historisch wertvoller sein als diese Darstellung. Sie liest sich eher wie ein unterhaltsamer Reisebericht und könnte – wäre es nicht anderweitig ausgewiesen – missverstanden werden, als ob ein Journalist für ein politisch leicht eingefärbtes Kleinbürgermagazin unterwegs gewesen wäre.
Einen völlig anderen Eindruck von Deutschland, beschränkt auf Berlin und seine unmittelbare Umgebung, gewann zur gleichen Zeit einer der sowjetischen Eroberer der Reichshauptstadt, Wladimir Natanowitsch Gelfand. Der 22-jährige Leutnant, Mitglied der Kommunistischen Partei, Jude aus der Ostukraine, dessen Familienangehörige von den deutschen Besatzern größtenteils ermordet worden waren, führte ein Tagebuch während seines Aufenthalts in Deutschland. In einer Auswahl – Notizen aus der Zeit zwischen Januar 1945 (Beginn der Offensive an der Weichsel) und September 1946 (Rückkehr des Offiziers in seine Heimat) – sind nun Texte aus diesem Tagebuch veröffentlicht. Sie zeichnen sich durch zwei Besonderheiten aus: Zum einen ist es das erste in deutscher Sprache lesbare, geschlossene Zeitdokument dieser Art, und zum anderen glauben Rezensenten, dass sie diesem Werk vor allem eine Bestätigung ihres Horrorbildes der »Armee Stalins« entnehmen können.
In den Buchempfehlungen bürgerlicher Zeitungen wird kaum auf die Aussagen über die von Ort zu Ort wechselnde, mal erleichterte, mal ablehnende Begrüßung der sowjetischen Soldaten auf polnischem Boden hingewiesen. Ebenso wenig wird auf die Kämpfe eingegangen, an denen die Soldaten der zur 5. Armee von Nikolai Bersarin gehörenden 301. Schützendivision teilnahmen. Diese fanden unter anderem am Westufer der Oder, an den Seelower Höhen und in den Ostbezirken Berlins sowie bis ins Stadtzentrum statt, wobei hohe Verluste zu beklagen waren. Ebenso oft wird die Kennzeichnung der Deutschen als Kolonialherren übergangen, ebenso wie die Bemerkung über die Angst der Deutschen vor dem »Zorn der Russen« und der Bericht über Kulturveranstaltungen hinter der Frontlinie, wie zum Beispiel eine Mozartaufführung.
Stattdessen lesen Rezensenten das Bild eines »ungebildeten und groben, korrupten und diebischen, durch Missgunst sowie übermäßigen Alkoholgenuss gefährlichen Haufens« heraus, »eines chaotischen Heeres, dessen Angehörige die Gewalt unbarmherzig auch gegeneinander wenden«. Auf diese Weise wird Gelfand als Außenseiter dargestellt: naiv und intelligent, neugierig auf die Deutschen, die er jedoch nicht mit dem geschlagenen Deutschland, auf das er »spuckt«, gleichsetzt. Er wird als sensibel und selbstverliebt beschrieben, attraktiv und lebenshungrig, frei von Knechtschaft gegenüber Vorgesetzten und Befehlen, sich in Berlin mit einem (nicht erbeuteten) Fahrrad bewegend, den Schwarzmarkt besuchend und darüber hinaus nicht deutsche Frauen vergewaltigend, sondern sie »erobernd« – nicht anders als seine US-amerikanischen Kampfgenossen von gestern, die ebenfalls unter Zuhilfenahme von mancherlei Geschenken handelten.
Konkret
06/2005
Kurt Paetzold
Наблюдая за фрицами
Эмигранты и международные наблюдатели описывают свои впечатления от
послевоенной Германии.
Среди книг, изданных к 60-летию освобождения, были и такие, чьё значение не ограничивается юбилейной датой. Четыре из них заслуживают особого внимания. Их авторы либо сами прибыли в Германию в конце войны или вскоре после неё, либо рассказывают о тех, кто там побывал. Одни пришли, чтобы принудить вермахт к капитуляции, другие появились уже после поражения Германии — например, по поручению правительства США, чтобы описать увиденную страну. Большинство этих наблюдателей знали Германию ещё до войны: жили там или подолгу находились в рейхе. Лишь один из них, советский офицер, оказался в совершенно незнакомой стране. Он вёл дневник, который после его смерти обнаружил сын.
