SWR2 Radio ART: Hörspiel "BERLIN 45"
   
    

 


 
SWR-2 Radio ART 08. Mai 2005

16.05 bis 18.00 Uhr      
                                                    
"BERLIN 45"

                                           

Hörspiel nach den Tagebüchern der Anonyma und des Rotarmisten
 
Von Ulrich Lampen   
 
(Produktion: SWR 2005 - Ursendung), ca. 90 Min.
Länge CD I:   64ʹ02˝   29,6 MB
Länge CD II:  30ʹ00˝   13,8 MB
Gesamtlänge: 94ʹ02˝
 
Regie: Ulrich Lampen
Musik:  Michael Riessler
 
Sprecher:
Anonyma Christiane von Poelnitz
Wladimir Gelfand Paul Herwig
 
Sowie mit O-Tönen von:
Katharina Döbler Publizistin und Kritikerin
Elke Scherstjanoi Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin
 
Wolfgang Hörner Leiter des Eichborn-Verlages Berlin
Wolfram Wette Professor für Neueste Geschichte der Universität Freiburg
 
Ton Daniel Sender
Regieassistenz Mark Ginzler
Musik Michael Riessler
Regie Ulrich Lampen
Dramaturgie Friederike Roth
Schnitt Waltraud Gruber

 

Hörspieldatenbank

 
Mai 1945: Berlin wird fallen; der Krieg wird zu Ende gehen. Zwei Menschen berichten in ihren Tagebüchern über die Zeit kurz vor, während und nach der Kapitulation. Während der Rotarmist Wladimir Gelfand mit einer der ersten, in Berlin einmarschierenden Divisionen von Osten kommend auf die Stadt zurückt, erlebt Anonyma auf der Seite der Besiegten das Kriegsende in Kellern und unterschiedlichen Wohnungen. Ihre sich gegenseitig ergänzenden Berichte, werden ständig von den Ereignissen überrollt und behaupten sich dennoch als Splitter dieser Zeit. Warum stoßen diese Texte erst fast 60 Jahre nach ihrem Entstehen auf so großes öffentliches Interesse? Im Kontext der Zeitzeugen sollen in diesem Hörspiel die Zeugen der Textgenese hierüber Auskunft geben.

 

Produktion: Südwestrundfunk, 2005




"BERLIN 45"    
Tagebücher der Anonyma und des Rotarmisten
 
 SWR-2  ●  Radio ART  ● 
 CD I  ●  Südwestrundfunk
 
 
 

Wladimir Gelfand ist ein ukrainischer Jude, ein jüdischer Ukrainer, der in einem Industriegebiet aufwächst. Er interessiert sich für Literatur, er liest viel.

Anonyma war eine Frau, von der man den Namen offiziell nicht weiß.

Eine Frau, die als Journalistin gearbeitet hatte vor dem Krieg und die nun in Berlin diese letzten Wochen erlebt hat als Zeugin mit Körper, Seele, mit all ihrer Aufmerksamkeit und die diese ganzen Dinge, die da geschehen sind, auch mit ihr geschehen sind, niedergeschrieben hat.

Dann auch eine lange Zeit, nachdem sie zum ersten Mal auf Deutsch erschien, 1959, gar nicht mehr wollte, dass die veröffentlicht werden und erst nach ihrem Tode wieder eine Druckfassung haben wollte. Wir haben uns deshalb an den Wunsch der Autorin gehalten und ihren Namen nicht genannt.

Er ist zu diesem Zeitpunkt Leutnant der Roten Armee. Er hat einen Offizierskurs besucht. Er ist ein sehr sensibler Mensch, ein politischer Mensch. Er nimmt aktiv am politischen Leben seiner Einheit teil. Er verfasst Flugblätter. Er ist Autor von Artikeln für Wandzeitungen.

13.01.1945
Wir stecken mittendrin, wie man so schön sagt. Es gibt buchstäblich keine Rettung vor dem Gegner.

Freitag, 20.04.1945, 16 Uhr
Ja, der Krieg rollt auf Berlin zu. Man atmet Geschützlärm ein.

14.01.1945, 4:50 Uhr morgens
Es ist die Hölle, wie rings um die Geschosse donnern, heulen, pfeifen und bellen. Und du sitzt da, zwischen Leben und Tod.

Gegen drei Uhr fuhr am Kiosk der Zeitungsfahrer vor. Es lauerten ihm schon zwei Dutzend Leute auf. Im Weitergehen las ich als erstes den Wehrmachtsbericht. Neue Ortsnamen: Müncheberg, Seelow, Buchholz. Klingt verdammt märkisch und nah.

Man hat Frühstück gebracht. Viel. Es ist heiß, schmeckt aber nicht. Eine Suppe aus Weizen oder Perlgraupen. Mir hängen diese Graupen dermaßen zum Hals heraus, dass ich sie nicht mal erwähnen will.

Jetzt, wo alles weg ist und mir nur ein Handkoffer mit Kleiderkram bleibt, fühle ich mich nackt und leicht. Weil ich nichts mehr habe, gehört mir alles. Zum Beispiel diese fremde Dachwohnung.

Der Deutsche ist ein Vollidiot und feuert. Soll er doch ruhig. Unsere Aufklärer werden anhand der Blitze seine Feuerstellung ausmachen und dann wird dort nichts mehr stehenbleiben.

Ich finde keine Ruhe hier oben, trabe immer fort durch die drei Räume.

Systematisch habe ich alle Schränke und Schübe nach Brauchbarem abgesucht, d.h. nach Essbarem, Trinkbarem, Brennbarem. Leider fast nichts gefunden.

18.01.1945
Den fünften oder vierten Tag unterwegs. Der Weg zum Angriff.

Zwei Stunden später. Das Gas brennt mit sterbendem Flämmchen. Seit Stunden stehen die Kartoffeln darauf. Eine davon habe ich halbroh geschluckt.

19.01.1945
Belewa Hier ist sehr viel Beute verstreut. Rundum lodern Brände. Die Deutschen haben versucht, alles Wertvolle zu vernichten. Es gelingt ihnen jedoch nur selten.

Hab bei Bolle die hellblauen Milchmarken eingelöst, die Gerd mir zu Weihnachten geschickt hat. Es war höchste Zeit. Die Verkäuferin schöpfte schon aus schräg gehaltener Kanne und sagte, nun komme keine Milch mehr nach Berlin. Das heißt Kindertod.

Ich habe mir das Allerwichtigste beschaffen können. Papier. Jetzt habe ich auch etwas, worauf ich schreiben kann.

Heute Morgen beim Bäcker ging das Gerede. Wenn die kommen, holen sie alles Essbare aus den Häusern. Die geben uns nichts.

Der Kompaniechef ist ein Rotzbängel. Bei Schickin waren zwei Männer zurückgeblieben. Mehrere Tage lang waren sie verschwunden. Mir waren zwei einige Stunden lang abhandengekommen, tauchten dann aber wieder auf. Doch er drohte mir sofort. Ich erschieß dich im nächstbesten Gefecht.

Sechzigjährige Kreisin geschändet. Ordensschwester vierundzwanzigmal vergewaltigt. Wer zählt damit? Das sind so die Schlagzeilen. Sollen sie etwa die Männer Berlins anstacheln, uns Frauen zu schützen und zu verteidigen? Lachhaft.

21.01.1945
Das Dorf Ruszczów, rechts von der Straße nach Kutnow.

Die Polen, die ins Protektorat evakuiert wurden, haben ihre Höfe verloren. Die Deutschen hielten das für ihr eigenes und nicht für polnisches Gebiet und siedelten dort Leute ihrer Herrenrasse an. Wir haben also jetzt schon Gebiete durchquert, wo Deutsche gelebt haben.

Das Radio ist seit vier Tagen tot. Wieder mal merkt man, was für zweifelhafte Sachen uns die Technik beschert hat. Sie haben keinen Wert an sich. Wir sind zurzeit auf dem Rückmarsch in vergangene Jahrhunderte. Höhlenbewohner.

Bereits 1941, als die Deutschen noch Siege feierten, war ein Deutscher öffentlich erschossen worden. Dieser war wohl ein weitsichtiger Mensch und hatte seinen Landsleuten offen gesagt, Russland werden wir nicht besiegen. Er wurde als Verräter erschossen und verbrannt.

Gegen 22 Uhr fielen hintereinander drei oder vier Bomben. Gleichzeitig heulte die Sirene los. Kein Licht.

Endlich, hinter einer zentnerschweren, mit zwei Hebeln verschließbaren, gummigeränderten Eisentür, unser Keller. Amtlich Schutzraum geheißen. Von uns Höhle, Unterwelt, Angstkatakombe, Massengrab genannt.

Ich gehöre nun seit fast drei Monaten dazu und fühle mich trotzdem noch fremd. Jeder Keller hat andere Tabus, andere Ticks.

Hier im Keller haben sie den Mauertick, alle sitzen sie mit dem Rücken gegen die Außenmauer. Bumst es, so kommt der Tüchertick hinzu. Ich weiß nicht, wogegen der Lappen helfen soll.

Das Benehmen der Soldaten ist unerhört. Nicht nur, dass sie stehlen und die Pferde wegnehmen, sie bringen es sogar fertig, die Wohnung zu durchwühlen und Fahrräder und anderes Eigentum zu rauben, Schweine, Kühe und so weiter. Die Leute, die uns von ganzem Herzen freundlich gesonnen sind, begegnen uns nach diesen Raubzügen mit Misstrauen. Ja, manchmal feindselig.

Ich schaue mich um, notiere, die Bäckersfrau voran, zwei feiste rote Bäckchen unterm Lammfellkragen, die Apothekerwitwe, die einen Samariterkurs absolviert hat und manchmal hier unter den anderen Frauen auf zwei zusammengestellten Stühlen die Karten legt, mir gegenüber, in Decken eingewickelt, ein fiebrig schwitzender älterer Herr, Kaufmann von Beruf. Ihm zur Seite, seine Gattin, die Hamburgisch spitz spricht, und die 18-jährige Tochter, ausgerechnet Stinchen gerufen. Ich selber, blasse Blondine, stets im selben zufällig geretteten Wintermantel, in einem Verlag angestellt, bis dieser vorigen Woche sein Ladenschloss und den Angestellten bis auf Weiteres freigab.

Sie sitzt in einer ausgebombten Wohnung, hat ein Heft gefunden, zufällig, kostbares, kostbares Papier, und da sitzt sie und schreibt in diesen Minuten, manchmal halben Stunden, die ihr bleiben, dann zieht sie sich in irgendeine Ecke zurück und schreibt nieder, was passiert ist.

Von der ersten Zweigenfassung von den Tagebüchern zu dem Typoskript, da hat sie eben aus Stichworten und Notizen zum Teil Formulierungen gemacht, da hat sie aufgefüllt, was sie noch erinnert hat, was vielleicht auch gar nicht in den Tagebüchern drin steht. Es gab eine große Debatte drum, sind diese Aufzeichnungen denn authentisch, sind das auch ihre? Das ist unstrittig, denn sie hat sowohl sämtliche Buchausgaben als auch diese Version jetzt, die ganz leicht nur abweicht von der ersten deutschen Ausgabe von '59. Sie hat die alle autorisiert und gesagt, ja, das ist mein Buch.

Von dem Gelfand ist zu sagen, dass er kurzzeitig an direkten Frontkämpfen teilgenommen hat und in dieser Zeit auch wenig niedergeschrieben hat, sondern immer dann, wenn Ruhepausen waren.

Es gab kein offizielles Verbot, ein Tagebuch zu schreiben. Schwierig war natürlich die organisatorische Seite. Wann findet man Zeit, wo findet man Material, wie transportiert man ein Tagebuch, wie schleppt man so viel Tagebuch mit sich herum, wenn man tatsächlich im Schützengraben steht?

Der Authentizitätsgrad ist derart, dass die Niederschrift und das Ereignis häufig nur ein paar Tage auseinander liegen.

Nichts in diesem Tagebuch deutet darauf hin, dass er irgendeine Formulierung mit Bedacht gewählt hat, weil er meinte, sie müsste irgendeinem Fremden klar sein. Er hat für sich geschrieben.

Ende Januar 1945
Wir leben vom Beutegut. Wodka gibt es im Überfluss. In jedem Dorf, bei jedem der deutschen Kolonisatoren gab und gibt es weiterhin eine eigene Schnapsbrennerei. Die Leute trinken ganz ordinäres Destillat bis zum Vollrausch. Viele verbrennen sich die Innereien, doch das hält sie nicht ab. Ein Soldat hat sich damit vergiftet und ist gestorben.

Kein Strom. Am Balken über mir blagt die Petroleumlampe. Draußen dickes Gebrumm, anschwellend. Der Tüchertick tritt in Tätigkeit. Ein jeder windet sich das bereit gehaltene Tuch um Nase und Mund. Ein gespenstischer Türkenharem. Eine Galerie halbverhüllter Totenmasken. Nur die Augen leben.

Bis Posen sind es noch neunzig Kilometer. Die jungen Frauen schenken uns ihre Aufmerksamkeit und begrüßen begeistert ihre Befreier.

Samstag, 21. April 1945, zwei Uhr nachts
Bomben. Die Mauern schwankten. Meine Finger zittern noch am Füller. Ich bin nass, wie nach schwerer Arbeit.

Ich schreibe. Es tut gut. Lenkt mich ab. Und Gerd soll es lesen, falls er wiederkommt. Falls er überhaupt noch. Nein. Ausgestrichen. Man darf es nicht heraufbeschwören.

26. Januar 1945
Es ist noch dunkel. Jetzt sind wir auf dem Vormarsch. 50 Kilometer sind zu marschieren. Heute werden wir in Deutschland sein.

Kurz nach drei kam die Entwarnung. Ich zog Kleid und Schuhe aus und fiel ins Bett, das ständig aufgeschlagen ist. Fünf Stunden Tiefschlaf. Das Gas streikt.

28. Januar 1945
Deutschland. 38 Kilometer seit dem letzten Nachtlager. Gestern.

Damit haben wir in zwei Tagen 90 Kilometer geschafft. Deutschland hat uns unwirtlich empfangen, mit Schneegestöber, heftigem Wind und leeren, fast ausgestorbenen Dörfern. Die Leute hier, die Deutschen, fürchten den Zorn der Russen. Sie fliehen und lassen all ihr Hab und Gut zurück.

Hab soeben mein Bargeld gezählt. 452 Mark.

Mir ist, als könnte das Zeug allenfalls noch als Andenken gelten. Als Bildchen aus versunkenen Zeiten.

Die Grenze erreichten wir an einem sehr breiten, wasserreichen Fluss.

Auf der anderen Seite nichts als Wälder und Hügel. Durchschnittenes Gelände. Nicht weit von Berlin. Deutschland steht in Flammen. Und es stimmt ein, irgendwie froh, diesem bösen Schauspielball beizuwohnen. Tod um Tod, Blut um Blut. Mir tun diese Menschenhasser, diese Tiere, nicht leid.

Unendlicher Regen. Bin zu Fuß in die Parkstraße marschiert und hab mir zu meinen Papierbildchen noch ein Packen hinzugeholt. Der Prokurist zahlte mir den letzten Monatslohn und erteilte mir Urlaub. Der ganze Verlag hat sich in Luft aufgelöst.

30.01.1945
Man gibt uns keine Zeit auszuruhen. Heute kamen wir um 5 Uhr hier an. Und um 7 mussten wir schon wieder hoch. Also konnte ich gerade mal zu Abend essen. Es gibt natürlich niemanden, auf den ich deswegen sauer sein könnte. Jeder unserer Schritte ist von größter historischer Bedeutung.

Niemand verbietet uns, den Deutschen das zu nehmen und zu zerstören, was sie zuvor bei uns geraubt haben.

Habe mich mit Geld eingedeckt. 70.000 Deutsche Mark. Zwischen dem deutschen Geld fand ich auch 10 sowjetische Rubel. Ich bin überaus zufrieden.

Hab im Bäckerladen Brötchen gekauft. Noch sind die Borde scheinbar voll. Man sieht keine Kaufangst.

Ging hinterher zur Kartenstelle. Heute war mein Buchstabe für die Abstempelung der Kartoffelabschnitte 75 bis 77 dran. Wozu eigentlich diese Stempel Ei? Keiner weiß es. Doch alle gehen hin, nehmen an, dass es schon irgendeinen Sinn hat.

03.02.1945
Ein Wald an der Oder. Habe mein Tagebuch zurückgelassen. Wir bewegen uns in Richtung Fluss, wo gerade sehr schwere Gefechte stattfinden. Ich komme nicht zum Ausruhen.

Nachts war ich damit beschäftigt, die Taschen von überflüssigen Beutekrempeln zu befreien. Man kann ja nicht alles mitschleppen.

Die Deutschen haben Angst, sind feige. Irgendwie sind sie alle dumm und beschränkt, wie Götzen. Was ich bei all dem, was ich früher von ihnen dachte, nicht im Geringsten erwartet hätte.

Durch den Regen zockelten Karren in Richtung der Stadt, mit pitschnassen Planen verhängt, darunter Soldaten. Ich sah zum ersten Mal dreckige, graubärtige Typen, die richtigen Frontschweine, alle alt. Vor den Karren Panierpferdchen, dunkel vor Nässe. Sieht nicht mehr nach motorisiertem Blitzkrieg aus.

06. oder 07.02.1945
Bis Berlin sind es 70 Kilometer. Und bis zum Ende des Krieges… noch weit, wie es scheint. Die Deutschen leisten nicht nur Widerstand, sondern sind sogar in der Lage, uns aufzuhalten.

Auf dem Heimweg drang ich in Professor K.'s verlassenen Garten ein. Hinter der schwarzen Hausruine pflückte Krokus und brach Flieder. Trug einen Teil davon zu Frau Goltz.

Die Blumen, die wunderschönen Blumen. Dabei liefen ihr die Tränen übers Gesicht. Auch mir war scheußlich zumute. Schönheit tut jetzt weh. Man steckt so voll tot.

16.02.1945
Es heißt, es gibt ein Frankfurt an der Oder und noch eins am Main. Und es gibt Läuse! Unglaublich, wie viele es geworden sind, seit ich in Deutschland bin. Weder in Polen noch in Bessarabien oder bei uns in Russland hatte ich so viele Läuse. Jetzt sind es dermaßen viele, dass sie meinen Körper bevölkern wie Ferkel einen deutschen Hof.

Ich brenne heftiger und mit größerer Flamme als vor dem Bombenkrieg. Jeder neue Lebenstag ist ein Triumphtag. Man hat es wieder mal überlebt, man trotzt, man richtet sich gleichsam höher auf und steht fester auf der Erde.

Si fractus illa barto orbis in pavidum ferien ruine.

Auf der Oder ist das Eis gebrochen und hat den Übergang weggerissen. Die Trümmer sind stromabwärts davongetrieben. Die Verbindung zum rechten Ufer ist unterbrochen. So sind unsere Träume und Hoffnungen dahin. Unser Wunsch, schon bald vorzurücken und dem Einsatzgebiet in Stellung zu gehen, um Berlin in einem Schwung einzunehmen und die hitlerischen Horden endgültig zu zerschlagen. Es wird schwer werden, wieder einen Durchbruch zu schaffen. Und Gott weiß, wer von uns bis Berlin am Leben bleiben wird.

Sonntag, 22. April 1945, 1 Uhr nachts
»Gehen Sie nicht mehr in Ihren vierten Stock,« ermahnt mich die Apothekers Witwe, »und sie bietet mir ein Nachtlager in ihrer Wohnung in der ersten Etage an.«

Ich fasste an einem Schlangenschwanz Posten, stand zwei Stunden im Regen und bekam schließlich 250 Gramm Grütze, 250 Gramm Haferflocken, zwei Pfund Zucker, 100 Gramm Kaffeeersatz und eine Büchse Kohlrabi. Noch fehlen Fleisch und Wurst und Bohnenkaffee.

Vom Hunger trennen uns die neuen kleinen Vorräte. Mir machen sie Sorgen wie dem Reichen sein Geld. Sie könnten verbombt, gestohlen, von Mäusen gefressen, vom Feind geraubt werden.

17. Februar 1945, 1 Uhr nachts
Fleisch gibt es hier viel. Man muss die Tiere nicht schlachten. Die Deutschen erlegen täglich genug davon. Man isst nicht, man speist. Und alle sind so wählerisch und scheuen den Dreck, dass man die Krieger von der Weize kaum wiedererkennt.

So sehr hat sich alles verändert, seit wir in Deutschland sind.

Heute wenig Beschuss und, obwohl die Zeit dafür heran ist, bisher kein Luftangriff. Eine nervöse Heiterkeit bricht aus. Fräulein Behn kräht durch den Keller. Nun wollen wir doch mal ehrlich sein. Jungfern sind wir wohl alle nicht mehr. Sie bekommt keine Antwort.

26. Februar 1945, 1 Uhr nachts
Alexej Tolstoy ist gestorben.

Was für ein schmerzlicher Verlust, so kurz vor dem Ende des Krieges.

Für sie war der Ausbruch der Brutalität das Vorgehen der Roten Armee in Ostpreußen. Und was vorher war, war ihnen durch die damals verfügbaren Nachrichten nur teilweise bekannt geworden.

Also eigentlich war nur die direkte Botschaft durch den in Urlaub fahrenden Soldaten die Möglichkeit, einigermaßen mitzubekommen, dass hier Dorf für Dorf dem Erdboden gleichgemacht wurde, dass nur noch die gemauerten Kamine herausstanden, sonst das ganze Dorf abgefackelt war, dass alte Männer, Frauen und Kinder mit umgebracht worden waren. Es ist ja bis heute noch ein unbeleuchtetes Terrain, dass wesentlich mehr russische Zivilisten vom Leben zum Tode befördert worden sind als Angehörige der Roten Armee. Das wissen wir heute noch nicht genügend und damals schon gar nicht.

Das muss man sich also klar machen, dass der Wissensstand desjenigen Berliners, der die Stadt nicht verlassen hatte, der selbst nicht im Krieg gewesen war, im Wesentlichen beeinflusst war durch die Nazi-Propaganda und durch gelegentliche wahre Berichte von urlaubenden Soldaten.

Montag, 23. April 1945, 9 Uhr früh
Desertion erscheint plötzlich als selbstverständlich, ja geradezu als erfreulich. Ich muss an die 300 Spartaner des Leonidas denken, die in den Thermopylen standhielten und fielen, wie das Gesetz es befahl. Das hat man in der Schule gelernt, man hieß es uns bewundern. Mag sein, dass da und dort 300 deutsche Soldaten sich ähnlich verhalten, drei Millionen tun es nicht.

Je größer, je zufälliger der Haufen, desto geringer die Chance für Schulbücher-Heldentum.

Im Befehl des Oberkommandierenden heißt es, das Offizierskorps solle in den nächsten Tagen die Mannschaften auf Gefechte auf großstädtischem Terrain vorbereiten.

Ach, fast hätte ich es vergessen. Unsere Division hat den Suworow-Orden zweiter Klasse bekommen und wurde, so wird erzählt, für den Rotbanner-Orden und den Rang einer Gardedivision vorgeschlagen. Da wird Oberst Antonow wohl befördert werden, dieser Held, obwohl ihn viele wegen seiner Strenge und Schrulligkeit nicht mögen, vielleicht auch, weil er Zigeuner ist. Es gibt ja immer noch Leute mit nationalistischen und chauvinistischen Vorurteilen.

Gegen Mitternacht fiel ich vor Müdigkeit fast von meinem Kellerstuhl und torkelte die glasbestreute Wendeltreppe hinauf in den ersten Stock, wo ich auf der Couch bei der Apothekers Witwe schlief, bis gegen sechs Uhr. Ich hörte verwundert, dass zwischendurch eine Bombenserie gefallen sei. Hab sie glatt überschlafen.

1. März 1945
Den halben Tag habe ich eine Uhr schusiert. Das Wort »schus« ist erst vor kurzem in Umlauf gekommen, und niemand weiß, von wem es erfunden wurde. Offensichtlich ist es zusammen mit dem Beutekrempel zu uns gelangt, der, ohne das, was »schus« beschreibt, nicht aufbewahrt, sondern als unbrauchbar weggeworfen würde.

Überhaupt kein Befehl mehr, keine Nachrichten, nichts. Es kümmert sich kein Schwein mehr um uns. Wir sind plötzlich Individuen, keine Volksgenossen mehr. Alle alten Bindungen zwischen Freunden und Kollegen sind tot, soweit Entfernungen zwischen ihnen liegen, die mehr als drei Häuser weit sind. Der Höhlenhaufen, die Familie, wie in Urzeiten.

Der Horizont reicht hundert Schritte weit.

04.03.1945
Ein Brückenkopf am westlichen Oderufer. Nachts haben wir den Fluss überschritten. Es regnete. Bis zur Dunkelheit wurden wir von MGs, Artillerie, Flugzeugen und nicht zuletzt von Panzern beschossen.

In der Nacht hat ein Fuhrwerk meine Tasche gebracht, in der die Tagebücher waren. Bis zur Dunkelheit brachte ich meine Gedanken im Tagebuch zu Papier.

Beim Bäcker hieß es, die Russen stünden nun bei Weißensee und Rangsdorf. Im Rangsdorfer Strandbad habe ich oft gebadet. Ich spreche es versuchsweise laut vor mich hin. Die Russen in Rangsdorf. Es will nicht zusammenklingen. Im Osten heute feurig roter Himmel, endlose Brände.

13.03.1945
Uns steht Marineinfanterie gegenüber, die Bataillone von vierhundert Mann Stärke aufbietet. Ein ernstzunehmender Gegner.

An der Ecke plötzlich Geschrei und aufgeregtes Gerenne. Bei Bolle wurde ein Lastwagen entladen.

Fässerweise trug man Butter ins Haus, ranzige Ware, die verteilt werden soll. Ein Pfund pro Nase, und zwar, das ist das Beängstigende, gratis.

Ich drängelte ein paar Minuten mit, schnappte dabei was auf von Reserven, Verstärkungen und deutschen Panzern im Anmarsch von irgendwoher. Ich ließ dann die Butter Butter sein, mag mich nicht drum schlagen. Heute wenigstens noch nicht.

Vielleicht muss ich's bald lernen.

21.03.1945
Neudamm. Ich hatte Glück. Musste nur fünf Kilometer zu Fuß wandern, den Rest fuhr ich im Wagen mit. Heute habe ich 30 Kilometer geschafft.

In einem Haus stieß ich auf die Leiche einer hässlichen alten Frau und erschauderte vor Entsetzen. Sie lag wie ein Stück Holz in einem zerfledderten Bett. Ich schlug schnell die Tür zu, ging hinaus und spuckte angewidert aus.

Ich ging um das Haus, öffnete eine Tür auf der Rückseite und erstarrte. Wieder eine Leiche, ein alter Deutscher. Ich floh aus diesem finsteren Haus, und der Wind pfiff mir wütend hinterher, ließ die Türen schlagen und die Fenster klappern.

Daunen wirbelten umher, und die Wipfel rauschten.

Dienstag, 24. April 1945
Was ist solch ein Großstadt-Säugling doch für ein armes Luder, wenn der kunstvolle Mechanismus seiner Milchversorgung zerbricht. Selbst wenn die Mütter jetzt noch halbwegs zu essen haben und selber nähren können, über dem, was gnadenlos für uns alle heranrückt, wird ihnen der Quell versiegen. Zum Glück ist das Kleinste in unserem Keller schon anderthalb Jahre alt.

Mädchen in Zivil schauten aus einem Fenster. Ich sah genauer hin, und schon waren sie verschwunden. Als ich näher heranging, kamen sie aus dem Haus, überquerten stolz die Straße und versteckten sich im Eingang eines großen dreistöckigen Gebäudes.

Ich blieb stehen. Ihre sympathischen Gesichter und die Kleider hatten meine Aufmerksamkeit erregt. Sind das wirklich Deutsche? dachte ich. Ich war ja noch nie einem schönen Fräulein begegnet.

Der Osten brennt. Es heißt, die Russen stehen schon an der Braunauer Straße. Ausgerechnet Braunau. Der Ort, an dem Adolf das Licht der Welt erblickte.

Mittwoch, 25. April 1945, nachmittags
Ich stand um sieben Uhr auf, der Tag begann mit bebenden Mauern. Nun tobt die Schlacht auf uns zu. Kein Wasser mehr, kein Gas. Ich wartete eine halbwegs ruhige Minute ab und jagte die vier Treppen hoch in meine Dachwohnung. Wie ein Tier in seine umstellte Höhle, so schlich ich mich in die Zimmer stets zu hastigem Rückzug bereit, griff mir etwas Bettzeug und Waschkram und floh damit abwärts in den ersten Stock zur Witwe.

Wir vertragen uns gut miteinander. Man lernt sich schnell kennen in solchen Tagen.

04.04.1945
Nacht, Bärwalde. Ich bin jetzt bei der Division und verstehe immer noch nicht den Grund, warum ich hier bin.

Bereits zu Beginn meines Aufenthaltes in Bärwalde war ich in die Redaktion gegangen und hatte meine Gedichte vorgestellt. Hauptmann Scherzdorbitow, der Assistent des Redakteurs, war sehr liebenswürdig.

Es stellte sich heraus, dass er ebenfalls schreibt. Die Gedichte gefielen ihm, und er fragte, ob ich einige für die Redaktion abschreiben könne. Nie habe ich das Sprichwort »Not lehrt Beten« gemocht.

Es klingt so hühnisch, so wie »Not lehrt Betteln«. Ein Gebet von Angst und Not erpresst aus dem Munde solcher, die an guten Tagen nichts vom Gebet wussten, ist klägliches Gebettel. Unsere Sprache wird recht haben, wenn sie die Wörter »beten« und »betteln« ähnlich wie »Brüder« formte.

12.04.1945
Endlich in Küstrin. Habe es heute inspiziert. Eine große, jedoch bis auf die Grundmauern zerstörte Stadt. Stellenweise sind Keller ganz geblieben. Selten das Erdgeschoss der riesigen Gebäude. Eine Antwort auf Stalingrad, wenn auch eine milde.

Denn in Stalingrad waren selbst die Keller dem Erdboden gleichgemacht worden.

Die Straßen beginnen zu grünen. Die Natur, nein, die stoppt niemals und wird den Blick des Menschen immer mit ihrer frischen Pracht erfreuen.

Im Keller wiederum. Gegen 18 Uhr. Hab hier unten geduselt, bis die Henny vom Bäcker kam und meldete, dass ein Volltreffer in die Drogerie neben dem Kino gegangen sei. Der Inhaber war gleich tot.

Ach bitte! Wie ist der Mann kaputtgegangen?

So reden wir jetzt. So sind wir sprachlich heruntergekommen.

Man kommt der drohenden Erniedrigung auch sprachlich entgegen.

Das Bild der russischen Soldaten von den Deutschen war ja nicht nur durch die stalinistische Propaganda beeinflusst, sondern in noch viel stärkerem Maße, was sie mit ihren eigenen fünf Sinnen hatten wahrnehmen können, als sie von der Linie Stalingrad, Moskau, Leningrad in den Jahren 1943, 1944, 1945 immer weiter nach Westen vorgerückt sind und gesehen haben, was mit Russland gemacht worden war durch die Deutschen. Also die brauchten im Grunde nicht groß durch die Kriegspropaganda der Roten Armee angestachelt zu werden, denn ihr Hass hat sich gebildet durch eigene Anschauungen.

13.04.1945
Brückenkopf hinter der Oder, westlich von Küstrin.

Gerade ist mit der Post die für mich tragischste und bitterste aller Auslandsmeldungen eingetroffen. Roosevelt ist tot.

Wie sehr habe ich ihn immer geschätzt und geachtet. Allein er hat es vermocht, der amerikanischen Politik eine scharfe und gründliche Wendung gegen den Faschismus und die Reaktion zu geben.

Donnerstag, 26. April 1945, 11 Uhr morgens
Ich schreibe mit zittrigen Fingern. Noch atmen wir Kalkstaub. Vor dreißig Minuten ist ein Volltreffer in den vierten Stock gegangen. Bin außer Atem, komme im Galopp aus meiner Dachwohnung. Ein Saustall aus Kalkbrocken, Splittern und Glasscherben.

Lebe wohl, du mein kurzes Beinahr zu Hause, bist einstweilen unbewohnbar.

16.04.1945
Der Feind ist nervös. Ahnt wohl etwas. Heute gegen Abend sollten wir in Berlin sein.

Also werde ich von nun an bei der Witwe hausen. Ihr ist es sehr recht. Sie hat Angst, zu allein in der Wohnung zu sein.

18.04.1945
Das Schloss eines deutschen Magnaten. Welche Pracht! Und was für ein Luxus! Das Schloss ist fast völlig unversehrt.

Nur an einer Stelle gibt es ein kleines Einschussloch. Auf allen Seiten ist das Schloss von einem Teich umgeben, in dem sich das Gebäude wunderschön spiegelt. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass hier ein einziger Mensch gelebt hat, dem dies alles gehörte.

Von jetzt an gehört es übrigens uns. Jetzt ist es alles sowjetisch. Und ich empfinde heute voller Freude, wie großartig unser Sieg ist.

Etliche Stunden später, gegen 18 Uhr, wieder im Keller. Ich konnte in der Zwischenzeit etwas schlafen, war ganz schön besoffen, nachdem ich mit der Witwe die angerissene Burgunderpulle geleert hatte. Erwachte taumelig, mit bitterem Mund, fand nicht sogleich Anschluss an die petroleumflackernde Unterwelt.

Bis ich Leute hinausrennen sah und sie nach Säcken rufen hörte. »Los, drüben in den Baracken holen sie Kartoffeln raus.«

»Ich?« »Mit der Witwe hin.« Der Feind machte gerade Pause, es war ziemlich ruhig.

Nicht weit von hier wird gekämpft. Alle wollen schnell nach Berlin. Und die Trosse holen die Vorhut ein, der Nachschub schließt zu den Trossen auf. Jetzt ist es nicht mehr weit bis Berlin. 40 Kilometer vielleicht, wenn nicht sogar weniger.

Wir drängen uns durch den menschenwimmelnden Gang, stolpern glitschige Stufen abwärts, landen in stinkenden, faulenden Kartoffeln, klauben uns Brauchbares heraus, füllen die Eimer mit Kartoffeln. Um uns wieder Geknatter und Gedröhne, keiner schert sich darum, dass Plünderfieber hat sie alle ergriffen.

Nachzutragen. Ein Bild, das ich auf der Straße sah.

Ein Mann schob einen Handkarren, auf dem brettsteif eine tote Frau lag. Graue Strähnen, lose flatternd, blaue Küchenschürze. Die dürren, grau bestrumpften Beine stagten lang über das hintere Karrenende hinaus.

Kaum einer sah hin, war, wie früher einmal, die Müllabfuhr.

Das ist ein authentisches Zeugnis. Authentischer geht es schon mal gar nicht.

Kein schriftliches Zeugnis kann authentischer sein als dieses. Noch authentischer ist nur das gesprochene Wort unmittelbar nach dem Erlebnis. Ich denke, eine Authentizitätsdebatte dürfte es nicht geben, zumindest nicht bei diesem Buch.

Es wird eine Debatte geben über die Bedeutung eines solchen Berichtes, eines solchen Lebensberichtes. Was sagt uns das Zeugnis eines einzelnen Mannes? Kann uns ein einzelnes solches Bild etwas Grundsätzliches sagen über das Verhalten von Rotarmisten im Krieg?

Und es sind bestimmt Formulierungen drin, die authentisch sind und die sie genauso damals aufgeschrieben hat. Zum Beispiel gibt es da so Stellen, wo sie mit einer gewissen Häme bemerkt, dass die Likörfabrikantin oder die Bäckerin, die immer in all den schweren Zeiten irgendwas zu tauschen hatten, immer zu essen hatten und deswegen am fettesten sind von allen Frauen, auch die ersten sind, auf die die Soldaten dann scharf sind, die sie vergewaltigen wollen.

Und das vermerkt sie mit einer gewissen Boshaftigkeit und sowas könnte man im Nachhinein, wenn man besser dastehen will, durchaus wegstreichen. Das hat sie nicht getan. Aber natürlich ist es so, dass der Text einen Rhythmus hat und einen Verlauf hat und einen Fluss hat. Den hat er bestimmt in der Form nicht gehabt.

Ich verstehe diese Debatte auch nicht. Ich glaube, die Bewegung war diejenige. Jemand hat gesagt, das ist kein normaler Text, das ist ein zeithistorisches Dokument. Ein zeithistorisches Dokument sollte aber möglichst in der rohen Skelettform erscheinen, nämlich so, wie es damals gemacht wurde. Das wollte sie natürlich nie, denn sie wollte ja dann ein Buch daraus machen, das die Leute auch lesen.

Ich glaube, hohe Tagebuchnotizen hätten lange auch nicht die Wirkung gehabt, denn sie hat auch schon auf dieses Buch hin üble Reaktionen bekommen. Ich glaube auch, dass die Stärke des Buches tatsächlich in der Art und Weise liegt, wie sie beschreibt, was sie erlebt hat. Ich bin Gott froh, dass sie diese Tagebuchnotizen ein bisschen ausgeführt hat.

25.04.1945, Berlin, Spree
Die Infanterie hat bereits gestern und vorgestern Nacht die Spree überschritten und ist in Gefechte am Bahndamm verwickelt. Und wir, der Divisionsstab, hatten bislang an einer der Uferstraßen eines Berliner Vorstadtbezirks in großen, halb zerstörten, mehrstöckigen Gebäuden Stellung bezogen. Jetzt sind wir ausgerückt und warten am Spreeufer.

Wir werden übersetzen.

Freitag, 27. April 1945

Tag der Katastrophe, Wilder Wirbel, notiert Samstagvormittag
Es begann mit Stille, allzu stille Nacht.

Gegen Mitternacht meldete Fräulein Behn, dass der Feind bis an die Schrebergärten vorgedrungen sei und die deutsche Linie bereits vor uns liege.

Heute habe ich zum ersten Mal im Keller voll kurz gesagt, dass ich etwas Russisch kann, dass unter dem von mir in jungen Jahren abgegrasten Länderdutzend sich auch das europäische Russland befand.

Zwischen 25. und 27. April 1945
Die Ereignisse folgen derart rasch aufeinander, dass der Verstand es kaum schafft, sie zu erfassen. Vorgestern in einem Berliner Außenbezirk.

Ich fuhr Fahrrad. Ich hatte übrigens einen Tag zuvor gelernt, wie man sich auf diesem, wie mir scheint, wunderbaren Gerät fortbewegt, und begegnete einer Gruppe deutscher Frauen mit Bündeln, Packen und Koffern. Die Einwohner kommen zurück, dachte ich, drehte zwei Runden auf der Straße und versuchte, sie mir näher anzusehen.

Plötzlich aber bestürmten sie mich alle und redeten unter Tränen auf mich ein. Ich musste unbedingt herausfinden, was diese Frauen quälte.

Ich fragte die Frauen in gebrochenem Deutsch, wo sie wohnen, und erkundigte mich, warum sie ihre Häuser verlassen hatten.

Schreckerfüllt erzählten sie von dem Leid, das ihnen die Sturmtruppen in der ersten Nacht, als die Rote Armee einrückte, zugefügt hatten.

Ich schlief bis gegen fünf Uhr früh, hörte dann im Vorraum jemand herumgeistern. Es war die Buchhändlerin, sie kam von draußen, fasste mich bei der Hand, flüsterte.

»Sie sind da!« Wer? Die Russen? Ich bekam kaum die Augen auf. Ja, soeben sind sie bei Meier, dem Spirituosenladen, durchs Fenster eingestiegen.

Ich horchte an der zersplitterten, nicht mehr verschließbaren Hintertür.

Alles still, die Küche leer. In der Kniebeuge kroch ich zum Fenster hin. Die morgenhelle Straße lag unter Beschuss.

In der Luft knattern Dutzende bissiger Bostons, in Begleitung unserer Jäger. Sie fliegen zum Zentrum Berlins, um die Ecke biegt russische Vierlings Flak. Vier eiserne Giraffen, drohende, turmhohe Hälse.

Zwei Männer stapfen die Straße hinauf, breite Rücken, Lederjacken, hohe Lederstiefel. Durch die zerbrochenen Scheiben weht Benzinduft in die Küche.

Als unsere Soldaten kamen, wurden alle in den Keller getrieben. Die jüngste der erwachsenen Frauen und wohl auch die schönste nahmen sie mit und vergingen sich an ihr.

»Sie haben mich hier gestoßen, erzählten die schöne Deutsche und raffte ihren Rock. »Die ganze Nacht, und es waren so viele, ich war Jungfrau,« seufzte sie und begann zu weinen.

»In unserem Torweg putzt ein junger Kerl ein Motorrad, eine fast neue deutsche Zündapp-Maschine. Er hält mir den Lappen hin, fordert mich mit Gesten auf, weiter zu putzen. Als ich ihm auf Russisch sage, dass ich dazu keine Lust habe und sogar dazu lache, blickt er mich überrascht an und lacht dann zurück.

Ich spüre, wie einige Ängste von mir weichen. Schließlich sind ja auch Russen bloß Männer, denen man auf irgendeine weibliche Art mit Listen und Kniffen beikommen könnte, die man hinhalten, ablenken, abwimmeln kann.

»Sie haben vor meinen Augen meine Tochter vergewaltigt,« warf die arme Mutter ein. »Und sie können noch mal wiederkommen und mein Mädchen erneut vergewaltigen.« »Bleib hier,« bedrängte mich das Mädchen plötzlich. »Du wirst mit mir schlafen. Du kannst mit mir machen, was du willst, doch nur du allein. Ich bin zu allem bereit, was du willst. Nur rette mich vor all diesen Männern.«

   

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Ich spüre ein fremdes, schwer fassliches Etwas in der Luft, böse und bedrohlich. Manche Kerls blicken so scheu an mir vorbei, tauschen Blicke.

Einer verwickelt mich in ein Gespräch, will mich abseits in den Hof locken, weist auf zwei Uhren an seinem haarigen Unterarm, von denen er mir die eine schenken will, wenn ich mit ihm.

Ich weiche in den Kellergang zurück, drücke mich über den Innenhof, meine schon, ich hätte ihn abgeschüttelt, da steht er plötzlich neben mir und schlüpft mit in unseren Keller. Er taumelt von Balken zu Balken, leuchtet mit einer Stablampe die Kellergesichter ab, wohl vierzig an der Zahl. Lässt den Lichtkegel zuckend auf Frauengesichtern verweilen.

Sie zeigte alles, sprach über alles, und nicht, weil sie vulgär war. Ihr Kummer und ihr Leid waren stärker als ihre Scham und ihre Schüchternheit.

Und jetzt war sie bereit, sich vor den Leuten ganz auszuziehen, nur damit man ihren gequälten Körper nicht anrühren möge. Ein Körper, der noch etliche Jahre hätte unberührt bleiben können.

Nun macht der Lichtkegel bei der Achtzehnjährigen Halt, Weißdienchen mit dem weißleuchtenden Kopf verbannt.

Drohend fragt der Russe auf Deutsch, wobei er auf das Mädchen zeigt, »Wie viel Jahr?« Ich antworte hastig auf Russisch, »Das ist eine Studentin, sie ist achtzehn.«

Nun folgt ein Gespräch zwischen dem Mann und mir, ein hastiges Hin und Her von Frage und Antwort, das aufzuschreiben sinnlos wäre, weil es sinnlos war. Es handelte von Liebe, von wahrer Liebe, von heißer Liebe, dass er mich liebt, ob ich ihn liebe, ob wir uns lieben wollen, vielleicht, sage ich, und bewege mich schrittweise auf die Tür zu.

28.04.1945
Die Straßen von Berlin sind laut und belebt. Die Deutschen tragen alle weißen Armbinden. Sie fürchten sich nicht vor uns und spazieren auf den Straßen, wo es nur geht.

Schon sind wir draußen im halbdunklen Gang. Ich tripple rückwärts vor ihm her, er kennt sich in diesem Labyrinth nicht aus, folgt mir. Ich flüstere, dort hinüber, dort sehr schön, keine Leute. Noch drei Schritte, zwei Stufen, und wir stehen auf der Straße, mitten in der grellen Mittagssonne.

08.05.1945
Während unseres Aufenthalts hier ist zusätzliche Armeekleidung eingetroffen. Die Leute wurden neu eingekleidet, konnten sich in der Banya waschen und gewannen ein neues, frisches, feierliches Aussehen. Die ehemaligen Frontkämpfer haben sich bis zur Unkenntlichkeit gewandelt und können jetzt sehr wohl die Deutschen durch ihre Haltung, Sauberkeit, Munterkeit und Lebensfreude in Erstaunen versetzen.

Im Keller. Beim Flackerschein eines Kerzenflämmchens erkenne ich das Kaltgesicht der Bäckerin, den zuckenden Mund. Drei Russen stehen neben ihr. Mal zerrte einer am Arm der im Liegestuhl daliegenden Frau, mal stieß der andere sie, die hochwill, wieder auf den Sitz zurück.