Совсем иное впечатление о Германии получил один из советских победителей, находившийся главным образом в Берлине и его окрестностях, — Владимир Натанович Гельфанд. Двадцатидвухлетний лейтенант, член Коммунистической партии и еврей из Восточной Украины, большинство родственников которого были убиты немецкими оккупантами, вёл дневник во время пребывания в Германии. На немецком языке были опубликованы записи с января 1945 года — начала Висло-Одерского наступления — до сентября 1946 года, когда офицер вернулся домой. Дневник примечателен не только как первое цельное свидетельство такого рода красноармейца, доступное немецкому читателю: многие рецензенты прежде всего увидели в нём подтверждение своего пугающего образа «армии Сталина».
В рекомендациях и рецензиях крупных газет редко подчёркивается то, что дневник рассказывает о меняющемся отношении к советским солдатам на польской территории — от облегчения до неприязни в зависимости от места. Нередко остаются в стороне и бои 301-й стрелковой дивизии 5-й ударной армии Николая Берзарина: на западном берегу Одера, на Зееловских высотах, в восточных районах Берлина и затем в центре города, где дивизия понесла тяжёлые потери. Рецензенты часто обходят вниманием и упоминания о немцах как о колониальных хозяевах, страхе перед «гневом русских», а также о культурной жизни за линией фронта, например об исполнении Моцарта. Вместо этого из дневника извлекают образ «необразованной и грубой, коррумпированной и вороватой массы, опасной из-за зависти и чрезмерного употребления алкоголя», и «хаотичной армии», члены которой безжалостно обращают насилие даже друг против друга. На этом фоне Гельфанд предстаёт аутсайдером: наивным, но неглупым, любопытным к немцам и не отождествляющим отдельных людей с побеждённой Германией, на которую он говорит, что «плюёт». Он не насилует немецких женщин, а добивается их расположения и воспринимает это как «завоевание».
Christian
Bauer/Rebekka Göpfert: Die Ritchie Boys. Deutsche Emigranten
beim
US-Geheimdienst. Hoffmann und Campe, München 2005, 224 Seiten
Carl Zuckmayer: Deutschlandbericht für das Kriegsministerium
der
Vereinigten Staaten von Amerika. Wallstein, Göttingen 2004,
312
Seiten
James Stern: Die unsichtbaren Trümmer. Eine Reise im besetzten
Deutschland 1945. Eichborn, Frankfurt a. M. 2004, 410 Seiten
Wladimir Gelfand: Deutschland-Tagebuch 1945 – 1946. Aufbau,
Berlin 2005, 356 Seiten
Kurt Pätzold ist mit
einem Beitrag in Michael Klundts Band »Ein Untergang als
Befreiung.
Der 8. Mai 1945 und die Folgen« (Papyrossa)
vertreten

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German“Watching the Krauts”
Emigrants and international observers describe their impressions of postwar Germany.
Among the books published for the sixtieth anniversary of liberation were several whose importance reaches beyond the anniversary itself. Four of them deserve particular attention. They were written by people who either came to Germany at the end of the war or shortly afterward, or who report on those who did. Some came in order to force the Wehrmacht to surrender; others arrived only after the defeat, commissioned for example by the U.S. government to describe the Germany they found. Most of these observers already knew Germany from before the war because they had lived there or spent extended periods in the Reich. Only one of them, a Soviet officer, found himself in a country completely foreign to him. He kept a diary that his son discovered among his father’s papers after his death.