Es ist, als sei sie eine Puppe, ein Ding.

10.05.1945
Gestern Morgen ist das unvergessliche Geschehen. Die Deutschen haben in die vollständige, bedingungslose Kapitulation eingewilligt. Das haben die Zeitungen knapp, aber feierlich berichtet.

Ich, auf die Straße, die nun entspannt und abendfriedlich daliegt. Beschuss und Brandröte sind fern. Ich treffe ausgerechnet auf den Offizier, der soeben die Likörfabrikantin abgefertigt hat, spreche ihn in meinem höflichsten Russisch an, bitte um Hilfe. Er begreift und zieht ein saures Gesicht. Zögernd, unwillig folgt er mir schließlich.

11.05.1945
Vor einigen Tagen traf ich neben der Kantine zwei hübsche deutsche Mädchen. Wir kamen ins Gespräch. Sie meinten, ich wirke wie ein Italiener, und sagten, dass ich sehr schwarzes Haar habe, machten Komplimente, wobei ich es dann auch nicht versäumte, hierüber eine Bemerkung zu machen.

Das Wort »Kompliment« löste bei ihnen aus irgendeinem Grunde Begeisterung aus.

Im Keller noch Schweigen und Starre. Von den dreien bei der Bäckerin hat sich einer inzwischen verzogen, die beiden anderen stehen immer noch an ihrer Seite und streiten sich.

Der Offizier mischt sich in das Gespräch, ohne Befehlston, von gleich zu gleich. Ich verstehe mehrmals den Ausdruck »Ukas Stalina«, »Stalins Erlass«. Einer der beiden Ermahnten widerspricht, sein Gesicht ist zornig verzerrt.

Was denn? Wie haben's denn die Deutschen mit unseren Frauen gemacht?

Wieder redete der Offizier eine Weile ganz ruhig auf den Mann ein, dabei entfernte sich langsam in Richtung der Kellertür, hat die beiden auch schon draußen. Die Bäckerin fragt heiser, »Sind sie weg?« Ich nicke, gehe aber vorsichtshalber noch mal hinaus in den dunklen Gang.

Das Gespräch dauerte eine ganze Weile. Ich war schon spät dran zum Abendessen, und so verabschiedete ich mich von den Mädchen. Ich aß dann aber ohne Appetit, die Mädchen waren sehr hübsch und hatten mich durch ihre Schönheit und Zartheit gewonnen.

Da haben sie mich. Die beiden haben hier gelauert. Ich schreie, schreie. Hinter mir klappt dumpf die Kellertür zu. Der eine zerrt mich an den Handgelenken weiter, den Gang hinauf. Nun zerrt auch der andere, wobei er mir seine Hand so an die Kehle legt, dass ich nicht mehr schreien kann, nicht mehr schreien will, in der Angst, erwürgt zu werden. Beide reißen sie an mir.

Schon liege ich am Boden, spüre im Rücken Nass kühl die Fliesen.

21.05.1945
Wenn ich auch reichlich getrunken habe, zwei Uhr nachts, sei es drum, Gedichte wollen nicht gelingen, die Liebe kommt nicht zum Zuge, und dem Herzen ist nicht nach Ordinärem und Prostitution. Jetzt bin ich betrunken und der Kopf ist schwer, doch die nüchternen Gedanken wollen nicht aus meinem Kopf verschwinden.

Ich kroch an der Treppe hoch, raffte mein Zeug zusammen, schob mich an der Wand entlang zur Kellertür hin, drinnen starrt mich das Kellervolk an. Jetzt erst merke ich, wie ich aussehe. Die Strümpfe hängen mir auf die Schuhe herunter, das Haar ist zerzaust, die Fetzen des Strumpfhalters habe ich noch in der Hand.

Ich schreie los, Schweine ihr, zweimal geschändet, und ihr macht die Tür zu und lasst mich liegen wie ein Stück Dreck, und drehe mich um und will fort.

28.05.1945
Zu meinem Tagebuch habe ich aus irgendeinem Grund ein gespanntes Verhältnis. Ich vertraue mich ihm nur selten an in letzter Zeit, obwohl in meinem Leben außerordentlich viel geschieht.

Die Mädchen haben wieder Gefallen an mir gefunden, und ich noch mehr an ihnen.

 

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Die Witwe hockt bei mir auf der Bettkante, sie zieht sich eben die Schuhe aus, da, Gepolter, Getöse.

Arme Hintertür, kümmerlich errichtetes Bollwerk, man hört Gescharr und Geschiebe und viele grobe Stimmen, wir starren uns an, einer, zwei, drei, vier Kerle, alle schwer bewaffnet, das Automatengewehr an der Hüfte.

Was soll ich tun? Leise kriech ich aus dem Bett, horch in der Tür eine Weile zur Küche hin, wo anscheinend getrunken wird, husche dann durch den stockdunklen Flur.

Eben will ich die Treppe aufsteigen, da umfasst mich von hinten im Dunkeln einer, der lautlos hinterdrein schlich.

Rasenplätzen, Schnapsdunst, mein Herz hüpft wie verrückt, ich flüstere, ich flehe, nur einer, bitte, bitte, nur einer, meinetwegen Sie, aber schmeißen Sie die anderen raus. Er verspricht es flüsternd und trägt mich wie ein Bündel auf beiden Armen durch den Korridor.

03.06.1945
Heute bin ich im Regiment. In letzter Zeit habe ich eine Menge Abenteuer erlebt, habe viel Neues gesehen, bin aber zum Müßiggänger und Schürzenjäger geworden. Träume weiterhin vergebens von der Liebe, und sei es zu einer Deutschen, wenn sie nur klug ist, hübsch und reinlich, und wenn sie mich vor allem treu liebt.

Und nun sitze ich hier am Küchentisch und schreibe, schreibe, schreibe mir allen Wirrsinn aus dem Kopf und Herz.

Wobei mir die seltsame Vorstellung einfällt, eine Art Wachtraum, der mir heute früh kam, als ich nach Petkers Weggang vergeblich einzuschlafen versuchte. Es war mir, als läge ich flach auf meinem Bett und sähe mich gleichzeitig selber daliegen, während sich aus meinem Leib ein leuchtend weißes Wesen erhob, eine Art Engel, doch ohne Flügel, der steil aufwärts schwebte. Es soll nicht mein Ich sein, dem dies geschieht.

09.06.1944
Nach eine Uhr nachts. Aufstehen ist Morgen um sieben. Ich bin wieder in einer Granatwerferkompanie. Jedoch in einem anderen Bataillon.

Dienstag, 01. Mai 1945, 15 Uhr
Rückschauend auf Samstag, Sonntag, Montag. Vor mir im Bett liegt Herr Pauli, Untermieter der Witwe und heimgeschickter Volksstürmmann. Am Samstagnachmittag kreuzt er überraschend auf. Nun ist er krank, hat Neuralgie.

Meine Hände zittern, die Füße sind Eis. Was heißt Schändung? Als ich das Wort zum ersten Mal laut aussprach, Freitagabend im Keller, lief es mir eisig den Rücken herunter.

Jetzt kann ich es schon denken, schon hinschreiben mit kalter Hand. Ich spreche es vor mich hin, um mich an die Laute zu gewöhnen. Es klingt wie das Letzte und Äußerste, ist es aber nicht.

Sie war diejenige, die am meisten mitbekommen hat von dem, was sich auf der anderen Seite abspielt, was sich unter den Besatzern, unter den Soldaten abspielte. Und sie hat diese Soldaten noch nicht mal so sehr als die Masse der uniformierten Männer wahrgenommen, sondern sie hat sie als Individuen gesehen. Und sie hat jeden Einzelnen von ihnen, der ihr näherkam, auch auf diese unangenehme, auf diese schreckliche, auf diese gewaltsame Weise näherkam, sehr, sehr genau beobachtet und konnte zu jedem was sagen.

Also sie konnte zu jedem ein Gefühl entwickeln. Es ist nie so wie in Aufzeichnungen zum Beispiel von Ruth Andreas Friedrich oder anderen, dass das so globalisiert wird und allgemein gesagt wird. Wir sind voller Hoffnung oder wir sind voller Angst, sondern es ist immer ihre Angst und ihr Schrecken und es ist ihr Gegenüber, von dem sie erzählt.

Mir fällt auf, der Ton, den sie hat, ist wirklich so eine Art Gottfried-Bennscher Ton, eine ganz intensive und sehr mitleidlose Fremd- und auch Selbstbeobachtung. Das geht immer so durcheinander. Ich selber kenne nun so ein Zeugnis nicht, weil es eben vom Stoff her einzigartig ist. Vom Stilistischen, denke ich, atmet es ein bisschen den Geruch der Vor-Nazi-Zeit.

Für mich war das deswegen ganz wichtig, weil es eben nicht wie viele andere so generalisiert. Zum Beispiel gibt es diese Erinnerungen, wo dann immer beschrieben wird, wie erhebend das war, das erste Streichkonzert wieder zu hören.

Und ich habe das nicht so richtig geglaubt. Das ist so ein bisschen wie die Frage, die ich immer an meine Eltern gestellt habe, wie war das denn eigentlich wirklich? Und sie haben immer auf relativ vage Art und Weise gesagt, das war alles ganz schrecklich und die Bomben und die ganze Nazi-Zeit war ganz furchtbar. Aber man kriegte nie die genaue Auskunft, was passierte mit denen, die da wirklich innen drin waren in diesen Zeiten.

Augen zu, Zähne fest zusammengebissen, kein Laut. Bloß als das Unterzeug krachend zerreißt, knirschen unwillkürlich die Zähne. Die letzten heilen Sachen.

10.06.1945
Ich stand bereits an der Schwelle zu Ruhm, Größe und Glück. Doch ist diese Tür ungerechterweise und unvermittelt vor meiner Nase zugeschlagen, nachdem sie ohne Ausnahme all jene durchließ, die neben mir, ja, sogar hinter mir schritten.

Auf einmal Finger an meinem Mund, Gestank von Gaul und Tabak. Ich reiße die Augen auf. Geschickt klemmen die fremden Hände mir die Kiefer auseinander. Aug in Auge. Dann lässt er über mir aus seinem Mund bedächtig den angesammelten Speichel in meinen Mund fallen. Erstarrung. Nicht Ekel, bloß Kälte.

Das Rückgrat gefriert, eisige Schwindel kreisen um den Hinterkopf. Ich fühle mich gleiten und fallen tief durch die Kissen und die Dielen hindurch, in den Boden versinken. So ist das also.

Als ich aufstand, Schwindel, Brechreiz, sagte dann laut, verdammt, und fasste einen Entschluss. Ganz klar, hier muss ein Wolf her, der mir die Wölfe vom Leib hält. Offizier, so hoch es geht, Kommandant, General, was ich kriegen kann.

Jetzt haben Sie im Radio berichtet, dass eine neue Medaille für die Einnahmen Berlins gestiftet wird. Ich werde sie wohl nicht bekommen, so wie ich auch keine der anderen Auszeichnungen erhalten habe, für die ich vorgeschlagen war. Und wieder sind heute alle Offiziere ausgegangen, machen Bekanntschaften.

Wollte es schon für den Tag aufgeben, da tat sich an der Wohnung gegenüber die Tür auf. Ein besternter, groß, schwarzlockig, gut genährt. Wie er mich mit dem Eimer sieht, lacht er mich an, Radebrecht, du, Frau? Ich lache zurück, überschütte ihn mit meinem besten Russisch.

Er ist entzückt, seine Sprache zu hören. Er heißt Anatol so und so, ist Ukrainer.

16.06.1945 oder 17.06.1945
Eine schöne Aufgabe, die man mir da aufgebummt hat: die Akademie der Wissenschaften zu plündern. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich zu so einer schmutzigen Sache fähig wäre.

Doch Leute und Umstände zwingen mich dazu. Eine schändliche Barbarei im Tempel der Wissenschaft ist das, und nichts anderes.

Im Übrigen merkwürdig geringe Wirkung der Offizierssterne auf die Mannschaften. Ich war enttäuscht. Keiner fühlte sich in seiner Gemütlichkeit durch Anatols Rang gestört. Anatol setzte sich auch ganz friedlich dazu und lachte und quatschte mit den anderen, punchte ihnen die Gläser voll und ließ sein Kochgeschirr kreisen.

Mir wird etwas bange für mein Tabu.

24.06.1945
Einige Tage vor dem Erlebnis, von dem hier die Rede sein soll, war ich in diverse Medizinbücher vertieft, die unter anderem von Impotenz handelten.

Die Gefahr, für immer die Fähigkeit zum Geschlechtsakt zu verlieren, schreckte mich jetzt mehr als jemals zuvor, und ich beschloss, meine Schüchternheit und meine Empfindsamkeit zu überwinden.

Ich trank an diesem Abend viel, wollte viel trinken, betrunken werden, was mir auch gelang. Daher Erinnerungslücken.

Den Anatol finde ich neben mir wieder, seine Waffen und Sachen rings um das Bett gebreitet. Die vielen Knöpfe und Taschen und was er alles drin hat. Freundlich, zutunlich, kindlich. Aber Mai geboren, Stier, Stier.

Am Mittag, als ich von der Arbeit ermüdet aus dem Fenster schaute, sah ich ein schönes Mädchen die Straße entlang gehen. Eine Blondine, aber mit leicht rötlichem Haar. Ich rief ihr zu. Sie kam heran. Da lief ich hinaus und schlug ihr, ohne lange Gespräche und ohne Umschweifer vor, ins Haus zu kommen.

Was werde ich da tun? Ich antwortete in ihrer Sprache, Bücher lesen.

— Aber das ist doch langweilig! Ich umarmte sie. — Lass uns in den ersten Stock gehen, schlug ich ihr vor. Sie willigte auch hierin ein.

Auf Sonntag, 29. April 1945, zurückgeblickt. — Sag mal, hast du eigentlich keine Angst? Du meinst vor den Russen? — Ja, schon.

Ich meine wegen Anatol, so ein vollgefressener, bulliger Kerl. Ach, der frisst mir aus der Hand! Und macht er ein Kind dazu? — Bis jetzt habe ich mir aber deswegen die geringsten Sorgen gemacht. Wieso eigentlich? Ich weiß nicht.

Ich habe ein sicheres Gefühl, als könnte mir dies nicht zustoßen, als wenn ich mich, ganz körperlich gesprochen, dabei verschließen könnte, gegen dies äußerst Unerwünschte zu sperren.

Ich umarmte sie, drückte sie an mich. Und auf einmal roch es nach Hund. Doch das kühlte mich nicht ab. Ich legte sie auf das Bettlager, liebkoste sie, küsste sie, streichelte sie. Dem Herzen entsprang ein elektrischer Strom.

Sonderbar ist, wie die Männer zuerst immer fragen, hast du einen Mann? Was soll man am zweckmäßigsten antworten?

— Zieh dich ganz aus! Wir werden... Ja? Sie hatte darauf gewartet und folgte meinem Vorschlag gern. Während sie sich auszog, war ich ganz ungeduldig. Der elektrische Strom verlor nicht an Spannung.

Sie spreizte die Beine, ich zog mich aus und legte mich hin. Und als ich ihr Geheimnis mit meinem besten Stück berührte, da fiel der Strom aus. Ich war bestürzt und wurde rot und bekam einen fürchterlichen Schrecken.

Übrigens wüsste ich nicht, wie ich auf diese Frage nach meinem Mann antworten sollte, selbst wenn ich wünschte, ehrlich zu sein. Ohne den Krieg wären Gerd und ich längst verheiratet. Als Gerd aber den Gestellungsbefehl erhielt, war es aus, er wollte nicht mehr.

Kriegswaisen in die Welt setzen, nein, kommt nicht in Frage, ich bin selbst eine, ich weiß Bescheid. Die letzte Post kam vom Westwall. Ich weiß kaum mehr, wie er aussieht.

Nachdem ich so viele warnende Bücher gelesen hatte, dachte ich nun, dass ich für das Geschlechtsleben unwiederbringlich verloren sei. Plötzlich war der Strom wieder da, schlug mich geradezu und sprang von mir auf sie über. Wie oft ich den Fluss des Stromes schaltete, ich weiß es nicht mehr.

Kaum hatten wir unseren Malzkaffee mit Butterschnitten vom Plunderbrot verzehrt, kam auch schon wieder Anatols Mann aufgekreuzt, für die wir eine Art von Restaurant sind, bloß, dass die Gäste ihr Futter mitbringen. Ein guter Typ diesmal dabei, der beste, den ich bisher unter ihnen fand. André Feldwebel von Beruf Schullehrer.

In der Pumpenschlange erzählte eine Frau, wie in ihrem Keller ein Nachbar ihr zugerufen habe, als die Iwans an ihr zerrten, »Nur gehen Sie doch schon mit! Sie gefährden uns ja alle!« Kleine Fußnote zum Untergang des Abendlandes.

Schon kreist wieder Schnaps um den Tisch. Anatol kriegt seinen Gierblick, den ich kenne, und dreht schließlich den ganzen Verein unter ziemlich durchsichtigen Vorwänden hinaus. Nicht einmal einen Schlüssel gibt es für diese Tür. Anatol rückt den Ohrensessel heran.

Ich muss immer an das denken, was ich in der Frühe mit der Witwe am Herdfeuer besprochen habe, mache mich starr wie ein Stück Holz, konzentriere mich mit geschlossenen Augen auf das Nein.

25.06.1945
Das Radio tönt den ganzen Tag. Ungeachtet der Neutralität der USSR im Krieg gegen Japan werden die Waffenlieferungen der Verbündeten fortgesetzt.

Es wird offiziell damit gerechnet, dass die UDSSR in den Krieg gegen Japan eintreten wird und dadurch riesige Kräfte der japanischen Kriegsorden in der Manschurei binden wird.

Zum ersten Mal eine Runde von echtem Diskutieren. Mindestens drei Hochbegabte darunter. Einmal Andrei, der Schullehrer, dann ein Kaukasier mit Nasenhaken und Funkelblick. »Ich bin kein Jude, ich bin ein Georgier«, so führte er sich bei mir ein. Die dritte Intelligenzbestie ist auch ein Neuer.

Ein blutjunger Leutnant, heute Abend erst durch einen Splitter verwundet, mit notdürftig verbundenem Schienbein an einem deutschen Wanderstock humpelnd, der mit allerlei Wanderplaketten aus bekannten Orten im Harz verziert ist. Diskussion über den Kriegsursprung, den sie im Faschismus sehen, in seiner Struktur, die zu Eroberungen drängt. Kopfschüttelnd geben sie zu verstehen, dass nach ihrer Meinung Deutschland keineswegs einen Krieg nötig gehabt hätte.

Es sei doch ein reiches, wohlbestelltes, kultiviertes Land. Auch jetzt noch. Trotz der Zerstörungen.

 
Transkribiert von TurboScribe.ai.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
"BERLIN 45"    
Tagebücher der Anonyma und des Rotarmisten
 
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12.07.1944
Bin jetzt in dem Örtchen Rüdersdorf, nicht weit von unserem Lager. Lasse mir, reine Tresse halber, eine Dauerwelle machen, die sechs Monate halten soll. Zwei Stunden werde ich rundum bearbeitet.

Eine junge, hübsche Deutsche kümmert sich besonders emsig um meine Haare. Mit der sollte ich mich anfreunden und mir an ihrer Seite die Zeit vertreiben.

Hausrecht für einige Hausfreunde, wenn man das so nennen kann, sowie für die von Anatol eingeführten Leute seiner Truppe. Nachtrecht jedoch allein für den Häuptling Anatol.

Für morgen Abend um sieben hat sie mich zu sich eingeladen. Die Bekanntschaft verspricht, interessant zu werden.

Ich bin im Übrigen jetzt wirklich tabu. Wenigstens für heute. Was morgen wird, keiner weiß es. Anatol kreuzte gegen zwölf Uhr nachts wieder auf, von selbst verzog sich daraufhin die Tafelrunde. Nun, Erinnerungslücken. Trank wieder sehr viel, weiß keine Einzelheiten mehr.

13.07.1945
Ich habe gerade den Dienst über die halbe Kompanie übergeben. Die Mannschaften sind nur schwer zu registrieren. Und zwar weniger, weil sie so zahlreich wären, als vielmehr, weil die Leute manchmal ganze Wochen von der Einheit fernbleiben und niemand ihren Aufenthaltsort kennt.

Dienstag, 01.05.1945, nachmittags
Hab darüber nachdenken müssen, wie gut ich es bisher gehabt. Dass mir in meinem Leben die Liebe niemals zur Last und immer zur Lust war.

Bin nie gezwungen worden, hab mich niemals zwingen müssen. So wie es war, war es gut. Es ist nicht das allzu viel, was mich jetzt so elend gemacht hat.

Es ist der missbrauchte, wieder seinen Willen genommene Körper, der mit Schmerzen antwortet.

18.07.1945
Im Vergleich zu früheren Jahren bin ich entschlossener geworden, habe meine Zaghaftigkeit vergessen und meine Schüchternheit verloren. Zudem haben die Mädchen ihren Stolz und ihren Hochmut aufgegeben, da der Preis der Männer und der Bedarf an ihnen während des Krieges gestiegen sind.

Ich bin nicht hässlich und kann auf die Liebe, die Wertschätzung und nicht zuletzt die so heiß ersehnte Zärtlichkeit vieler hübscher Mädchen hoffen.

Mittwoch, 02.05.1945, mit Dienstagrest
Ja, die Mädel sind allmählich verknappte Ware. Man kennt jetzt die Zeiten und Stunden, in denen die Männer auf die Weibsjagd gehen.

Sperrt die Mädel ein, steckt sie auf die Hängeböden, packt sie in den gut gesicherten Wohnungen zusammen.

09.08.1945
Heute ist ein Tag der Ereignisse. Das bedeutendste Ereignis war die Nachricht von einem neuen Krieg. Von der Eröffnung des fernöstlichen Kriegsschauplatzes zwischen der Sowjetunion und Japan.

Wir verziehen uns nach nebenan, an Herrn Paulis Bett, und finden dort Russenbesuch. Der düstere Leutnant an seinem plattengeschmückten Wanderstock und noch einer, den er anscheinend mitgebracht hat und den er uns auf ebenso gewandte wie beiläufige Art vorstellt. So und so, Major.

Es ist uns verboten, mit den Deutschen zu sprechen, bei ihnen zu übernachten, einzukaufen. Jetzt verbietet man uns das Letzte.

Sich in einer deutschen Stadt aufzuhalten, durch die Straßen zu gehen, die Ruinen anzuschauen. Nicht nur den Soldaten, auch den Offizieren. Das kann doch nicht sein. Was ich will? Freiheit. Die Freiheit zu leben, zu denken, zu arbeiten, das Leben zu genießen.

Zu viert sitzen wir nun um Paulis Bett, die Witwe, ich, der Major und der düster Blonde. Das Reden besorgt der Major. Er und ich mustern einander verstohlen. Tastend wechseln wir die Worte.

Plötzlich springt er auf, bittet ihn doch sagen zu wollen, ob er vielleicht störe. Dann werde er gleich diesen Raum verlassen, aber sofort. Und er tut so, als sei er bereits auf dem Sprung dazu.

Nein, nein, wir wehren ab. Er stört uns nicht. Worauf er wieder Platz nimmt, schweigend weiter qualmt.

Der reine Knigge. Wieder ein völlig neues Muster aus der offenbar unerschöpflichen Mustersammlung, die uns die UDSSR da geschickt hat.

Der deutschsprachige Leser kann auf eine ganze Reihe von Kriegserinnerungen zurückgreifen.

Die bekanntesten sind die Bücher von Grigori Weiß und Wladimir Gall, Politoffiziere. Die beiden Bücher sind in der DDR ediert worden und hatten einen breiten Leserkreis. Es gibt eine sehr bekannte Edition aus dem Jahre 1951.

Grigori Klimow, ein SMAD-Mitarbeiter, der schon 1948 in den Westen gegangen ist, hat dort seine Erlebnisse niedergeschrieben. Berliner Kreml heißt es. Von all denen unterscheidet sich Wladimir Gelfand darin, dass er jünger und politisch auf nicht brisantem Posten stand.

Das macht einen großen Unterschied aus. Er bleibt also mit seinen Erlebnissen in einer recht privaten Welt. So gesehen ist er natürlich der Masse der Rotarmisten, auch der jungen Offiziere, sehr viel näher als die wenigen, die dann in politische Verantwortung gekommen sind.

Als jüngstes hat Aufsehen erregt das Tagebuch bzw. die Aufzeichnungen eines Wehrmachtssoldaten namens Willi Peter Rese. Das ist eine sehr eindringliche Analyse dessen, was mit sensiblen Menschen in einem Krieg passieren kann.

Darüber hinaus scheint sich mir in diesem Buch zu spiegeln der deutsch-sowjetische Krieg überhaupt. Wenn man Gelfand und Rese miteinander vergleicht, so sieht man, Gelfand in seiner Art zu denken und zu schreiben, spiegelt sich wohl auch, dass der russische Krieg aus Gelfands Sicht ein ganz legitimer Krieg, ein Verteidigungskrieg war. Und dazu gibt es ja heute nichts hinzuzufügen.

Und im Falle Rese ist das so, dass er natürlich nicht nur begriffen hat, dass man in den fernen russischen Weiden nicht das deutsche Vaterland verteidigt, dass es sich hier also um einen Aggressionskrieg handelt, um einen illegitimen Krieg, aus dem es vielleicht für ihn kein Entrinnen gibt.

14.08.1945

In Deutschland herrscht jetzt die Zeit des Regens und der Tränen. Die Deutschen jammern über das Essen, über den Dreck, trauern den guten alten Zeiten nach, als es alles noch im Überfluss gegeben hatte.

Diese Begegnung mit der deutschen Natur ist für mich sehr unangenehm. Sie ist so grau und abweisend, ganz wie eine Stiefmutter.

Schweigen! Die Witwe sieht mich mit achselzuckender Frage an. Dann wieder der Leutnant. Tonlos, gleichmütig. Ist der Major Ihnen angenehm? Können Sie ihn lieben? Lieben? Verdammtes Wort! Ich kann es nicht mehr hören. Bin so erschrocken und ernüchtert, dass ich nicht weiß, was sagen, was tun.  Ich stehe auf und sage, nein, ich verstehe nicht.

Der Leutnant humpelt an seinem Stock hinter mir her durch das Zimmer.

Halblaut murmle ich zu dem Leutnant hin. Und Anatol? Was ist mit Anatol? Was, Anatol? Ruft er grob und laut. Wieso Anatol? Der ist ja längst weit weg.

Der ist zum Stab versetzt.

17.08.1945

Gerade ertönten zwei laute Detonationen aus Richtung Hennigsdorf. Zwei graue Rauchwolken waren über den Häusern zu sehen.

Der Feind schweigt nicht, gibt nicht nach, fügt uns auf Schritt und Tritt Schaden zu. Es gibt keinen Tag, an dem nicht irgendwo irgendwas explodierte und die Erde dort, wo es geschah, vom Donner bebte.

Ich stehe in der Küche, die Kerze in der Hand. Neben mir steht schweigend der Major. Höflich fragt er mich, wo das Bad sei. Er nähert sich, schiebt sich ein Sessel ans Bett.

Was will er? Wieder Konversation machen, den Knickel spielen, siehe Kapitel Vergewaltigung? Nicht doch, er will sich bekannt machen. Springt unvermittelt auf, fragt nervös. Bin ich Ihnen unangenehm? Verabscheuen Sie mich? Sagen Sie es offen.

Vorgestern beschloss ich, zum zweiten Mal in dieser Woche jene Stadt zu besuchen, über die ich hoch oben auf dem Reichstag geschrieben hatte.

Da stehe ich mit den Kameraden und schaue und spucke auf Germanien. Auf Berlin, das Besiegte, spucke ich.

Nein, nein. Nein, keineswegs, du magst schon recht sein, so wie du bist. Nur kann ich mich nicht so schnell in die Lage finden.

August, 1945

Zeit, der Klauerei ein Ende zu machen. Man billigt diese Leute nicht, man bringt ihnen kein Wohlwollen entgegen, aber man bekämpft sie auch nicht.

Man ignoriert sie, als würde man sie nicht bemerken. Das wirkt sich auf das gesamte Leben in unserer Einheit aus. Es gibt Diebe, Spieler und Zäufer. Das Beispiel macht Schule.

Ich starre ihn an, schon nimmt er meine Hand, drückt sie fest mit seinen beiden Händen und sagt, wobei ihm der Mund zittert und die Augen jämmerlich blicken, Verzeihen Sie mir, ich habe so lange keine Frau mehr gehabt.

Das durfte nicht kommen. Schon lege ich mit meinem Gesicht auf seinen Knien und schluchze und heule, und heule mir einmal den ganzen Jammer von der Seele.

Ich spüre, wie er mein Haar streichelt.

 

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06.10.1945

Berlin, Hotel Gerüchte ranken sich um meinen Namen. Leutnant R. gibt sich in dieser Hinsicht mehr Mühe als alle anderen.

Um eines Bonmots Willen verbreitete er bei einer seiner Vorlesungen, Gelfand, dem die Deutschen die eigene Familie umgebracht haben, lässt sich jetzt mit deutschen Mädchen fotografieren, bewahrt ihre Fotos bei sich auf und amüsiert sich mit ihnen.

Anfangs, als ich noch nicht so bekannt war wie ein bunter Hund, haben unsere russischen Gäste mich oft nach meinem Alter gefragt. Sagte ich dann, ich sei bereits vor einiger Zeit dreißig geworden, so gab es ein Grinsen und die Antwort, Hihi, die macht sich älter, die Schlaue. Meinem Ausweis, den ich nun zückte, mussten sie freilich glauben.

Die kennen sich mit uns nicht aus. Sie sind ihre vielgebärenden, früh verbrauchten Russinnen gewöhnt, lesen uns die Jahre nicht vom Körper ab.

16.10.1945

Berlin Vor mir der nahezu vollkommene Anblick einer Prostituierten.

Sie hat ihre Augenbrauen nachgezogen, dick Lippenstift aufgetragen und riecht nach Mode, allen möglichen Cremes und nach Kölnisch Wasser. Sie ist nicht ohne Schönheit, doch die Hand eines hässlichen Gemeinmalers hat ihr all ihre Frische und Anziehungskraft genommen. Sie hat einen zarten Körper, große Brüste, aber hängend, mit festen Brustwarzen, über die man sich mit Vergnügen hermacht.

Donnerstag, 03.05.1945, mit Rest von Mittwoch

Es lässt sich keinesfalls behaupten, dass der Major mich vergewaltigt. Ich glaube, dass ein einziges kaltes Wort von mir genügt und er geht und kommt nicht mehr.

Also bin ich ihm freiwillig zu diensten. Tue ich es aus Sympathie? Aus Liebebedürfnis? Da sei Gott vor. Tue ich es für Speck, Butter, Zucker, Kerzen, Büchsenfleisch? Ein wenig bestimmt.

Es hat mich bedrückt, an den Vorräten der Witwe mitzehren zu müssen. Ich freue mich, dass ich ihr nun durch die Hände des Majors auch etwas geben kann. Ich fühle mich freier so, esse mit besserem Gewissen.

Andererseits mag ich den Major, mag ihn umso mehr als Menschen, je weniger er als Mann von mir will. Und viel wird er nicht wollen, das spüre ich.

22.10.1945

Die Fahrt dauerte lang. Im Zug war es dunkel und brechend voll. Die Berliner Vorortbürger schwatzen über Speck, Fett und Schokolade. Dann kam sie auf Politik zu sprechen.

Eine Frau schrie, Du hast schon russische Angewohnheiten angenommen! Diese Worte trafen mich direkt ins Herz. Und ich beschloss, das nicht auf sich beruhen zu lassen.

Auch die jüngste von Portiers hat es inzwischen erwischt. Die Mutter erzählte es mir an der Pumpe. Es geht ihr soweit gut, meinte die Mutter, selber ganz verwundert darüber.

Kurzerhand wandte ich mich an alle Passagiere und fragte, Sind denn die Russen wirklich so schlecht? Und ihre Gewohnheiten schlechter als eure? Sofort gingen alle auf die Frau los, die die unvorsichtige Bemerkung hatte fallen lassen.

Bei den einen war es nichts als Heuchelei, andere taten es aus Angst vor mir. Nur eine Alte lächelte mir schmeichlerisch zu, schaute mir liebedienerisch ins Gesicht und sagte leise, „Bei mir, Herr Leutnant, haben aber vorgestern Ihre Kameraden die Wohnung geplündert.“ und tauchte in der Menge unter.

Ich würde nicht sagen, dass es zu den Zeiten, zu Ende des Krieges, eine Ebenbürtigkeit zwischen den Geschlechtern gab, aber es gab unglaublich viele Lasten oder Herausforderungen für die Frauen.

Und die hatten ja Stellungen in der Industrie, in der Wirtschaft, die hatten in dem Wiederaufbau unheimlich viel zu tun. Und die Männer kamen aus dem Krieg zurück als Versager, als Verlierer. Und die Frauen, die zum Teil ja mit ihren Männern dann auch, die eben nicht im Krieg waren, das Kriegsende erlebt hatten, hatten auch feststellen müssen, dass diese Männer sie in keinster Weise schützen konnten und zum Teil auch gar nicht wollten.

1959 haben wir natürlich ein Umfeld, in dem sich der Staat gefestigt hat, in der die zentralen Strohlen alle wieder von Männern besetzt sind. Und sie selbst beschreibt ja auch, wie die Männer auf diese Berichte reagieren. Die wollen das nicht hören.

Ihr Gerd gefriert, als sie das erzählt, während die Frauen sich mit Humor drüber weghelfen und davon erzählen, fangen die Männer an abzuhauen. Die wollen das nicht wissen. Und ich glaube, das ist schon ein großer Unterschied zwischen 1945, 1946 und 1959. Und da fällt das in die falsche Zeit.

Der Anonyme sagt es einmal so, man muss nach einem besseren Wortausschau halten, das auch bei schlechtem Wetter standhält. Also das Wort männlich hat einfach eine andere Bedeutung gehabt.

Das war keine Ebenbürtigkeit, sondern das war einfach ein Moment, in dem man über alles hätte neu nachdenken können. Aber das war keine Zeit zum Nachdenken. Das war eine Zeit zum Überleben, wo alle nichts anderes wollten, als möglichst schnell zur alten Ordnung zurückzukehren.

Halb zwölf, nachts.

Gestern habe ich mir eine Vorführung deutscher Künstler im hiesigen Schauspielhaus angesehen. Der Stil der Theaterkunst von heute zeichnet sich vor allem durch Vulgarität aus.

Besonders charakteristisch war in diesem Zusammenhang die Nummer „Eine Frau wäscht sich“, in der der Regisseur nicht nur alle Teile des weiblichen Körpers darstellen ließ, sondern so weit ging, dass unter dem unbeschreiblichen Applaus des Publikums die Wölbung weiblicher Brüste in die Luft gezeichnet und sich mit einem Handtuch einige Male zwischen den Beinen hin und her gefahren wurde, um zu zeigen, wie eine Frau sich ihr Geschlechtsorgan abtrocknet.

Samstag, 5. Mai 1945

Der Buchhändler, ein Bayer, ein kleiner, stämmiger Knorr, hat wirklich und wahrhaftig einen Russen angebrüllt. Dies geschah, als ein Ivan die wasserschleppende Buchhändlerin kurz vor der Wohnungstür abfing.

Den Mann lässt die Frau nicht zur Pumpe, er war in der Partei. Die Frau kreischte, ihr Mann kam aus der Wohnung gerannt, ging auf den Ivan los und schrie „Du verfluchter Sauhund! Du Schwanz!“

Und die Saga meldet weiter, wie der Russe klein wurde, wie er einschrumpfte, wie er kniff. Es geht also doch. Der Bursche hat mit seiner Tier- und Barbarenwitterung gespürt, dass der Ehemann rot sah, dass ihm in der Sekunde alles, aber auch alles gleich war, und hat ihm die Beute gelassen.

14.11.1945, 1 Uhr nachts

Auf der Rückfahrt von Berlin nach Felden fragte mich im Zug ein mir gegenübersitzender Deutscher, ganz unvermittelt und ernsthaft, „Wird Deutschland wieder groß und stark werden?“ Schlussfolgerung spare ich mir. Denn die Frage an sich ist so zynisch, dass eine Antwort oder ein Kommentar nichts bringt.

„Von Urlaub wissen die wenigsten Russen was, das habe ich schon herausbekommen. Fast alle sind sie seit Kriegsbeginn, seit beinahe vier Jahren also, von ihren Familien getrennt. Frau Lehmann meint verständnisvoll, ja, das entschuldigt so manches.“

Zwischen 6.12. und 20.12.1945,

Kremmen Die Mutter freute sich über die Lebensmittel, wie ich es auch am Vortag erwartet hatte.

Aber mit ihrem Verhalten und ihrer Habsucht raubte sie mir die letzte Geduld und vergiftete meine Gefühle derart, dass sogar meine Zuneigung für das Mädchen halb erlosch. Ich gab ihr ein kleines Glas mit Fett und schlug vor, Bratkartoffeln zu machen und dann mit ihnen zu Abend zu essen. In der Pfanne schwamm bereits irgendeine Flüssigkeit und ich ging hin und schnitt mit dem Messer ein Stück von dem Fett ab, das ich mitgebracht hatte, und wollte es schon in die Pfanne geben.

Da fuhr die Alte zusammen, stieß ein Schrei aus, stürzte auf mich, schrie wie besessen und wollte es mir wegnehmen.

„Was ist los?“ fragte ich verwundert. „Warum?“ Sie erklärte, das sei für sie, für morgen und die anderen Tage, und heute müsse ich ihre Brühe essen.

„Das passte mir nicht. Ich wusste, dass anständige Leute so etwas nicht tun, und meine Empörung war grenzenlos.“

Schon habe ich die erste große Reise hinter mir. Es kam ganz überraschend. Ich hockte auf der Fensterbank, obwohl man auf der Straße nur selten einen Menschen sieht, außer Westpolen und Russen. Da, ein Russe kommt herangeradelt, fällt vor unserer Tür der Major. „Ich?“ So gleich treppabgerannt.

Ein blitzblankes, neues, deutsches Herrenrad. Ich bitte und bettele, darf ich ein Stück fahren, bloß fünf Minuten, der Major steht am Bordstein und wiegt das Haupt. Er weiß nicht recht, befürchtet, dass mir das Rad unterwegs gestohlen werden könnte.

Schließlich bekam ich ihn herum. Ich trete die Pedale so schnell ich kann. Ich sause, weil es mich glücklich macht nach all der elenden Sesshaftigkeit. Vorüber an schwarzverbrannten Ruinen.

Je weiter ich südwärts fahre, desto mehr weicht der Krieg zurück. Hier sieht man bereits Deutsche in Gruppen beisammenstehen und schwatzen. An unserer Ecke wagen die Menschen das noch nicht. Sogar Kinder sieht man. Hohlwangig und eigentümlich lautlos.

23.12.1945

Zum ersten Mal erkannte ich das Weib nach dem Krieg in Berlin. Und auch nur deshalb, weil sich eine selbst dafür angeboten hatte. Seitdem habe ich fünf auf meinem Konto.

Von denen drei auf Berlin entfallen und zwei auf Felden. Dabei ist eine von diesen fünfen die Prostituierte vom Alexanderplatz. Die nächste die mit dem Tripper.

Erstaunlich, dass ich mich nicht angesteckt habe. Die dritte war widerlich. Die vierte hatte eine enge Spalte, an der ich mir mein Instrument wundrieb und anschließend mit gespreizten Beinen herumlaufen musste.

Nur ein einziges Erlebnis mit einer Frau hat sich mir eingeprägt und war nach meinem Geschmack.

   

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Dienstag, 8. Mai 1945, mit Montagsrest.

Weg. Alle weg. Wir können es kaum fassen. Blicken unwillkürlich Straßen aufwärts, als müssten von dort her Lastwagen mit neuen Truppen anrollen.

Aber nichts. Nur Stille. Seltsame Stille. Keine Gäule mehr, kein Pferdewiehern, kein Hahn. Bloß Pferdemist. Und den fegt Portiers Jüngste soeben aus dem Hausflur.

Ich sehe mir die Sechzehnjährige an, die einzige bisher, von der ich weiß, dass ihre Jungfräulichkeit an Russen verlor. Sie hat dasselbe dumme, selbstzufriedene Gesicht wie immer. Ich versuche mir vorzustellen, wie es wäre, wenn mir dies Erleben zum ersten Mal auf solche Art zuteil geworden wäre.

Ich muss den Gedanken abbremsen. Sowas ist nicht vorstellbar. Eines ist klar. Wäre an dem Mädel irgendwann in Friedenszeiten durch einen herumstreuenden Kerl die Notzucht verübt worden, wäre hinterher das übliche Friedensbrimborium von Anzeige, Protokoll, Vernehmung, ja von Verhaftung und Gegenüberstellung, Zeitungsbericht und Nachbarngetue gewesen. Das Mädel hätte anders reagiert, hätte einen anderen Schock davongetragen. Hier aber handelt es sich um ein Kollektiverlebnis, vorausgewusst, viele Male vorausbefürchtet, um etwas, das den Frauen links und rechts und nebenan zustieß, das gewissermaßen dazugehörte.

Diese kollektive Massenform der Vergewaltigung wird auch kollektiv überwunden werden. Jede hilft jeder, indem sie darüber spricht, sich Luft macht, der anderen Gelegenheit gibt, sich Luft zu machen, das Erlittene auszuspeien, was natürlich nicht ausschließt, dass feinere Organismen als diese abgebrühte Berliner Göre daran zerbrechen oder doch auf Lebenszeit einen Knacks davontragen.

Zwischen 15. und 20.04.1946

Bahnhof Treptow.

Die Deutschen werden frech, sie bringen keinen Respekt mehr, sie fürchten sich nicht mehr davor, kleine Gemeinheiten zu begehen, uns zu belästigen, sind ekelhaft aufdringlich, schnorren und fühlen sich im Allgemeinen als gute "Kameraden", mit denen man vertraut sein kann. Wir haben hier zwei Verhaltensstrategien: eine offizielle - korrekte, menschliche, aber feste - die einer Besatzungsmacht entspricht. Unsere Leute folgen dieser Strategie nicht immer und nicht überall. Die zweite Strategie basiert auf den ungeschriebenen Gesetzen der Entwicklung von uns allen und jedes einzelnen von uns. Manche sind diszipliniert und kultiviert, aber wütend auf die Deutschen, weil sie deren Grausamkeit erlebt haben. Einige meiden sie und betonen bei Gelegenheit ihre Verachtung für sie. Einige aus dieser Gruppe weigern sich absichtlich, Deutsch zu lernen.

All diese Unterschiede in der Entwicklung und im Verhalten der Rotarmisten gegenüber der einheimischen Bevölkerung führen dazu, dass man uns für gutherzige und einfache und zugleich grobe und sogar wilde Menschen hält; nicht selten werden wir verspottet, obwohl wir die Herren und Sieger sind. Aber dieses Thema verdient eine tiefergehende Analyse und Erörterung und nicht so eine oberflächliche wie jetzt hier unterwegs im Zug. 

Viele der Letzteren lernen bewusst kein Deutsch. Andere wiederum sind bemüht, die Sprache der Deutschen, ihre Sitten und Lebensumstände kennenzulernen und versuchen, ihre Kenntnisse so weit wie möglich zu erweitern, haben Umgang mit Deutschen und unterhalten sich viel mit ihnen, streiten sogar mit ihnen über alle möglichen Fragen des Lebens. Diese fügen unserer Politik auf deutschem Boden keinen Schaden zu.

Dann gibt es aber noch eine andere Kategorie. Die Säufer, Diebe, Raufbolde und Psychopathen. Diese sorgen nur für Radau und untergraben unsere Autorität.

Die dritte Kategorie, das sind die Ganzliberalen, die durch die Hitlerleute kein Leid erfahren mussten. Unter denen sind solche, die sich hier verlieben, sich vergnügen und sich gar verbeugen. 

Wie es denn sein konnte, dass nach diesem furchtbaren Krieg die Angehörigen der Roten Armee, ob sie nun in politischer Verantwortung waren oder nicht, so vergleichsweise schnell vom Hass wieder abließen. Hass als die tragende Gemütslage, als das Motiv während der ersten Begegnung mit den Deutschen. Das ist unumstritten.

Auf der anderen Seite, und das ist nicht nur im Gelfand-Text so, sondern auch bei anderen Texten aus der Zeit nach Abschluss des Krieges, tritt ein, vergleichsweise schnelles, Abklingen dieses Hasses ein. Und gerade in Deutschland muss sich der aufmerksame Leser fragen, wie kann denn das passieren. Aus meiner Sicht sagen sehr viele Quellen, dass schon recht bald ein zumindest neutrales deutsches Bild um sich griff.

Ich denke, es hat damit zu tun, dass das Feindbild, das die sowjetischen Soldaten mit sich nahmen, als sie deutsches Territorium eroberten, tatsächlich kein rassistisches war. Das ist ein Bild von einem grausamen Tier, von einer bösen Bestie, die verführt worden ist durch böse Ideen. Aber hinter diesem Feindbild scheint sich sehr schnell doch wieder auch ein Menschenbild entwickeln zu können.