Anyone familiar with the autobiographies or memoirs of Klaus Mann, Hans Habe, Stefan Heym, Walter Hasenclever or Hanus Burger will have encountered the so-called “Ritchie Boys” — U.S. Army soldiers given special training so that they could contribute to psychological warfare at and behind the front. In the summer of 1942 the Military Intelligence Training Center was established at Camp Ritchie, situated idyllically in the foothills of the Blue Ridge Mountains in Maryland. Trainees learned how to persuade Wehrmacht soldiers to stop fighting and how to interrogate prisoners in order to obtain information useful for tactical decisions. Such information not only helped assess the enemy’s mental condition; it could also be used indirectly to weaken his fighting power.
Some survivors who took part in the war in this way — first in North Africa, later in Italy, and finally from Normandy into the territory of the Reich, using typewriters, microphones and loudspeakers more often than rifles — had reached their eighties by the time the book was written. They became the principal source for the study of the Ritchie Boys because the official files concerning the group had largely been destroyed. The book itself arose as a by-product of work on a documentary film that was later shown in special screenings.
Admission to the camp depended on an ability to read and write German, preferably knowledge of another foreign language in addition to English, and U.S. citizenship or the prospect of obtaining it soon. This applied especially to German and Austrian emigrants, most of them Jewish. They usually came from middle-class families; many had already studied, were intellectually curious and well educated, and had a very personal account to settle with German fascism. Born in Berlin, Vienna, Budapest, Prague, Silesia, Hesse or East Prussia, they had fled to the United States between 1933 and 1940, sometimes by way of intermediate countries.
They now returned to Germany as members of a victorious army, in circumstances they could scarcely have imagined only a few years earlier. Some landed with the first troops in France in 1944. They published German-language front newspapers, wrote leaflets dropped from aircraft or fired over enemy lines by artillery, conducted both white and black propaganda through Radio Luxembourg, and operated a supposedly German soldiers’ radio station. In many respects their work resembled activities carried out by German anti-fascists serving with Soviet soldiers in the Red Army. Among the shared techniques were leaflets designed as “passes” to be shown by defectors crossing the front, as well as texts such as the “Lesson of Stalingrad,” distributed on the Eastern Front in 1943, and the “Lesson of Aachen,” circulated in the West in 1944, intended to inform Wehrmacht soldiers about the actual military situation.
One notable method for persuading captured German officers who refused to provide information was to threaten them with extradition to the Soviet Union for crimes in which they might have participated during earlier service in the East.
When the war ended, the Ritchie Boys searched for family members who had failed to escape from Germany. Only a few found their relatives still alive. Their later lives can be followed into the period when the ideals that had motivated them were severely tested by U.S. occupation policy in Germany and by the increasingly hostile distancing from the former Soviet ally. Disagreements repeatedly arose over what kind of Germany they had actually fought for. Stefan Heym eventually moved to the GDR. The director Hanus Burger returned to Prague and continued his professional work there. Hans Habe, who helped rebuild the newspaper system in West Germany after the war, later lived in Austria and Switzerland. Most of the others continued their careers in the United States and became university professors, businesspeople, judges and lawyers.
Some details reported in the book are questionable. It is claimed, for example, that after the weather improved during the Battle of the Bulge half a million aircraft suddenly appeared in the sky. Another story says that the American commander of Weimar transported the city’s inhabitants by truck to the Ettersberg to see Buchenwald concentration camp. In reality, they were explicitly instructed to make the journey on foot.
Carl Zuckmayer (1896–1977) came to Europe on a different mission. After emigrating first to Switzerland and then to Cuba, he eventually reached the United States. He applied for a position as a civilian “cultural adviser” to the War Department in Washington and received an assignment to report on his impressions of occupied Germany and Austria. His journey from November 1946 to March 1947 took him to Berlin, Munich, Stuttgart, Wiesbaden and Vienna. It was cut short on the orders of his superiors, so a previously approved stay in the Soviet occupation zone never took place. The journey produced an extensive report that the Frankfurter Allgemeine Zeitung began publishing in serial form in August 2004.
Zuckmayer wanted to persuade those who had commissioned him to abandon stereotyped ideas about Germany and the Germans. In particular, he argued that younger German men returning from captivity had not been penetrated by Nazi ideology as deeply as many observers assumed. He regarded the approaches and methods of “denazification” adopted by the U.S. administration as misguided and believed that German support for Western democracy would develop above all through practical assistance in the struggle against hunger.