Oder anders gesagt, das Menschenbild war möglicherweise niemals so sehr infrage gestellt, hinter diesem Feindbild, dass es nicht schnell wieder rekapituliert und aufgebaut werden konnte. Also das wird auch schon bei Gelfand, der Krieg ist noch gar nicht zu Ende, in den Frauen, denen er begegnet, nicht die Frau des Feindes, sondern eine Frau gesehen. Das ist eigentlich erstaunlich.

Mit dieser Frage hat sich eigentlich noch niemand so recht befasst. Das deutsche Bild vom Feind, vom jüdisch-bolschewistischen Untier, dieses Bild war noch sehr, sehr lange, auch unter diesen friedlichen Verhältnissen, belastet mit dieser Arroganz, mit diesem Rassismus des arischen, besseren Menschen gegenüber dem möglicherweise freundlichen und auch hilfsbereiten, aber immerhin doch nur zweitrangigen oder drittrangigen Menschen, Russen, Ukrainer, von Juden ganz abgesehen.
 
 
 
 
   
    
 
 Transkribiert von TurboScribe.ai.

© SWR 2005










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“BERLIN 45”
 
Works by the anonymous diarist and the Red Army soldier

Production: SWR 2005, approximately 90 minutes.
Director: Ulrich Lampen
Voices: Christiane von Poelnitz; Paul Herwig as the anonymous diarist; Vladimir Gelfand
Music: Michael Riessler
Katharina Döbler — publicist and critic
Elke Scherstjanoi — historian and researcher at the Institute of Contemporary History, Munich–Berlin
Wolfgang Hörner — head of Eichborn Verlag, Berlin
Wolfram Wette — professor of modern history at the University of Freiburg
 

Also participating in the production: sound, Daniel Sander; assistant director, Marc Günzler; music, Michael Riessler; direction, Ulrich Lampen; dramaturgy, Friederike Roth; editing, Waltraud Gruber.

May 1945: Berlin is defeated; the war is drawing to a close. Two people keep diaries describing events shortly before, during and after the capitulation. Red Army soldier Vladimir Gelfand, entering Berlin with one of the first divisions advancing from the east, records his impressions, while the anonymous woman on the side of the defeated lives through the end of the war in cellars and various apartments. Their complementary accounts, repeatedly overtaken by events, nevertheless survive as fragments of that time. Why have these texts, written almost sixty years ago, aroused such intense public interest only now? In the age of the eyewitness, this radio production seeks an explanation through the voices of people connected with the creation and transmission of these texts.

“BERLIN 45”

Diaries of the Anonymous Woman and the Red Army Soldier

SWR-2 · Radio ART · CD I · Südwestrundfunk

Vladimir Gelfand was a Ukrainian Jew who grew up in the industrial region around Dnipropetrovsk. He was interested in literature and read a great deal.

The anonymous diarist was a woman whose name was not officially made public. She had worked as a journalist before the war and experienced the final weeks in Berlin as a witness with her body, her mind and all her powers of observation. She wrote down what happened to her.

For a long time after her book first appeared in German in 1959, she did not want it to be republished. Only after her death could it appear again in print.

We therefore followed the author’s wishes and did not name her.

Vladimir Gelfand was then a lieutenant in the Red Army. He had completed officer training. He was a highly sensitive and politically active man. He took an active part in the political life of his unit, wrote leaflets and contributed articles to wall newspapers.

13 January 1945

“We are right in the middle of it all, as they say. There is literally no escape from the enemy.”

Friday, 20 April 1945, 4 p.m.

“Yes, the war is rolling toward Berlin. You breathe the noise of the guns.”

14 January 1945, 4:50 a.m.

“It is hell: shells thunder, howl, whistle and bark all around. And you sit there between life and death.”

At about three o’clock a newspaper vendor came to us. Two dozen people were already waiting for him. As I went on, the first thing I read was the Wehrmacht communiqué. New place names: Müncheberg, Seelow, Buchholz. They sound damnably distinctive — and close.

They brought us breakfast. Plenty of it. It is hot, but not tasty. Wheat or pearl-barley soup. I am so sick of this barley that I do not even want to mention it.

Now that everything is gone and I have only a small suitcase of clothes left, I feel naked and light. Because I have nothing more, everything belongs to me — for example this stranger’s attic apartment.

The German is a complete fool and keeps firing. Let him fire. Our scouts will locate his position by the flashes, and then nothing will remain of it.

I cannot find any peace up here. I keep pacing through the three rooms. Methodically I searched every cupboard and drawer for anything useful — food, drink, fuel. Unfortunately, I found almost nothing.

18 January 1945

Fourth or fifth day on the road. The road toward the attack.

Two hours later. The gas burns with a dying flame. The potatoes have been on the stove for hours. I swallowed one of them half raw.

19 January 1945

Belyov. A great deal of booty is scattered here. Fires are burning everywhere. The Germans tried to destroy everything of value, but seldom succeeded.

I exchanged the blue milk coupons from Bolle that Gerhard had sent me for Christmas. It was at the last moment. The shop assistant was already pouring milk from a tilted can and said that no more milk was now coming into Berlin. That means death for the children.

I managed to obtain the most essential thing: paper. Now I have something to write on.

At the baker’s this morning people were talking: when they come, they will take all the food out of the houses. They will leave us nothing.

The company commander is a brat. Two of Shchikin’s soldiers fell behind and were missing for several days. Two of mine were gone for a few hours too, but then returned. Yet he immediately threatened me: “I’ll shoot you in the next battle.”

“Sixty-year-old Kreisin raped. A nun raped twenty-four times.” Who counts? These are headlines. Are they supposed to spur the men of Berlin to defend us women? Ridiculous.

21 January 1945

The village of Ruschczów, to the right of the road to Kutno. Poles evacuated into the Protectorate lost their farms. The Germans regarded this as their own territory rather than Polish land and settled people of their Aryan race here. So we have already crossed into areas inhabited by Germans.

The radio has not worked for four days.

Once again one notices how dubious are the things technology brings us. In themselves they are worthless. We are returning to earlier centuries now. Cave people.

As early as 1941, when the Germans were still celebrating their victories, a German was publicly shot. The man was probably far-sighted and had openly told his compatriots: “We will not defeat Russia.” He was shot and burned as a traitor.

At about ten o’clock three or four bombs fell in quick succession. At the same time the siren wailed. There is no electricity.

At last, behind a hundredweight iron door with two locks and a rubber seal, is our cellar. Officially it is called an air-raid shelter. We call it the cave, the dungeon, the catacombs of terror, the mass grave. I have been here for almost three months and still feel like a stranger.

Every cellar has its taboos and peculiarities. In this one they have the “wall mania”: everyone sits with their back against the outside wall. As soon as an explosion thunders, the “rag mania” begins as well.

I do not know what good the rag is supposed to do. The soldiers’ behaviour is outrageous. They do not merely steal and take horses; they also manage to search apartments and steal bicycles and other property, pigs, cows and so on.

People who had been friendly to us with all their hearts now meet us with distrust after these raids, sometimes even with hostility.

I look around and write it down: the baker’s wife, two plump red cheeks above a sheepskin collar; the widowed pharmacist, trained as a Samaritan nurse, sometimes laying out cards here on two chairs pushed together; opposite me, wrapped in blankets and sweating with fever, an elderly gentleman, a merchant by profession; beside him his wife, speaking a sharp Hamburg dialect, and their eighteen-year-old daughter, called Stinchen. And I myself, a pale blonde, always wearing the same winter coat that happened to be saved, who worked in publishing until the firm closed last week and released its employees until further notice.

She sits in the battered apartment, has happened to find a notebook — precious, precious paper — and now she writes in these minutes, sometimes for half an hour at a time, then hides in some corner and records what has happened.

Between the first rough diary notes and the later manuscript, she partly reformulated passages from notes and scraps, supplementing what she remembered, material that may not have been present in the diary itself.

There was much dispute over whether these notes were authentic, whether they were really hers. That is not seriously in doubt, because she authorized all the book editions, including the version that differs slightly from the first German edition of 1959. She authorized them all and said: yes, this is my book.

Of Gelfand one can say that he spent only limited periods in direct combat and wrote little during the fighting itself, but wrote during pauses.

There was no formal blanket prohibition on keeping a diary. The difficult part was practical: when could one find the time, where could one find paper, how could the diary be transported, how could so many notebooks be carried while one was in a trench? The degree of immediacy is high: often only a few days separate an event from the entry. Nothing in this diary suggests that he deliberately chose formulations because he expected them to be understood by outsiders. He wrote for himself.

End of January 1945

We live off booty. Vodka is plentiful. In every village, every German settler had, and still has, a distillery of his own.

People drink everything; they drink raw spirit until completely intoxicated. Many burn their insides, but that does not stop them. One soldier poisoned himself with it and died.

There is no light. A kerosene lamp hangs from a beam above our heads. Outside there is a dense roar, growing louder.

The rag mania begins. Everyone wraps the prepared cloth around nose and mouth. A ghastly Turkish harem.

A gallery of half-concealed death masks. Only the eyes are alive. Poznań is still ninety kilometres away.

Young women pay attention to us and greet their liberators enthusiastically.

Saturday, 21 April 1945, 2 a.m.

Bombs. The walls shook. My fingers are still trembling as I write. I am wet as if after hard labour. I write. It helps. It distracts me. And Gerhard must read it if he comes back. If he ever — no. Cross that out. One must not invite disaster.

26 January 1945

It is still dark. Now we are on the march. We shall have to cover fifty kilometres. Today we will be in Germany.

Shortly after three the all-clear sounded. I took off my dress and shoes and fell into the bed that is always left ready. Five hours of deep sleep. The gas is not working.

28 January 1945

Germany. Thirty-eight kilometres from yesterday’s last overnight stop. So in two days we covered ninety kilometres. Germany greeted us inhospitably, with snowfall, strong wind and empty, almost deserted villages. The people here, the Germans, fear the Russians’ anger. They flee and leave all their possessions behind. I have just counted my money: 452 marks.

It seems to me this stuff can only be a souvenir now, like a picture from a sunken age. We reached the border at a very wide, full-flowing river. On the other side there is nothing but woods and hills. Broken terrain. Not far from Berlin.

Germany is burning. And I am glad to be present at this grim spectacle. Death for death, blood for blood. I feel no pity for these misanthropes, these beasts.

Endless rain. I walked along Parkstrasse and collected another packet for my paper pictures. The authorized signatory paid me my final month’s salary and gave me leave. The entire publishing house has vanished.

30 January 1945

They give us no time to rest. We arrived here at five today and had to get up again at seven. I barely had time to eat supper.

Of course, there is no one to be angry with. Every one of our steps has the greatest historical significance. No one forbids us to take things from the Germans and destroy what they stole from us.

I have stocked up on money: 70,000 German marks. Among the German money I even found ten Soviet roubles.

I am very pleased. I bought rolls at the bakery. The shelves still seem full.

There is no sign of panic buying. Then I went to the office. Today my letter is being stamped on the potato ration coupons, numbers 75 to 77. What is the stamping for? Nobody knows. But everyone goes, assuming there must be some purpose behind it.

3 February 1945

Forest on the Oder. I left my diary behind. We are moving toward the river, where very heavy fighting is taking place. I cannot rest.

At night I was busy clearing unnecessary trophy junk out of my pockets. You cannot carry everything with you. The Germans are afraid of us; they are cowardly.

Somehow they all seem stupid and limited, like idols. I had never expected that, judging by what I used to think of them. In the rain, carts crawled toward the town under wet tarpaulins, with soldiers underneath them.

For the first time I saw filthy, grey-bearded types, genuine frontline men, all old. Small horses walked in front of the carts, dark with damp. It no longer looks like a motorized blitzkrieg.

6 or 7 February 1945

Berlin is seventy kilometres away. And the end of the war still seems far off. The Germans are not merely resisting; they are capable of stopping us.

On the way back I slipped into Professor K.’s abandoned garden. Behind the black ruin of the house I picked crocuses and broke off lilac branches. I carried some to Frau Golz. Flowers — beautiful flowers.

16 February 1945

They say there is a Frankfurt on the Oder and another on the Main. But the lice! Incredible how many I have had since coming to Germany. Not in Poland, not in Bessarabia, not at home in Russia did I ever have so many lice. Now there are so many that they inhabit my body like piglets on a German farm.

I burn more strongly and more fiercely than before the bombings. Every new day of life is a triumph.

You have survived it again, you defy it; it is as though you rise higher and stand more firmly on the earth.

On the Oder the ice broke up and swept away the crossing. The wreckage drifted downstream. Communication with the right bank was cut off. And so our dreams and hopes disappeared.

Our wish was to advance soon, take up positions, seize Berlin in one sweep and finally crush Hitler’s hordes. It will be hard to break through again. And God knows which of us will live to see Berlin.

Sunday, 22 April 1945, 1 a.m.

“Do not go up to your fourth floor any more,” the widowed pharmacist warns me, and offers me a place to sleep in her first-floor apartment. I took my place in a queue, stood for two hours in the rain and eventually received 250 grams of groats, 250 grams of oatmeal, two pounds of sugar, 100 grams of coffee substitute and a tin of kohlrabi.

Meat, sausage and coffee beans are still missing. These small new supplies separate us from hunger. They worry me as money worries a rich man. They can be bombed, stolen, eaten by mice or taken by the enemy.

17 February 1945, 1 a.m.

There is plenty of meat here. The animals do not need to be slaughtered; the Germans kill enough of them every day. Our troops do not eat, they feast. And everyone has become so choosy and so disgusted by dirt that one can hardly recognize the soldiers from the beginning of the war. Everything has changed so much since we came to Germany.

There is little shelling today, and although the time has come there have been no air raids so far. A nervous cheerfulness arises. Fräulein Behn calls across the cellar: “Let us be honest. There are probably no virgins among us any more.” She receives no answer.

26 February 1945, 1 a.m.

Alexei Tolstoy has died. What a bitter loss, so close to the end of the war.

For them the eruption of brutality began with the Red Army’s advance into East Prussia. What had happened before that was known to them only partially from the news of the time.

In fact, only a direct report from a soldier home on leave could tell them that village after village had been levelled here, that only stone chimneys remained while everything else was burned, that old people, women and children had been killed. It remains an underexamined subject that far more Soviet civilians were killed than Red Army servicemen. We still do not know enough about this, and people knew even less then.

One must understand that the information available to a Berliner who had never left the city and had not personally taken part in the war was determined mainly by Nazi propaganda and by occasional truthful accounts from soldiers on leave.

Monday, 23 April 1945, 9 a.m.

Desertion suddenly seems natural, even cheerful.

I have to think of Leonidas’s three hundred Spartans, who held their position and died at Thermopylae as the law required. We were taught this at school and told to admire it. Perhaps three hundred German soldiers somewhere may behave in the same way — but three million will not.

The larger and more accidental the crowd, the smaller the chance of heroism fit for schoolbooks. The commander-in-chief’s order says that in the coming days the officer corps must prepare the troops for fighting in a major city.

Ah, I almost forgot. Our division has received the Order of Suvorov, Second Class, and is reportedly being proposed for the Order of the Red Banner and the title of Guards Division. Colonel Antonov will probably be promoted — this hero, although many dislike him for his strictness and peculiarities, perhaps because he is a Gypsy. There are still people with nationalist and chauvinist prejudices.

Around midnight I almost fell from my chair in the cellar with exhaustion and hobbled up the glass-strewn stairs to the first floor, where I slept on the widowed pharmacist’s sofa until six in the morning. I was astonished to learn that a bombing raid had taken place while I slept. I slept straight through it.

1 March 1945

I spent half the day “shussing” watches. The word “shus” has appeared only recently and nobody knows who invented it. Evidently it arrived together with trophy junk, which without what “shus” describes would not be kept but thrown away as useless.

No more orders, no news, nothing. Nobody looks after us. We have suddenly become individuals rather than members of a national community. All the old connections between friends and colleagues are broken if there are more than three houses between them. We are like cave dwellers, a family from ancient times.

The horizon extends a hundred paces.

4 March 1945

Bridgehead on the western bank of the Oder. We crossed the river during the night. It was raining. Until darkness we were fired on by machine guns, artillery, aircraft and finally tanks.

At night a cart brought my luggage, which contained the diaries. Until dark I wrote my thoughts in the diary.

At the bakery people said that the Russians are now at Weissensee and Rangsdorf. I often used to bathe at Rangsdorf beach. I try saying it aloud: “The Russians in Rangsdorf.” It does not fit together. In the east today the sky is fiery red, endless fires.

13 March 1945

Naval infantry stands opposite us, fielding battalions of four hundred men. A serious opponent. Suddenly there is shouting and commotion at the corner.

A truck was being unloaded at Bolle’s. Barrels of butter were being carried into the building, rancid goods that are supposed to be distributed. A pound per person and, astonishingly, free.

I pushed my way in for a few minutes, heard something about reserves, reinforcements and German tanks arriving from somewhere, then left the butter and did not fight for it. Not today, at least.

Perhaps we shall soon have to learn.

21 March 1945

Neudamm. I was lucky. I had to walk only five kilometres; the rest I rode on a cart. Today I covered thirty kilometres.

In a house I came upon the corpse of an ugly old woman and shuddered with horror. She lay like a piece of wood in a torn-up bed. I quickly shut the door, went outside and spat in disgust.

I walked around the house, opened a door at the back and froze. Another corpse, an old German man. I fled from that gloomy house while the wind whistled spitefully behind me, slamming doors and rattling windows.

Feathers swirled in the air and the treetops roared.

Tuesday, 24 April 1945

What a helpless creature a city baby becomes if the artificial mechanism of its milk supply collapses. Even if the mothers still have more or less enough to eat and can breast-feed for the moment, what is inexorably approaching all of us will dry up that source. Fortunately, the youngest child in our cellar is already a year and a half old.

Girls in civilian clothes looked out of a window. I looked more closely and they disappeared. When I came nearer they left the house, proudly crossed the street and hid in the entrance of a large three-storey building. I stopped. Their pretty faces and clothes had attracted my attention.

Are these really German women? I thought.

I had never met beautiful girls.

The east is burning. They say the Russians are already on Braunauer Strasse. Braunau — the very place where Adolf first saw the light of day.

Wednesday, 25 April 1945, daytime

I got up at seven; the day began with trembling walls. Now the battle is tearing its way toward us.

There is no more water, no gas. I waited for a relatively quiet moment and dashed up the four flights of stairs to my attic room. Like an animal creeping back into a surrounded den, I slipped through the rooms, always ready to flee at once, took some bed linen and washing things, and ran down to the first floor to the widow.

We get along well. On days like these, people get to know one another quickly.

4 April 1945

Night, Bärwalde. I am with the division now and still do not understand why I am here. Soon after arriving in Bärwalde I went to the editorial office and showed them my poems. Captain Scherzdorbitov, the editor's assistant, was very kind.

It turned out that he writes too. He liked the poems and asked whether I could copy out several of them for the editorial office.

I have never liked the proverb “Necessity teaches prayer.” It sounds just as ugly as “Necessity teaches begging.” A prayer forced by fear and distress from the lips of people who knew nothing of prayer in better days is pitiful begging. Our language would be right if it made the words for praying and begging sound as closely related as brothers.

12 April 1945

At last in Küstrin. I inspected it today. A large city, but destroyed down to its foundations. Here and there the cellars are intact; only rarely has the ground floor of a huge building survived. An answer to Stalingrad, though a mild one.

In Stalingrad even the cellars had been levelled. The streets are beginning to turn green. Nature—no, nature never stops; it will always delight the human eye with its fresh beauty.

Back in the cellar. Around six in the evening. I had been dozing down here when Henny from the bakery came and reported a direct hit on the drugstore beside the cinema. The proprietor was killed at once. “Oh, please—how did the man get done in?” That is how we speak now. That is how far our language has deteriorated.

We are approaching the threat of degradation even at the level of language. The image Russian soldiers had of the Germans was shaped not only by Stalinist propaganda but, to an even greater degree, by what they themselves saw with their own senses as they moved westward from the lines of Stalingrad, Moscow and Leningrad in 1943, 1944 and 1945 and saw what the Germans had done to Russia. On the whole, Red Army propaganda did not need to incite them very much; their hatred grew out of their own experience.

13 April 1945

Bridgehead beyond the Oder, west of Küstrin. The post has just brought the most tragic and bitter piece of foreign news for me: Roosevelt is dead. How greatly I always valued and respected him. He alone managed to give American policy a sharp and fundamental turn against fascism and reaction.

Thursday, 26 April 1945, 11 a.m.

I am writing with trembling fingers. We are still breathing lime dust.

Thirty minutes ago a shell scored a direct hit on the fourth floor. I came galloping out of my attic room, out of breath. A complete mess of chunks of plaster, splinters and shards of glass.

Farewell, my brief refuge. For the time being you are uninhabitable.

16 April 1945

The enemy is nervous. He must suspect something. By this evening we are supposed to be in Berlin.

So from now on I shall live with the widow. She is very pleased about it.

She is afraid of being alone in the apartment.

18 April 1945

The castle of a German magnate. What splendour! What luxury! The castle is almost completely intact. There is only a small shell hole in one place. It is surrounded on all sides by a pond in which the building is beautifully reflected. It is hard to imagine that a single man lived here and owned all this.

From now on, incidentally, it belongs to us. Now it is all Soviet. And today I feel with joy how magnificent our victory is.

Several hours later, around six in the evening, I was back in the cellar. I had managed to sleep for a while and was fairly drunk after sharing a bottle of Burgundy with the widow. I woke unsteadily, with a bitter taste in my mouth, and at first could not find my bearings in this little world lit by flickering kerosene.

Then I saw people running out and shouting for sacks to be brought.

“Come on, they’re digging up potatoes at the barracks.” “Me?” “With the widow.”

The enemy is just taking a pause; it has been fairly quiet. Fighting is going on not far from here. Everyone wants to get to Berlin as quickly as possible. The supply columns are catching up with the forward units, and reinforcements are joining the columns.

Berlin is not far away now—perhaps forty kilometres, if that.

We push through the crowded passageway, stumble down the slippery steps and find ourselves among foul, rotting potatoes. We pick out the usable ones and fill our buckets. Shooting and noise are all around us again, but nobody cares; a fever of scavenging has seized everyone.

For the record: a scene I saw in the street. A man was pushing a handcart on which a dead woman lay motionless. Grey strands of hair fluttered; she wore a blue kitchen apron. Her thin grey-stockinged legs hung far over the end of the cart.

Hardly anyone looked, any more than they once would have looked at a rubbish cart. This is authentic testimony. It could hardly be more authentic.

No written testimony can be more immediate than this. Only a spoken word uttered directly after an event could be more immediate. I do not think there should be any debate about its authenticity, at least not on that point.

What can be debated is the significance of such a report, of such a life story. What does one person's testimony tell us? Can one such picture say something fundamental about the behaviour of Red Army soldiers during the war? There are certainly formulations in it that are authentic and that she wrote down in precisely that way at the time. For example, there are passages where, with a certain malicious satisfaction, she notes that the woman who made liqueur or the baker's wife—women who always had something to barter in hard times, always had food and were therefore the fattest women around—were also among the first whom the soldiers wanted to rape.

She records this with a certain spitefulness, and it is exactly the sort of thing one might have deleted later if one had wanted to present oneself in a better light. She did not.

But of course the text has rhythm and flow. It certainly did not exist in exactly this form at the time. I do not really understand the dispute about that either. I think the process was the point.

Someone said: this is not an ordinary text, it is a historical document. A historical document, they argued, should be presented in the raw skeletal form in which it was created. But of course that was never what she wanted; she wanted to make a book out of it, a book people would read.

I do not think the bare diary notes would have had the same effect, especially since even this book provoked negative reactions.

I also think the book's strength lies in the way she describes what she experienced. I am very glad that she expanded the diary notes somewhat.

25 April 1945, Berlin, the Spree

The infantry crossed the Spree during the nights of yesterday and the day before and is fighting by the railway embankment. We at divisional headquarters, meanwhile, have taken up positions on one of the riverside streets in a Berlin suburb, in large, half-destroyed apartment buildings. We have now come out and are waiting on the bank of the Spree. We are going to cross.

Friday, 27 April 1945

A day of catastrophe, a wild maelstrom—written down on Saturday morning.

It all began with silence, with a night that was far too quiet.

Around midnight Fräulein Behn reported that the enemy had broken through as far as the allotment gardens and that the German line was already in front of us. Today, for the first time in the cellar, I admitted that I knew a little Russian and that among the many countries I had visited in my youth had also been European Russia.

Between 25 and 27 April 1945

Events follow one another so quickly that the mind can scarcely grasp them.

The day before yesterday I was riding a bicycle in one of Berlin's suburbs. Incidentally, I had learned to ride this wonderful machine only the previous day. I came upon a group of German women carrying bundles, packages and suitcases. The residents are coming back, I thought. I rode two circles along the street and tried to look at them more closely.

Suddenly they all rushed toward me and began talking to me in tears. I had to find out what was troubling them. In broken German I asked where they lived and why they had left their homes.

They told me in horror of the suffering inflicted on them by the assault troops on the first night the Red Army entered.

I slept until five in the morning, then heard someone moving about in the hallway. It was the bookseller; she had come in from the street, took me by the hand and whispered.

“They are here!” Who? The Russians? I could barely open my eyes. Yes, they had just broken through the window into Meyer's shop, where liquor was sold. I listened at the shattered back door, which could no longer be closed.

Everything was quiet; the kitchen was empty. I crouched and crept toward the window. The street, bright in the morning light, was under fire. Dozens of savage “Bostons” thundered overhead, accompanied by our fighters. They were flying toward the centre of Berlin. Around the corner came a Russian anti-aircraft gun: four iron giraffes with menacing, high necks.

Two men walked along the street—broad backs, leather jackets, high leather boots. Through the broken kitchen windows came the smell of petrol.

“When our soldiers arrived, everyone was driven into the cellar. They took away the youngest of the grown women, probably the prettiest, and raped her. ‘They poked me here,’ the pretty German woman said, adjusting her skirt. ‘All night, and there were so many of them. I was a virgin.’” She sighed and began to cry.

“In our courtyard a young fellow is cleaning a motorcycle, an almost new German Zündapp. He holds out a rag to me and gestures that I should carry on cleaning it. When I tell him in Russian that I have no desire to do that, and even laugh, he stares at me in surprise and then laughs back.

I feel some of my fear ebbing away. After all, the Russians are simply men too—men who can be dealt with through feminine tricks and stratagems, stalled, distracted, evaded.

‘They raped my daughter before my eyes,’ the poor mother breaks in.

‘And they may come back and rape my girl again.’ ‘Stay here,’ the girl suddenly begs me. ‘You will sleep with me. You may do anything you want with me, but only you. I am ready for anything you want. Just save me from all those men.’

I sense something alien and elusive in the air, something evil and threatening. Some of the men look past me awkwardly and exchange glances.

One of them strikes up a conversation and wants to lead me aside into the courtyard. He points to two watches on his hairy forearm and indicates that he will give me one if I go with him. I retreat into the cellar corridor, make my way across the inner courtyard and think I have shaken him off—then suddenly he is beside me and comes into our cellar. He staggers from beam to beam, shining his torch over the faces of the roughly forty people there, stopping the beam on the women's faces.

She showed everything and spoke about everything, not because she was vulgar. Her grief and suffering were stronger than her shame and modesty.

By then she was ready to strip completely in front of people if only her tormented body would not be touched—a body that might otherwise have remained untouched for many years.

Now the beam stopped on the eighteen-year-old, our Snow White with her snow-white head.

The Russian pointed at the girl and asked menacingly in German, “How old?” I hurriedly answered in Russian: “She is a student, eighteen years old.” A conversation between him and me followed, a rapid exchange of questions and answers that is pointless to record because it was pointless in itself. It was about love—real love, passionate love—about his loving me, whether I loved him, whether we wanted to love each other. “Perhaps,” I said, edging gradually toward the door.

28 April 1945

Berlin's streets are noisy and lively. All Germans are wearing white armbands. They are no longer afraid of us and walk wherever the streets are passable.

Now we are outside in the dim corridor. I walk backward; he does not know the maze and follows me. I whisper: “There, there—very good, no people.” Three more steps, two steps down, and we are out in the street under the bright midday sun.

8 May 1945

While we have been here, additional army uniforms have arrived. The men were given fresh clothes, could wash in the bathhouse and acquired a new, clean, festive appearance. The former frontline soldiers have changed beyond recognition and can now astonish the Germans with their conduct, cleanliness, vigour and joy in life.

In the cellar, by the flicker of a candle, I recognize the baker woman's cold face and trembling mouth. Three Russian soldiers are standing beside her. One pulls her by the arm when she tries to rise; another pushes her back into the chair. It is as though she were not a person but a doll, an object.

10 May 1945

Yesterday morning an unforgettable event occurred. The Germans agreed to complete and unconditional surrender. The newspapers reported it briefly but solemnly.

I go out into the street, which in the evening is now calm and peaceful. The shelling and red glow are far away. I meet the officer who had just dealt with the liqueur-maker's case and address him in my politest Russian, asking for help. He understands and pulls a sour face. Hesitantly and reluctantly, he follows me.

11 May 1945

A few days ago, near the mess, I met two pretty German girls. We started talking. They said I looked like an Italian, remarked on my very black hair, paid me compliments, and I did not miss the chance to make a note of it.

For some reason the word “compliment” delighted them.

The cellar is still silent and rigid with tension. Of the three men who had been by the baker woman, one has already gone; the other two are still there arguing. The officer joins the discussion without using a commanding tone, speaking to them as equals. Several times I hear the phrase “Stalin's order.”

One of the two soldiers objects, his face distorted with anger. What? And how did the Germans treat our women? The officer talks calmly to him for a while, slowly moving toward the cellar exit, and soon both men are outside. Hoarsely, the baker woman asks, “Have they gone?” I nod, but to be safe I go back out into the dark corridor.

The conversation lasted quite a long time. I was already late for supper, so I said goodbye to the girls. But I ate without appetite; they were very beautiful and had enchanted me with their beauty and tenderness.

So they caught me after all. Those two had been waiting here for me. I scream and scream. The cellar door thuds shut behind me. One drags me farther down the corridor by the wrists. Then the other grabs me too, clamping a hand around my throat so that I cannot scream—and, afraid of being strangled, no longer want to. Both of them drag me. I am already on the floor and feel the damp cold of the tiles against my back.

21 May 1945

Even if I have drunk my fill—it is two in the morning—what of it? The poems will not come, love will not come, and the heart finds no consolation in the commonplace or in prostitution. I am drunk now, my head is heavy, but sober thoughts will not leave me.

I crawled up the stairs, gathered my things and pressed myself against the wall on the way toward the cellar door. The people in the cellar stared at me. Only now do I notice what I look like: my stockings hanging down to my shoes, my hair dishevelled, scraps of garters still in my hand.

I shout: “You swine! I have been raped twice, and you shut the door and leave me lying there like a piece of dirt!” Then I turn to go.

28 May 1945

For some reason my feelings toward my diary have become strained. Lately I have confided in it only rarely, even though an extraordinary amount is happening in my life. Girls have become interested in me again, and I am even more interested in them.

The widow is sitting on the edge of my bed, just taking off her shoes, when suddenly there is noise and commotion at the wretched back door and its makeshift barricade. Footsteps, many rough voices. We look at each other. One, two, three, four men—all heavily armed, submachine guns at their hips.

What am I to do? I quietly slip out of bed and listen toward the kitchen, where they seem to be drinking, then creep through the dark corridor. Just as I am about to go up the stairs, someone who has approached without a sound seizes me from behind. Enormous arms, the smell of alcohol, my heart pounding wildly. I whisper and plead: “Only one, please, only one—you—but send the others away.” He whispers, promises, and carries me like a bundle in both arms through the corridor.

3 June 1945

Today I am with the regiment. Lately I have had many adventures and seen many new things, but I have become idle and a womanizer. I still dream of love, even with a German woman, if she is intelligent, beautiful, clean and, above all, faithful.

And here I sit at the kitchen table writing, writing, writing, pouring all the chaos out of my head and heart. A strange vision returns to me, something I dreamed this morning when I was unsuccessfully trying to fall asleep after Petker had left. I seemed to be lying on the bed and at the same time watching myself lie there, while a luminous white being, like an angel but without wings, rose from my body and floated straight upward. It cannot be my “self” to which this is happening.

9 June 1944

After one in the morning. Reveille tomorrow at seven. I am back in a mortar company, though in another battalion.

Tuesday, 1 May 1945, 3 p.m.

Looking back on Saturday, Sunday and Monday. Herr Pauli, the widow's lodger and a Volkssturm man sent home, is lying in bed in front of me. He appeared unexpectedly on Saturday afternoon.

Now he is ill, suffering from neuralgia. My hands are trembling, my feet are like ice. What does rape mean? When I first said the word aloud in the cellar on Friday evening, it chilled me to the bone.

Now I can already think the word; I can already write it with a steady, cold hand. I say it aloud so that I can get used to the sound. It sounds like something final and absolute, but it is not.

She was the one who learned the most about what was happening on the other side—among the occupying troops, among the soldiers. And she did not see those soldiers merely as a mass of men in uniform but as individual people. Every man who came close to her, even in that unpleasant, terrible, violent intimacy, she observed very closely and could say something specific about him.

She could develop a feeling for each individual. It was never like the accounts of Ruth Andreas-Friedrich, for example, or others, where everything is generalized into “we are full of hope” or “we are full of fear.” It is always her fear and her horror, and the particular person confronting her, whom she describes.

What strikes me is that she really has a tone reminiscent of Gottfried Benn: an extremely intense and unsparing observation of others and of herself. The two are constantly interwoven. I know of no comparable testimony; in terms of its content it is unique.

Stylistically, it seems to me to carry the scent of the pre-Nazi period. That mattered to me because it is not generalized in the way so many other memoirs are. There are recollections, for example, that always describe how uplifting it was to hear the first concert again.

I never quite believed that. It is like the question I kept asking my parents: what was it really like? Their answers were always rather vague: everything was terrible, the bombing was terrible, the entire Nazi period was terrible. But one could never find out exactly what happened to people who were at the centre of these events.

Eyes shut, teeth clenched, not a sound. Only when the underwear tears with a crack do the teeth grind involuntarily. The last intact things.

10 June 1945

I was already standing on the threshold of fame, greatness and happiness. But that door was unjustly and suddenly slammed in my face after admitting everyone who had walked beside me or even behind me.

Suddenly fingers are at my mouth, the smell of horse and tobacco. I open my eyes. Skilled foreign hands prise my jaws apart. Eye to eye. Then, slowly, he lets the saliva collected in his mouth run into mine. Numbness. Not disgust—only cold.

My spine freezes; an icy dizziness circles the back of my head. I feel myself sliding and falling deep through the cushions and floorboards, sinking into the earth. So that is how it is.

When I got up I was dizzy and nauseated. I said aloud, “Damn it,” and made a decision. Clearly what is needed here is a wolf who will keep the other wolves away from me—an officer, as high-ranking as possible, a commander, a general, whoever I can find.

The radio has now announced a new medal for the capture of Berlin. I probably shall not receive it.

I see a high-ranking officer and speak to him in Russian.

Anatoly, a Ukrainian.

16/17 June 1945

We were ordered to remove property from the Academy of Sciences. I regard this as barbarism.

The officer's stars have little effect on me now. Anatoly is sociable and easy to talk to.

My taboo is beginning to worry me.

24 June 1945

I have been reading medical books about impotence. I shall overcome this shyness of mine.

I drank a lot. Anatoly was beside me. There are gaps in my memory.

I saw a pretty blonde—or perhaps a redhead.

I called her over and invited her in.

“What are we going to do there?”

“Read books.”

“Boring.”

I embraced her and asked whether she would go up to the second floor with me. She agreed.

I am thinking back to Sunday, 29 April.

“Aren't you afraid? Of the Russians?”

“Yes.”

Anatoly eats out of my hand. Pregnancy? Until now I had hardly worried about it.

I somehow believe that physically I can close myself off against pregnancy.

I embrace the girl. There is the smell of a dog, and I become aroused.

Men first ask whether you have a husband. What answer should one give?

“Undress completely.”

She obeys. I am impatient.

At the moment of physical contact my arousal disappears. I am shocked.

I do not know what answer to give about a husband. Gerhard and I would have married if he had not been conscripted.

There were no war orphans then. His last letter came from the Westwall; I can barely remember him now.

My arousal returns, and we have intercourse repeatedly.

Our guest Andre, a sergeant and a teacher, is a good man. Military guests are treated almost as though this were a restaurant.

A woman at the water pump tells me that a neighbour in the cellar said to her: “Go with the Ivans—you are putting us all in danger.”

A footnote to the decline of the West. Vodka is passed around.

Anatoly sends everyone away and pulls up a chair.

I go rigid as wood and keep repeating, “No.”

25 June 1945

On the radio: Soviet neutrality toward Japan, Allied weapons and the international situation.

We have been expecting the Soviet Union to enter the war against Japan. Serious discussions begin among three intellectuals.

Andre is there; a Georgian says, “I am not Jewish”; and there is a third man.

A young wounded lieutenant with a German walking stick discusses fascism and the war. Germany, he says, did not need this war.

The country was rich, orderly and cultured even now.

Transcribed by TurboScribe.ai.

BERLIN 45

Diaries of Anonyma and the Red Army soldier Wladimir Gelfand.

SWR-2, CD II.

12 July 1944

In Rüdersdorf I had a permanent wave done.

A pretty young German woman worked on my hair. I would like to become friends with her and spend time with her.

Some friends, if one can call them that, and men from Anatoly's unit have the right to use the house. The right to spend the night, however, belongs exclusively to Anatoly.

She invited me to her place tomorrow evening at seven. The acquaintance promises to be interesting.

Otherwise I am truly out of reach now—at least for today. Nobody knows what tomorrow will bring. Anatoly appeared again around midnight, and the company dispersed of its own accord. Well, there are gaps in my memory. I drank a lot again and remember no details.

13 July 1945

I have just handed over duty for half the company. It is hard to keep track of the personnel—not because there are so many men, but because people sometimes disappear for weeks and nobody knows where they are.

1 May 1945, afternoon

I thought about how fortunate I had always been until now—that love in my life had never been a burden, always a joy.

I had never been forced, and I had never forced myself. The way it was had been good. It is not very much, really, that makes me so unhappy now.

It is this raped body that answers with pain.

18 July 1945

Compared with earlier years I have become more decisive; I have forgotten my timidity and lost my shyness. Besides, the girls have lost some of their pride and arrogance, since the value of men and the need for them have increased during the war.

I am not ugly, and I can hope for love, respect and, not least, the tenderness I long for from many pretty girls.

2 May 1945, continuation from Tuesday

Yes, girls are gradually becoming a scarce commodity. By now people know the times and hours when the men go hunting for women.

Lock the girls away, hide them in attics, keep them in well-protected apartments.

9 August 1945

Today is a day of events. The most important is the news of a new war: the opening of the Far Eastern theatre of operations between the Soviet Union and Japan.

We moved over to Herr Pauli's bed and found Russian guests there: the gloomy lieutenant with his badge-covered walking stick and another man whom he had evidently brought along and introduced to us with equal skill and informality. So-and-so, a major.

We are forbidden to talk to Germans, to stay overnight with them, to buy anything. Now even the last of these is forbidden. We are forbidden to be in a German town, to walk its streets, to look at its ruins—not only soldiers, but officers too. This is impossible. What do I want? Freedom. Freedom to live, think, work and enjoy life.

Now the four of us sit around Pauli's bed: the widow, me, the major and the gloomy blond man. The major does the talking. We look at one another furtively and exchange uncertain words.

Suddenly he jumps up and asks us to tell him whether he is disturbing us. If so, he will leave the room at once. He even makes as though he is already on his way out.

No, no, we protest. He is not disturbing us. So he sits down again and continues smoking in silence.

A real master of etiquette. Yet another completely new specimen from the apparently inexhaustible collection the Soviet Union has sent us.

The German-speaking reader can turn to a whole range of wartime memoirs.

The best known include books by Grigory Weiss and Vladimir Gall, both political officers. Both books were published in the GDR and reached a wide readership. There is a particularly well-known edition from 1951.

Grigory Klimov, an employee of SMERSH who went to the West as early as 1948, also wrote about his experiences there. His book is called The Berlin Kremlin. In contrast to all of them, Wladimir Gelfand was younger and held a post with much less political responsibility.

That makes a major difference. His experiences remain in a fairly personal sphere. In that sense, of course, he is much closer to the mass of Red Army soldiers, including young officers, than the few men who later bore political responsibility.

The diary or notes of a Wehrmacht soldier named Willy Peter Reese attracted the greatest attention. It is a very penetrating examination of what war can do to sensitive people.

In my view, the entire German-Soviet conflict is also reflected in this book. Comparing Gelfand and Reese, one sees that Gelfand's thinking and writing reflect the fact that, for him, the Soviet war was an entirely legitimate defensive war. There is really nothing to add to that.

With Reese, on the other hand, it was clear that he understood not only that he was not defending the German homeland in the vast expanses of Russia, but that this was a war of aggression, an illegitimate war from which there might be no escape for him.

14 August 1945

Germany is now in a season of rain and tears. The Germans complain about food and dirt and long for the good old days when everything was plentiful. This encounter with German nature is very unpleasant for me. It is grey and repellent, like a stepmother.

Silence. The widow looks at me questioningly and shrugs. The lieutenant again, in a colourless, indifferent voice: “Do you like the major? Could you love him?” Love? Damn that word! I cannot bear to hear it any more. I am so frightened and sobered that I do not know what to say or do. I get up and say, “No, I don't understand.”

The lieutenant limps after me around the room, leaning on his cane. Quietly I mutter to him, “And Anatoly? What about Anatoly?” “What—Anatoly?” he asks roughly and loudly. “Why Anatoly? He has been far away for a long time. He was transferred to headquarters.”

17 August 1945

Two loud explosions have just sounded from the direction of Hennigsdorf. Two grey clouds of smoke were visible above the houses. The enemy does not fall silent or retreat; he harms us at every turn. Not a day goes by without something exploding somewhere and the ground shaking with the thunder.

I am standing in the kitchen with a candle in my hand. The major is beside me in silence. Politely he asks where the bathroom is. He comes closer and pulls an armchair toward the bed. What does he want? Another conversation, another performance of etiquette, as in the chapter about rape? No, he wants to get acquainted. Suddenly he jumps up and asks nervously: “Do you find me unpleasant? Do you despise me? Tell me honestly.”

The day before yesterday I decided to visit for the second time that week the city about which I had written while standing on the roof of the Reichstag. There I had scratched with a nail: “On the balcony of a Berlin building I stand with my friends; I stand and spit on Germany, I spit on defeated Berlin.”

“No, no. No, not at all. You can be exactly as you are. I simply cannot adjust to this situation so quickly.”

August 1945

It is time to put an end to stealing. We do not approve of these people or show them goodwill, but neither do we fight them. We ignore them as though we did not notice them. It affects the whole life of our unit. There are thieves, gamblers and drunkards.

Example is contagious. I look at him; he has already taken my hand, holding it firmly in both of his, and says, his lips trembling and his eyes looking pitiful, “Forgive me, I have been without a woman for so long.” This should not have happened. I sink face down onto his knees and cry and sob, pouring out all my sorrow at once. I feel him stroking my hair.

6 October 1945

Berlin, hotel. Rumours are circulating around my name. Lieutenant R. is working harder at it than anyone else. For the sake of a sharp remark, he spread the following story during one of his lectures: “Gelfand, whose entire family was killed by the Germans, now has himself photographed with German girls, keeps their photographs and enjoys himself with them.”

At first, before I was so well known, our Russian guests often asked how old I was. When I said I had long since turned thirty, they grinned and replied, “Hee-hee, she is making herself older—the clever one.” Of course, when I showed them my identity papers they had to believe them. They cannot judge us. They are accustomed to their own Russian women, with many children and an early-fading appearance, and cannot tell our age by looking at us.

16 October 1945, Berlin

Before me is an almost perfectly finished example of a prostitute. She has drawn in her eyebrows, heavily painted her lips and smells of fashionable creams and cologne. She is not without beauty, but the hand of an ugly artist has robbed her of all freshness and charm. Her body is delicate; her breasts are large but sagging, with firm nipples.

3 May 1945, continuation from Wednesday

One cannot say that the major raped me. I think that one cold word from me and he would leave and never return. So I serve him voluntarily. Do I do it out of affection? Out of a need for love? God forbid. Do I do it for lard, butter, sugar, candles and canned meat? To some extent, of course. It weighed on me to eat the widow's stores. I am glad that through the major I can now give her something in return. I feel freer that way and eat with a better conscience. Besides, I like the major; I like him more as a human being than as a man. And I sense that he will not demand much.