The editors of the volume, who provide useful explanatory notes, are strikingly restrained in judging Zuckmayer’s political position. Influenced at least in part by theories of totalitarianism, Zuckmayer believed that transforming Germany into a peaceful democratic state within Europe required not only ideological but also material and social preconditions. He regarded stable international communities of action as one condition for preventing another descent into general barbarism. One of the final essays in the volume also considers the future of the Nazis: “Nazis ... will never rise again unless fertile ground is prepared for them and unless powers stand behind them, supporting, using and mobilizing them. Be vigilant toward such powers ...” The formulation remains vague and gives the impression that Zuckmayer deliberately avoided naming those forces more precisely because he knew that doing so would place him politically in a particular camp in the United States.
A mission similar to Zuckmayer’s brought the Irish-born writer James Stern (1904–1993) from the United States to Germany in 1945 on behalf of the U.S. Strategic Bombing Survey. Stern, an author and translator, later wrote The Hidden Damage, published in New York in 1947 and again in London in 1990; perhaps not coincidentally, it only much later appeared in German translation. Together with his friend W. H. Auden, Stern held officer rank in a group assigned to determine through systematic interviews how deeply the bombing war had affected German consciousness and emotional life. The group was also to gather information about German attitudes toward occupation policy.
Immediately after the war, and until August 1945, Stern traveled through Frankfurt am Main, Stuttgart, Munich, Kempten and Nuremberg. His book records the confused mixture of Nazi ideology, misunderstandings of old and new experiences, and self-deception that occupied many German minds during the first postwar year. It does not provide representative findings. The official documents generated by the team’s work are probably more valuable to historians than Stern’s narrative, which reads more like an entertaining travel report and, without the surrounding context, could almost be mistaken for the work of a journalist traveling for a mildly political middle-class magazine.
At roughly the same time, one of the Soviet conquerors of the German capital, Wladimir Natanovich Gelfand, acquired a completely different impression of Germany, limited largely to Berlin and its immediate surroundings. The twenty-two-year-old lieutenant, a member of the Communist Party and a Jew from eastern Ukraine whose relatives had for the most part been murdered by the German occupiers, kept a diary during his stay in Germany. A selection of entries covering the period from January 1945 — the beginning of the Vistula offensive — to September 1946, when the officer returned home, was published in German. The diary has two notable features: it was the first coherent testimony of this kind by a Red Army soldier made available in German, and reviewers often treated it primarily as confirmation of their terrifying image of “Stalin’s army.”
Recommendations and reviews in mainstream newspapers rarely emphasize what the diary says about the changing reception of Soviet soldiers on Polish territory, which varied from place to place between relief and rejection. They also tend to neglect the fighting in which soldiers of the 301st Rifle Division, belonging to Nikolai Berzarin’s 5th Shock Army, took part. These battles occurred on the western bank of the Oder, at the Seelow Heights, in the eastern districts of Berlin and finally in the city center, with heavy losses. Reviewers likewise often pass over references to Germans as colonial masters, comments on German fear of the “wrath of the Russians,” and accounts of cultural events behind the front, such as a performance of Mozart.
Instead, reviewers extract the image of an “uneducated and coarse, corrupt and thieving mob, dangerous through envy and excessive alcohol consumption,” and of “a chaotic army whose members turn violence mercilessly even against one another.” Against this background Gelfand is portrayed as an outsider: naive yet intelligent, curious about Germans, whom he does not simply equate with the defeated Germany on which he says he “spits.” He appears sensitive and self-absorbed, attractive and hungry for life, relatively free of servility toward superiors and orders. In Berlin he rides a bicycle that he did not loot, visits the black market and, rather than raping German women, “conquers” them — not entirely unlike the American soldiers who had been his allies only the day before and who also made use of gifts and other inducements.
Bibliography
Christian Bauer / Rebekka Göpfert: Die Ritchie Boys. Deutsche Emigranten beim US-Geheimdienst. Hoffmann und Campe, Munich 2005, 224 pages.© konkret-magazin.de