22 October 1945

The journey was long. The train was dark and packed. Berlin suburban passengers chattered about lard, fats and chocolate. Then the conversation turned to politics. A woman shouted, “You've already picked up Russian habits!” The words struck me straight in the heart, and I decided not to let them pass.

Even the youngest of the Portier girls has been caught now. Her mother told me at the pump. “She is all right so far,” the mother said, surprised herself.

Without thinking long, I addressed all the passengers and asked: “Are the Russians really so bad? And are their habits worse than yours?” Everyone immediately turned on the woman who had made the careless remark. Some did it out of pure hypocrisy, others because they were afraid of me. Only one old woman smiled kindly, looked me in the face and said quietly: “Lieutenant, the day before yesterday your comrades looted my apartment.” Then she disappeared into the crowd.

I would not say that there was equality between the sexes at the end of the war, but women carried an extraordinary burden and faced extraordinary demands. They held positions in industry and in the economy, and there was an enormous amount of reconstruction work for them to do.

The men returned from the war as failures, as the defeated. And women who had experienced the end of the war alongside husbands who had not been at the front also had to realize that those men could not—and often would not—protect them.

By 1959, of course, the state had re-established itself and all the central positions were once again occupied by men. She herself describes how men reacted to these stories: they did not want to hear them. Her Gert freezes when she tells him, whereas the women cope with it with humour and talk about it; the men start to run away. They do not want to know. I think that is a major difference between 1945–46 and 1959. By then, the book arrived at the wrong time.

Anonyma once put it this way: “One has to find a better word, one that can stand any weather.” The word “male” had simply acquired a different meaning. This was not equality; it was merely a moment when everything might have been reconsidered. But it was not a time for reflection. It was a time for survival, when everyone wanted to return to the old order as quickly as possible.

Half past eleven at night. Yesterday I watched a performance by German artists in the local theatre. The style of today's theatrical art is characterized above all by vulgarity. Particularly typical was an act called “A Woman Washes,” in which the director not only displayed every part of the female body but went so far that, to indescribable applause from the audience, the outline of a woman's breast was traced in the air and a towel was passed repeatedly between her legs to show how a woman dries herself.

Saturday, 5 May 1945

The bookseller, a Bavarian—a short, stocky, sturdy man—actually shouted at a Russian. It happened when an Ivan intercepted the bookseller's wife carrying water just outside the apartment door. The man would not let him take the woman from the pump. He had been a Party member.

The woman screamed; her husband ran out of the apartment, rushed at Ivan and shouted abuse at him. And the story continues: the Russian suddenly became very small—how he shrank, how he lost his nerve. So it can be done after all. With his animal, barbaric instinct, the fellow sensed that the husband had seen red, that at that moment he no longer cared what happened, and he gave up his prey.

14 November 1945, 1 a.m.

On my way back from Berlin to Velten, a German sitting opposite me on the train suddenly and quite seriously asked: “Will Germany become great and strong again?” I draw no conclusions. The question itself is so cynical that an answer or comment would achieve nothing.

“Most Russians know nothing of leave; I have already found that out. Almost all of them have been separated from their families since the beginning of the war—nearly four years. Frau Lehmann understands that. Yes, it explains a great deal.”

6–20 December 1945, Kremmen

The mother was delighted with the food, as I had expected the day before. But her behaviour and greed exhausted the last of my patience and poisoned my feelings so much that even my affection for the girl was reduced by half. I gave her a small jar of lard and suggested frying potatoes and having supper together. There was already some liquid in the frying pan. I went over, cut off a piece of the lard I had brought and was about to put it in the pan when the old woman jumped up, shrieked, rushed at me and tried to snatch it away.

“What is the matter?” I asked in surprise. “Why?” She explained that the lard was for her, for tomorrow and the following days, while today I was to eat her stew. That did not suit me at all. I knew that decent people did not behave like this, and my indignation was boundless.

I have already made my first big trip. It happened quite unexpectedly. I was sitting on the windowsill, although one rarely sees anyone in the street now except Poles and Russians. There—a Russian is riding a bicycle. A major falls off right in front of our door.

“Me?” I ran straight downstairs. A gleaming new German men's bicycle. I beg and plead: may I ride it for a little while, just five minutes? The major stands at the curb shaking his head. He is uncertain, afraid someone might steal the bicycle from me on the way. Finally he agrees. I pedal as fast as I can. I race along because, after all this terrible confinement, it makes me happy.

Past charred ruins. The farther south I ride, the more the war recedes. Here one can already see Germans standing in groups and talking. On our corner people still do not dare. Even children can be seen—gaunt-faced and strangely silent.

23 December 1945

For the first time after the war I was with a woman in Berlin, and only because she herself suggested it. Since then there have been five. Three were in Berlin and two in Velten. One of the five was a prostitute from Alexanderplatz. Another had gonorrhoea; it is astonishing that I did not become infected. The third repelled me. With the fourth I injured myself and afterwards had to walk with my legs apart. Only one encounter with a woman remained a pleasant memory for me.

Tuesday, 8 May 1945, with the remainder from Monday

Gone. They are all gone. We cannot believe it. Involuntarily we look up the street as though trucks carrying new troops must appear from there. But nothing. Only silence. A strange silence. No more horses, no neighing, no rooster. Only horse manure, which the youngest Portier is sweeping out of the hallway right now.

I look at the sixteen-year-old, the only one I know so far who lost her virginity to Russians. She has the same foolish, self-satisfied face as always. I try to imagine what it would have been like if my own first experience had happened in that way. I have to stop the thought; it cannot be imagined. One thing is clear: if a girl had been raped in peacetime by some wandering fellow, the usual peacetime ceremony would have followed—complaint, report, questioning, arrest, confrontation, newspaper item and neighbours' gossip. The girl would have reacted differently and suffered a different kind of shock. Here, however, it was a collective experience, predicted and anticipated many times over, something that happened to the women to the left and right and next door—something that, so to speak, formed part of the whole.

This collective, mass form of rape will also be overcome collectively. Each woman helps the others by talking about it, letting off steam and allowing the others to do the same, to disgorge what they have lived through. That does not, of course, rule out the possibility that more delicate natures than this hardened Berlin girl may break under it or carry the trauma for life.

15–20 April 1946

Treptow station. The Germans have become insolent. They no longer respect us, are no longer afraid of petty spite, are irritating and offensively importunate, beg, and generally behave toward us as though we were good “comrades” with whom they can be on familiar terms.

We have two approaches to behaviour here. The official one is correct, humane but firm—the policy of an occupying power. Our people do not always and everywhere follow it. The second grows out of the unwritten laws governing the development of each of us. Some are disciplined and cultured but angry with the Germans because they experienced their cruelty. Some avoid Germans and emphasize their contempt for them whenever the opportunity arises. Some in this group deliberately refuse to learn German.

All these differences in the development and behaviour of Red Army men toward the local population lead people to regard us as good-natured and simple, yet at the same time coarse and even wild; we are often mocked although we are the masters and victors. But this subject deserves a deeper analysis and examination than the superficial thoughts I can give it here on the train.

Many of the latter deliberately do not learn German. Others try to learn the Germans' language, customs and way of life, broaden their knowledge, associate with Germans and talk to them at length, even arguing about every question of life. These people do not harm our policy on German soil. But there is another category—drunkards, thieves, hooligans and psychopaths. By creating disturbances, they undermine our authority. A third category consists of extreme liberals who did not suffer at the hands of the Hitlerites. Some of them fall in love here, amuse themselves and even worship the Germans.

How did it happen that, after this terrible war, members of the Red Army—whether they held political responsibility or not—moved away from hatred comparatively quickly? Hatred was the principal emotional component, the motive at the time of the first encounter with the Germans. That is beyond dispute.

Yet not only in Gelfand's text but in other texts written after the war, this hatred fades comparatively quickly. And precisely in Germany, an attentive reader has to ask how that could have happened.

In my view, many sources suggest that a neutral image of Germans, at least, began to spread fairly soon. I think this has to do with the fact that the enemy image Soviet soldiers carried with them when they entered German territory was not, in essence, racist. It was the image of a brutal beast, an evil creature seduced by evil ideas. Behind that enemy image, however, a human image seems to have been able to re-emerge quite quickly. Or, put differently, perhaps the image of the human being had never been so completely called into question by the enemy image that it could not quickly be restored.

That is already happening in Gelfand: the war is not yet over, yet in the women he meets he sees not “enemy women” but women.

That really is remarkable. No one has yet properly answered this question. The German image of the enemy—the Jewish-Bolshevik monster—persisted for a very long time, even under peaceful conditions, burdened by the arrogance and racism of the Aryan “superior man” toward a Russian or Ukrainian who might be friendly and helpful but was still regarded as second- or third-rate, not to mention the Jews.

Transcribed by TurboScribe.ai.

  •     Dr. Elke Scherstjanoi "Ein Rotarmist in Deutschland"
  •     Stern  "Von Siegern und Besiegten"
  •     Märkische Allgemeine  "Hinter den Kulissen"
  •     Das Erste "Kulturreport"
  •     Berliner Zeitung  "Besatzer, Schöngeist, Nervensäge, Liebhaber"
  •     SR 2 KulturRadio  "Deutschland-Tagebuch 1945-1946. Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     Die Zeit  "Wodka, Schlendrian, Gewalt"
  •     Jüdische Allgemeine  "Aufzeichnungen im Feindesland"
  •     Mitteldeutsche Zeitung  "Ein rotes Herz in Uniform"
  •     Unveröffentlichte Kritik  "Aufzeichnungen eines Rotarmisten vom Umgang mit den Deutschen"
  •     Bild  "Auf Berlin, das Besiegte, spucke ich!"
  •     Das Buch von Gregor Thum "Traumland Osten. Deutsche Bilder vom östlichen Europa im 20. Jahrhundert"
  •     Flensborg Avis  "Set med en russisk officers øjne"
  •     Ostsee Zeitung  "Das Tagebuch des Rotarmisten"
  •     Leipziger Volkszeitung  "Das Glück lächelt uns also zu!"
  •     Passauer Neue Presse "Erinnerungspolitischer Gezeitenwechsel"
  •     Lübecker Nachrichten  "Das Kriegsende aus Sicht eines Rotarmisten"
  •     Lausitzer Rundschau  "Ich werde es erzählen"
  •     Leipzigs-Neue  "Rotarmisten und Deutsche"
  •     SWR2 Radio ART: Hörspiel "Berlin 45"
  •     Kulturation  "Tagebuchaufzeichnungen eines jungen Sowjetleutnants"
  •     Der Tagesspiegel  "Hier gibt es Mädchen"
  •     NDR  "Bücher Journal"
  •     Kulturportal  "Chronik"
  •     Sächsische Zeitung  "Bitterer Beigeschmack"
  •     Wiesbadener Tagblatt "Reflexionen, Textcollagen und inhaltlicher Zündstoff"
  •     Deutschlandradio Kultur  "Krieg und Kriegsende aus russischer Sicht"
  •     Berliner Zeitung  "Die Deutschen tragen alle weisse Armbinden"
  •     MDR  "Deutschland-Tagebuch eines Rotarmisten"
  •     Jüdisches Berlin  "Das Unvergessliche ist geschehen" / "Личные воспоминания"
  •     Süddeutsche Zeitung  "So dachten die Sieger"
  •     Financial Times Deutschland  "Aufzeichnungen aus den Kellerlöchern"
  •     Badisches Tagblatt  "Ehrliches Interesse oder narzisstische Selbstschau?"
  •     Freie Presse  "Ein Rotarmist in Berlin"
  •     Die Berliner Literaturkritik "Politik, Geschichte, Kunst und Philosophie"
  •     Nordkurier/Usedom Kurier  "Aufzeichnungen eines Rotarmisten ungefiltert"
  •     Nordkurier  "Tagebuch, Briefe und Erinnerungen"
  •     Ostthüringer Zeitung  "An den Rand geschrieben"
  •     Potsdamer Neueste Nachrichten  "Hier gibt es Mädchen"
  •     NDR Info. Forum Zeitgeschichte "Features und Hintergründe"
  •     Deutschlandradio Kultur. Politische Literatur. "Lasse mir eine Dauerwelle machen"
  •     Konkret "Watching the krauts. Emigranten und internationale Beobachter schildern ihre Eindrücke aus Nachkriegsdeutschland"
  •     Cicero "Voodoo Child. Die verhexten Kinder"
  •     Dagens Nyheter  "Det oaendliga kriget"
  •     Utopie-kreativ  "Des jungen Leutnants Deutschland - Tagebuch"
  •     Neues Deutschland  "Berlin, Stunde Null"
  •     Webwecker-bielefeld  "Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     Südkurier  "Späte Entschädigung"
  •     Online Rezension  "Das kriegsende aus der Sicht eines Soldaten der Roten Armee"
  •     Saarbrücker Zeitung  "Erstmals: Das Tagebuch eines Rotarmisten"
  •     Neue Osnabrücker Zeitung  "Weder Brutalbesatzer noch ein Held"
  •     Thüringische Landeszeitung  "Vom Alltag im Land der Besiegten"
  •     Das Argument "Wladimir Gelfand: Deutschland-Tagebuch 1945-1946. Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     Deutschland Archiv: Zeitschrift für das vereinigte Deutschland  "Betrachtungen eines Aussenseiters"
  •     Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte  "Von Siegern und Besiegten"
  •     Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst "Deutschland-Tagebuch 1945-1946. Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     Online Rezensionen. Die Literaturdatenbank
  •     Literaturkritik  "Ein siegreicher Rotarmist"
  •     RBB Kulturradio  "Ein Rotarmist in Berlin"
  •     Українська правда  "Нульовий варiант" для ветеранiв вiйни" / Комсомольская правда "Нулевой вариант" для ветеранов войны"
  •     Dagens Nyheter. "Sovjetsoldatens dagbok. Hoppfull läsning trots krigets grymheter"
  •     Ersatz  "Tysk dagbok 1945-46 av Vladimir Gelfand"
  •     Borås Tidning  "Vittnesmåil från krigets inferno"
  •     Sundsvall (ST)  "Solkig skildring av sovjetisk soldat frеn det besegrade Berlin"
  •     Helsingborgs Dagblad  "Krigsdagbok av privat natur"
  •     2006 Bradfor  "Conference on Contemporary German Literature"
  •     Spring-2005/2006/2016 Foreign Rights, German Diary 1945-1946
  •     Flamman / Ryska Posten "Dagbok kastar tvivel över våldtäktsmyten"
  •     INTERPRES "DAGBOG REJSER TVIVL OM DEN TYSK-REVANCHISTISKE “VOLDTÆGTSMYTE”
  •     Expressen  "Kamratliga kramar"
  •     Expressen Kultur  "Under våldets täckmantel"
  •     Lo Tidningen  "Krigets vardag i röda armén"
  •     Tuffnet Radio  "Är krigets våldtäkter en myt?"
  •     Norrköpings Tidningar  "En blick från andra sidan"
  •     Expressen Kultur  "Den enda vägens historia"
  •     Expressen Kultur  "Det totalitära arvet"
  •     Allehanda  "Rysk soldatdagbok om den grymma slutstriden"
  •     Ryska Posten  "Till försvar för fakta och anständighet"
  •     Hugin & Munin  "En rödarmist i Tyskland"
  •     Theater "Das deutsch-russische Soldatenwörtebuch" / Театр  "Русско-немецкий солдатский разговорник"
  •     SWR2 Radio "Journal am Mittag"
  •     Berliner Zeitung  "Dem Krieg den Krieg erklären"
  •     Die Tageszeitung  "Mach's noch einmal, Iwan!"
  •     The book of Paul Steege: "Black Market, Cold War: Everyday Life in Berlin, 1946-1949"
  •     Телеканал РТР "Культура":  "Русско-немецкий солдатский разговорник"
  •     Аргументы и факты  "Есть ли правда у войны?"
  •     RT "Russian-German soldier's phrase-book on stage in Moscow"
  •     Утро.ru  "Контурная карта великой войны"
  •     Коммерсантъ "Языковой окоп"
  •     Телеканал РТР "Культура"  "Широкий формат с Ириной Лесовой"
  •     Museum Berlin-Karlshorst  "Das Haus in Karlshorst. Geschichte am Ort der Kapitulation"
  •     Das Buch von Roland Thimme: "Rote Fahnen über Potsdam 1933 - 1989: Lebenswege und Tagebücher"
  •     Das Buch von Bernd Vogenbeck, Juliane Tomann, Magda Abraham-Diefenbach: "Terra Transoderana: Zwischen Neumark und Ziemia Lubuska"
  •     Das Buch von Sven Reichardt & Malte Zierenberg: "Damals nach dem Krieg Eine Geschichte Deutschlands - 1945 bis 1949"
  •     Lothar Gall & Barbara Blessing: "Historische Zeitschrift Register zu Band 276 (2003) bis 285 (2007)"
  •     Wyborcza.pl "Kłopotliwy pomnik w mieście z trudną historią"
  •     Kollektives Gedächtnis "Erinnerungen an meine Cousine Dora aus Königsberg"
  •     Das Buch von Ingeborg Jacobs: "Freiwild: Das Schicksal deutscher Frauen 1945"
  •     Wyborcza.pl "Strącona gwiazda wdzięczności"
  •     Закон i Бiзнес "Двічі по двісті - суд честі"
  •     Радио Свобода "Красная армия. Встреча с Европой"
  •     DEP "Stupri sovietici in Germania /1944-45/"
  •     Дніпропетровський національний історичний музей ім. Яворницького "Музей і відвідувач: методичні розробки, сценарії, концепції. Листи з 43-го"
  •     Explorations in Russian and Eurasian History "The Intelligentsia Meets the Enemy: Educated Soviet Officers in Defeated Germany, 1945"
  •     DAMALS "Deutschland-Tagebuch 1945-1946. Gedankenwelt des Siegers"
  •     Das Buch von Pauline de Bok: "Blankow oder Das Verlangen nach Heimat"
  •     Das Buch von Ingo von Münch: "Frau, komm!": die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen 1944/45"
  •     Das Buch von Roland Thimme: "Schwarzmondnacht: Authentische Tagebücher berichten (1933-1953). Nazidiktatur - Sowjetische Besatzerwillkür"
  •     История государства  "Миф о миллионах изнасилованных немок"
  •     Das Buch Alexander Häusser, Gordian Maugg: "Hungerwinter: Deutschlands humanitäre Katastrophe 1946/47"
  •     Heinz Schilling: "Jahresberichte für deutsche Geschichte: Neue Folge. 60. Jahrgang 2008"
  •     Jan M. Piskorski "WYGNAŃCY: Migracje przymusowe i uchodźcy w dwudziestowiecznej Europie"
  •     Wayne State "The Cultural Memory Of German Victimhood In Post-1990 Popular German Literature And Television"
  •     Deutschlandradio "Heimat ist dort, wo kein Hass ist"
  •     Journal of Cold War Studies "Wladimir Gelfand, Deutschland-Tagebuch 1945–1946: Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     ЛЕХАИМ "Евреи на войне. Солдатские дневники"
  •     Частный Корреспондент "Победа благодаря и вопреки"
  •     Перспективы "Сексуальное насилие в годы Второй мировой войны: память, дискурс, орудие политики"
  •     Радиостанция Эхо Москвы & RTVi "Не так" с Олегом Будницким: Великая Отечественная - солдатские дневники"
  •     Books Llc "Person im Zweiten Weltkrieg /Sowjetunion/ Georgi Konstantinowitsch Schukow, Wladimir Gelfand, Pawel Alexejewitsch Rotmistrow"
  •     Das Buch von Jan Musekamp: "Zwischen Stettin und Szczecin - Metamorphosen einer Stadt von 1945 bis 2005"
  •     Encyclopedia of safety "Ladies liberated Europe in the eyes of Russian soldiers and officers (1944-1945 gg.)"
  •     Азовские греки "Павел Тасиц"
  •     Newsland "СМЯТЕНИЕ ГРОЗНОЙ ОСЕНИ 1941 ГОДА"
  •     Wallstein "Demokratie im Schatten der Gewalt: Geschichten des Privaten im deutschen Nachkrieg"
  •     Вестник РГГУ "Болезненная тема второй мировой войны: сексуальное насилие по обе стороны фронта"
  •     Das Buch von Jürgen W. Schmidt: "Als die Heimat zur Fremde wurde"
  •     ЛЕХАИМ "Евреи на войне: от советского к еврейскому?"
  •     Gedenkstätte/ Museum Seelower Höhen "Die Schlacht"
  •     The book of Frederick Taylor "Exorcising Hitler: The Occupation and Denazification of Germany"
  •     Огонёк "10 дневников одной войны"
  •     The book of Michael Jones "Total War: From Stalingrad to Berlin"
  •     Das Buch von Frederick Taylor "Zwischen Krieg und Frieden: Die Besetzung und Entnazifizierung Deutschlands 1944-1946"
  •     WordPress.com "Wie sind wir Westler alt und überklug - und sind jetzt doch Schmutz unter ihren Stiefeln"
  •     Åke Sandin "Är krigets våldtäkter en myt?"
  •     Олег Будницкий: "Архив еврейской истории" Том 6. "Дневники"
  •     Michael Jones: "El trasfondo humano de la guerra: con el ejército soviético de Stalingrado a Berlín"
  •     Das Buch von Jörg Baberowski: "Verbrannte Erde: Stalins Herrschaft der Gewalt"
  •     Zeitschrift fur Geschichtswissenschaft "Gewalt im Militar. Die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg"
  •     Ersatz-[E-bok] "Tysk dagbok 1945-46"
  •     The book of Michael David-Fox, Peter Holquist, Alexander M. Martin: "Fascination and Enmity: Russia and Germany as Entangled Histories, 1914-1945"
  •     Елена Сенявская "Женщины освобождённой Европы глазами советских солдат и офицеров (1944-1945 гг.)"
  •     The book of Raphaelle Branche, Fabrice Virgili: "Rape in Wartime (Genders and Sexualities in History)"
  •     (סקירה   צבאית נשים של אירופה המשוחררת דרך עיניהם של חיילים וקצינים סובייטים (1944-1945
  •     БезФорматаРу "Хоть бы скорей газетку прочесть"
  •     ВЕСТНИК "Проблемы реадаптации студентов-фронтовиков к учебному процессу после Великой Отечественной войны"
  •     Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 60 (2012), 12
  •     Все лечится "10 миллионов изнасилованных немок"
  •     Симха "Еврейский Марк Твен. Так называли Шолома Рабиновича, известного как Шолом-Алейхем"
  •     Nicolas Bernard "La Guerre germano-soviétique: 1941-1945 (Histoires d'aujourd'hui) E-Book"
  •     Annales: Nathalie Moine "La perte, le don, le butin. Civilisation stalinienne, aide étrangère et biens trophées dans l’Union soviétique des années 1940"
  •     Das Buch von Beata Halicka "Polens Wilder Westen. Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraums 1945 - 1948"
  •     Das Buch von Jan M. Piskorski "Die Verjagten: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhundert"
  •     "آسو  "دشمن هرگز در نمی‌زن
  •     Уроки истории. ХХ век. Гефтер. "Антисемитизм в СССР во время Второй мировой войны в контексте холокоста"
  •     Ella Janatovsky "The Crystallization of National Identity in Times of War: The Experience of a Soviet Jewish Soldier"
  •     Word War II Multimedia Database "Borgward Panzerjager At The Reichstag"
  •     Militaergeschichtliche Zeitschrift "Buchbesprechungen"
  •     Всеукраинский еженедельник Украина-Центр "Рукописи не горят"
  •     Ljudbok / Bok / eBok: Niclas Sennerteg "Nionde arméns undergång: Kampen om Berlin 1945"
  •     Das Buch von Michaela Kipp: "Großreinemachen im Osten: Feindbilder in deutschen Feldpostbriefen im Zweiten Weltkrieg"
  •     Петербургская газета "Женщины на службе в Третьем Рейхе"
  •     Володимир Поліщук "Зроблено в Єлисаветграді"
  •     Германо-российский музей Берлин-Карлсхорст. Каталог постоянной экспозиции / Katalog zur Dauerausstellung
  •     Clarissa Schnabel "The life and times of Marta Dietschy-Hillers"
  •     Alliance for Human Research Protection "Breaking the Silence about sexual violence against women during the Holocaust"
  •     Еврейский музей и центр толерантности. Группа по работе с архивными документами
  •     Эхо Москвы "ЦЕНА ПОБЕДЫ: Военный дневник лейтенанта Владимира Гельфанда"
  •     Bok / eBok: Anders Bergman & Emelie Perland "365 dagar: Utdrag ur kända och okända dagböcker"
  •     РИА Новости "Освободители Германии"
  •     Das Buch von Miriam Gebhardt "Als die Soldaten kamen: Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs"
  •     Petra Tabarelli "Vladimir Gelfand"
  •     Das Buch von Martin Stein "Die sowjetische Kriegspropaganda 1941 - 1945 in Ego-Dokumenten"
  •     Książka Beata Halicka "Polski Dziki Zachód. Przymusowe migracje i kulturowe oswajanie Nadodrza 1945-1948"
  •     The German Quarterly "Philomela’s Legacy: Rape, the Second World War, and the Ethics of Reading"
  •     MAZ LOKAL "Archäologische Spuren der Roten Armee in Brandenburg"
  •     Tenona "Как фашисты издевались над детьми в концлагере Саласпилс. Чудовищные исторические факты о концлагерях"
  •     Deutsches Historisches Museum "1945 – Niederlage. Befreiung. Neuanfang. Zwölf Länder Europas nach dem Zweiten Weltkrieg"
  •     День за днем "Дневник лейтенанта Гельфанда"
  •     BBC News "The rape of Berlin" / BBC Mundo / BBC O`zbek / BBC Brasil / BBC فارْسِى "تجاوز در برلین" 
  •     Echo24.cz "Z deníku rudoarmějce: Probodneme je skrz genitálie"
  •     The Telegraph "The truth behind The Rape of Berlin"
  •     BBC World Service "The Rape of Berlin"
  •     ParlamentniListy.cz "Mrzačení, znásilňování, to všechno jsme dělali. Český server připomíná drsné paměti sovětského vojáka"
  •     WordPress.com "Termina a Batalha de Berlim"
  •     Dnevnik.hr "Podignula je suknju i kazala mi: 'Spavaj sa mnom. Čini što želiš! Ali samo ti"
  •     ilPOST "Gli stupri in Germania, 70 anni fa"
  •     上海东方报业 有限公司 70年前苏军强奸了十万柏林妇女?很多人仍在寻找真相
  •     연합뉴스 "BBC: 러시아군, 2차대전때 독일에서 대규모 강간"
  •     세계일보 "러시아군, 2차대전때 독일에서 대규모 강간"
  •     Telegraf "SPOMENIK RUSKOM SILOVATELJU: Nemci bi da preimenuju istorijsko zdanje u Berlinu?"
  •     Múlt-kor "A berlini asszonyok küzdelme a szovjet erőszaktevők ellen"
  •     Noticiasbit.com "El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     Museumsportal Berlin "Landsberger Allee 563, 21. April 1945"
  •     Caldeirão Político "70 anos após fim da guerra, estupro coletivo de alemãs ainda é episódio pouco conhecido"
  •     Nuestras Charlas Nocturnas "70 aniversario del fin de la II Guerra Mundial: del horror nazi al terror rojo en Alemania"
  •     W Radio "El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     La Tercera "BBC: El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     Noticias de Paraguay "El drama de las alemanas violadas por tropas soviéticas hacia el final de la Segunda Guerra Mundial"
  •     Cnn Hit New "The drama hidden mass rape during the fall of Berlin"
  •     Dân Luận "Trần Lê - Hồng quân, nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin 1945"
  •     Český rozhlas "Temná stránka sovětského vítězství: znásilňování Němek"
  •     Historia "Cerita Kelam Perempuan Jerman Setelah Nazi Kalah Perang"
  •     G'Le Monde "Nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin năm 1945 mang tên Hồng Quân"
  •     BBC News 코리아 "베를린에서 벌어진 대규모 강간"
  •     Эхо Москвы "Дилетанты. Красная армия в Европе"
  •     Der Freitag "Eine Schnappschussidee"
  •     باز آفريني واقعيت ها  "تجاوز در برلین"
  •     Quadriculado "O Fim da Guerra e o início do Pesadelo. Duas narrativas sobre o inferno"
  •     Majano Gossip "PER NON DIMENTICARE.... LE PORCHERIE COMUNISTE!!!"
  •     非中国日报网 "柏林的强奸"
  •     Constantin Film "Anonyma - Eine Frau in Berlin. Materialien zum Film"
  •     Русская Германия "Я прижал бедную маму к своему сердцу и долго утешал"
  •     De Gruyter Oldenbourg "Erinnerung an Diktatur und Krieg. Brennpunkte des kulturellen Gedächtnisses zwischen Russland und Deutschland seit 1945"
  •     Memuarist.com "Гельфанд Владимир Натанович"
  •     Πανεπιστημίου Ιωαννίνων "Οι νόμοι του Πλάτωνα για την υβριστική κακολογία και την κατάχρηση του δημοσίου"
  •     Das Buch von Nicholas Stargardt "Der deutsche Krieg: 1939 - 1945" / Николас Старгардт "Мобилизованная нация. Германия 1939–1945"
  •     FAKEOFF "Оглянуться в прошлое"
  •     The book of Nicholas Stargardt "The German War: A Nation Under Arms, 1939–45"
  •     The book of Nicholas Stargardt "The German War: A Nation Under Arms, 1939–45"
  •     Книга "Владимир Гельфанд. Дневник 1941 - 1946"
  •     BBC Русская служба "Изнасилование Берлина: неизвестная история войны" / BBC Україна "Зґвалтування Берліна: невідома історія війни"
  •     Virtual Azərbaycan "Berlinin zorlanması"
  •     Гефтер "Олег Будницкий: «Дневник, приятель дорогой!» Военный дневник Владимира Гельфанда"
  •     Гефтер "Владимир Гельфанд. Дневник 1942 года"
  •     BBC Tiếng Việt "Lính Liên Xô 'hãm hiếp phụ nữ Đức'"
  •     Nicolas Bernard "La Guerre germano-soviétique, 1941-1943" Tome 1
  •     Nicolas Bernard "La Guerre germano-soviétique, 1943-1945" Tome 2
  •     Эхо Москвы "ЦЕНА ПОБЕДЫ: Дневники лейтенанта Гельфанда"
  •     Renato Furtado "Soviéticos estupraram 2 milhões de mulheres alemãs, durante a Guerra Mundial"
  •     Вера Дубина "«Обыкновенная история» Второй мировой войны: дискурсы сексуального насилия над женщинами оккупированных территорий"
  •     Еврейский музей и центр толерантности "Презентация книги Владимира Гельфанда «Дневник 1941-1946»"
  •     Еврейский музей и центр толерантности "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Атака"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Бой"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Победа"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. Эпилог
  •     Труд "Покорность и отвага: кто кого?"
  •     Издательский Дом «Новый Взгляд» "Выставка подвига"
  •     Katalog NT "Выставка "Евреи в Великой Отечественной войне " - собрание уникальных документов"
  •     Вести "Выставка "Евреи в Великой Отечественной войне" - собрание уникальных документов"
  •     Радио Свобода "Бесценный графоман"
  •     Вечерняя Москва "Еще раз о войне"
  •     РИА Новости "Выставка про евреев во время ВОВ открывается в Еврейском музее"
  •     Телеканал «Культура» Выставка "Евреи в Великой Отечественной войне" проходит в Москве
  •     Россия HD "Вести в 20.00"
  •     GORSKIE "В Москве открылась выставка "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Aгентство еврейских новостей "Евреи – герои войны"
  •     STMEGI TV "Открытие выставки "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Национальный исследовательский университет Высшая школа экономики "Открытие выставки "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Независимая газета "Война Абрама"
  •     Revista de Historia "El lado oscuro de la victoria aliada en la Segunda Guerra Mundial"
  •     יעיתון סינאתלה  גביש הסמל ולדימיר גלפנד מספר על חיי היומיום במלחמה , על אורח חיים בחזית ובעורף
  •     Лехаим "Война Абрама"
  •     Elhallgatva "A front emlékezete. A Vörös Hadsereg kötelékében tömegesen és fiatalkorúakon elkövetett nemi erőszak kérdése a Dél-Vértesben"
  •     Libertad USA "El drama de las alemanas: violadas por tropas soviéticas en 1945 y violadas por inmigrantes musulmanes en 2016"
  •     НГ Ex Libris "Пять книг недели"
  •     Брестский Курьер "Фамильное древо Бреста. На перекрестках тех дорог…"
  •     Полит.Ру "ProScience: Олег Будницкий о народной истории войны"
  •     Олена Проскура "Запiзнiла сповiдь"
  •     Полит.Ру "ProScience: Возможна ли научная история Великой Отечественной войны?"
  •     Книга "Владимир Гельфанд. Дневник 1941 - 1946"
  •     Ahlul Bait Nabi Saw "Kisah Kelam Perempuan Jerman Setelah Nazi Kalah Perang"
  •     北京北晚新视 觉传媒有限公司 "70年前苏军强奸了十万柏林妇女?"
  •     Преподавание истории в школе "«О том, что происходило…» Дневник Владимира Гельфанда"
  •     Вестник НГПУ "О «НЕУБЕДИТЕЛЬНЕЙШЕЙ» ИЗ ПОМЕТ: (Высокая лексика в толковых словарях русского языка XX-XXI вв.)"
  •     Fotografias da História "Memórias esquecidas: o estupro coletivo das mulheres alemãs"
  •     Archäologisches Landesmuseum Brandenburg "Zwischen Krieg und Frieden" / "Между войной и миром"
  •     Российская газета "Там, где кончается война"
  •     Народный Корреспондент "Женщины освобождённой Европы глазами советских солдат: правда про "2 миллиона изнасилованых немок"
  •     Fiona "Военные изнасилования — преступления против жизни и личности"
  •     军情观察室 "苏军攻克柏林后暴行妇女遭殃,战争中的强奸现象为什么频发?"
  •     Независимая газета "Дневник минометчика"
  •     Независимая газета "ИСПОДЛОБЬЯ: Кризис концепции"
  •     East European Jewish Affairs "Jewish response to the non-Jewish question: “Where were the Jews during the fighting?” 1941–5"
  •     Niels Bo Poulsen "Skæbnekamp: Den tysk-sovjetiske krig 1941-1945"
  •     Olhar Atual "A Esquerda a história e o estupro"
  •     The book of Stefan-Ludwig Hoffmann, Sandrine Kott, Peter Romijn, Olivier Wieviorka "Seeking Peace in the Wake of War: Europe, 1943-1947"
  •     Walter de Gruyter "Germans into Allies: Writing a Diary in 1945"
  •     Blog in Berlin "22. Juni – da war doch was?"
  •     Steemit "Berlin Rape: The Hidden History of War"
  •     Estudo Prático "Crimes de estupro na Segunda Guerra Mundial e dentro do exército americano"
  •     Громадське радіо "Насильство над жінками під час бойових дій — табу для України"
  •     InfoRadio RBB "Geschichte in den Wäldern Brandenburgs"
  •     "شگفتی های تاریخ است "پشت پرده تجاوز به زنان برلینی در پایان جنگ جهانی دوم
  •     Das Buch Hans-Jürgen Beier gewidmet "Lehren – Sammeln – Publizieren"
  •     The book of Miriam Gebhardt "Crimes Unspoken: The Rape of German Women at the End of the Second World War"
  •     Русский вестник "Искажение истории: «Изнасилованная Германия»"
  •     凯迪 "推荐《柏林女人》与《五月四日》影片"
  •     Vix "Estupro de guerra: o que acontece com mulheres em zonas de conflito, como Aleppo?"
  •     Universidad del Bío-Bío "CRÍMENES DE GUERRA RUSOS EN LA SEGUNDA GUERRA MUNDIAL (1940-1945)"
  •     "المنصة  "العنف ضد المرأة.. المسكوت عنه في الحرب العالمية الثانية
  •     Книга. Олег Шеин "От Астраханского кремля до Рейхсканцелярии. Боевой путь 248-й стрелковой дивизии"
  •     Cambridge University Press "Of Loss and Loot: Stalin-Era Culture, Foreign Aid, and Trophy Goods in the Soviet Union during the 1940s"
  •     Sodaz Ot "Освободительная миссия Красной Армии и кривое зеркало вражеской пропаганды"
  •     Sodaz Ot "Советский воин — освободитель Европы: психология и поведение на завершающем этапе войны (II)"
  •     企业头条 "柏林战役后的女人"
  •     Sántha István "A front emlékezete"
  •     腾讯公司   "二战时期欧洲, 战胜国对战败国的十万妇女是怎么处理的!"
  •     El Nuevo Accion "QUE LE PREGUNTEN A LAS ALEMANAS VIOLADAS POR RUSOS, NORTEAMERICANOS, INGLESES Y FRANCESES"
  •     Periodismo Libre "QUE LE PREGUNTEN A LAS ALEMANAS VIOLADAS POR RUSOS, NORTEAMERICANOS, INGLESES Y FRANCESES"
  •     DE Y.OBIDIN "Какими видели европейских женщин советские солдаты и офицеры (1944-1945 годы)?"
  •     Magyar Tudományos Akadémia "Váltóállítás: Diktatúrák a vidéki Magyarországon 1945-ben"
  •     歷史錄 "近1萬女性被強姦致死,女孩撩開裙子說:不下20個男人戳我這兒"
  •     Cyberpedia "Проблема возмездия и «границы ненависти» у советского солдата-освободителя"
  •     NewConcepts Society "Можно ли ставить знак равенства между зверствами гитлеровцев и зверствами советских солдат?"
  •     搜狐 "二战时期欧洲,战胜国对战败国的妇女是怎么处理的"
  •     Ranker "14 Shocking Atrocities Committed By 20th Century Communist Dictatorships"
  •     Эхо Москвы "Дилетанты. Начало войны. Личные источники"
  •     Журнал "Огонёк" "Эго прошедшей войны"
  •     이창남 외 공저 "폭력과 소통 :트랜스내셔널한 정의를 위하여"
  •     Уроки истории. XX век "Книжный дайджест «Уроков истории»: советский антисемитизм"
  •     Свободная Пресса "Кто кого насиловал в Германии"
  •     EPrints "Взаємовідносини червоноармійців з цивільним населенням під час перебування радянських військ на території Польщі (кінець 1944 - початок 1945 рр.)"
  •     Pikabu "Обратная сторона медали"
  •     Озёрск.Ru "Война и немцы"
  •     Імекс-ЛТД "Історичний календар Кіровоградщини на 2018 рік. Люди. Події. Факти"
  •     יד ושם - רשות הזיכרון לשואה ולגבורה "Vladimir Gelfand"
  •     Atchuup! "Soviet soldiers openly sexually harass German woman in Leipzig after WWII victory, 1945"
  •     Книга Мириам Гебхардт "Когда пришли солдаты. Изнасилование немецких женщин в конце Второй мировой войны"
  •     Coffe Time "Женщины освобождённой"
  •     Дилетант "Цена победы. Военный дневник лейтенанта Владимира Гельфанда"
  •     Feldgrau.Info - Bоенная история "Подборка"
  •     Геннадий Красухин "Круглый год с литературой. Квартал четвёртый"
  •     Вечерний Брест "В поисках утраченного времени. Солдат Победы Аркадий Бляхер. Часть 9. Нелюбовь"
  •     Аргументы недели "Всю правду знает только народ. Почему фронтовые дневники совсем не похожи на кино о войне"
  •     Fanfics.me "Вспомним подвиги ветеранов!"
  •     VietInfo "Hồng quân, Nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin năm 1945"
  •     Книга: Виталий Дымарский, Владимир Рыжков "Лица войны"
  •     Birthe Kundrus "Dieser Krieg ist der große Rassenkrieg": Krieg und Holocaust in Europa
  •     Dozor "Про День Перемоги в Кіровограді, фейкових ветеранів і "липове" примирення"
  •     East European Jewish Affairs "Review of Dnevnik 1941-1946, by Vladimir Gel’fand"
  •     The book of Harriet Murav, Gennady Estraikh "Soviet Jews in World War II: Fighting, Witnessing, Remembering"
  •     TARINGA! "Las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     ВолиньPost "Еротика та війна: спогади про Любомль 1944 року"
  •     Anews "Молодые воспринимают войну в конфетном обличии"
  •     RTVi "«Война эта будет дикая». Что писали 22 июня 1941 года в дневниках"
  •     Tribun Manado "Nasib Kelam Perempuan Jerman Usai Nazi Kalah, Gadis Muda, Wanita Tua dan Hamil Diperkosa Bergantian"
  •     The book of Elisabeth Krimmer "German Women's Life Writing and the Holocaust: Complicity and Gender in the Second World War"
  •     ViewsBros  "WARTIME VIOLENCE AGAINST WOMEN"
  •     Xosé Manuel Núñez Seixas "El frente del Este : historia y memoria de la guerra germano-soviética, 1941-1945"
  •     اخبار المقطم و الخليفه " إغتصاب برلين الكبير"
  •     Русская семерка "В чьем плену хуже всего содержались женщины-военные на Второй мировой"
  •     Nicholas Stargardt "La guerra tedesca. Una nazione sotto le armi 1939-1945"
  •     Mail Online "Mass grave containing 1,800 German soldiers who perished at the Battle of Stalingrad is uncovered in Russia - 75 years after WWII's largest confrontation claimed 2 mln lives"
  •     PT. Kompas Cyber Media "Kuburan Massal 1.800 Tentara Jerman Ditemukan di Kota Volgograd"
  •     Công ty Cổ phần Quảng cáo Trực tuyến 24H "Nga: Sửa ống nước, phát hiện 1.800 hài cốt của trận đánh đẫm máu nhất lịch sử"
  •     LGMI News "Pasang Pipa Air, Tukang Temukan Kuburan Masal 1.837 Tentara Jerman"
  •     Quora "¿Cuál es un hecho sobre la Segunda Guerra Mundial que la mayoría de las personas no saben y probablemente no quieren saber?"
  •     "مجله مهاجرت  "آنچه روس‌ها در برلین انجام دادند!
  •     Музейний простiр  "Музей на Дніпрі отримав новорічні подарунки під ялинку"
  •     Бэла Гельфанд. Как в Берлине убивали жену красноармейца Владимира Гельфанда  .. ..
  •     The book of Paul Roland "Life After the Third Reich: The Struggle to Rise from the Nazi Ruins"
  •     O Sentinela "Dois Milhões de Alemãs: O Maior Estupro em Massa da História foi um Crime Aliado-Soviético"
  •     Stratejik Güvenlik "SAVAŞ DOSYASI : TARİHTEN BİR KARE – 2. DÜNYA SAVAŞI BİTİMİNDE ALMANYA’DA KADINLARA TOPLU TECAVÜZLER"
  •     Агентство новостей «Хакасия-Информ» "Кто остановит шоу Коновалова?"
  •     Isralike.org "Цена победы. Военный дневник лейтенанта Владимира Гельфанда"
  •     Robert Dale “For what and for whom were we fighting?”: Red Army Soldiers, Combat Motivation and Survival Strategies on the Eastern Front in the Second World War
  •     "طرفداری "پایان رویای نازیسم / سقوط امپراطوری آدولف هیتلر
  •     Das Buch von Kerstin Bischl "Frontbeziehungen: Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945"
  •     Русская семерка "Красноармейцы или солдаты союзников: кто вызывал у немок больший страх"
  •     Kibalchish "Фрагменты дневников поэта-фронтовика В. Н. Гельфанда"
  •     History Magazine "Sõjapäevik leitnant Vladimir Gelfand"
  •     Magazine online "Vojnový denník poručíka Vladimíra Gelfanda"
  •     theБабель "Український лейтенант Володимир Гельфанд пройшов Другу світову війну від Сталінграда до Берліна"
  •     Znaj.UA "Жорстокі знущання та масові вбивства: злочини Другої світової показали в моторошних кадрах"
  •     Gazeta.ua "Масові вбивства і зґвалтування: жорстокі злочини Другої світової війни у фотографіях"
  •     PikTag "Знали вы о том, что советские солдаты ИЗНАСИЛОВАЛИ бессчетное число женщин по пути к Берлину?"
  •     Kerstin Bischl  "Sammelrezension: Alltagserfahrungen von Rotarmisten und ihr Verhältnis zum Staat"
  •     Конт "Несколько слов о фронтовом дневнике"
  •     Livejournal "Уникальный дневник солдата Сталина"
  •     Sherstinka "Német megszállók és nők. Trófeák Németországból - mi volt és hogyan"
  •     Олег Сдвижков "Красная Армия в Европе. По страницам дневника Захара Аграненко"
  •     X-True.Info "«Русские варвары» и «цивилизованные англосаксы»: кто был более гуманным с немками в 1945 году"
  •     Veröffentlichungen zur brandenburgischen Landesarchäologie "Zwischen Krieg und und Frieden: Waldlager der Roten Armee 1945"
  •     Sherstinka "Szovjet lányok megerőszakolása a németek által a megszállás alatt. Német fogságba esett nők"
  •     Dünya Haqqinda "Berlin zorlanmasi: İkinci Dünya Müharibəsi"
  •     Dioxland "NEMŠKIM VOJAKOM JE BILO ŽAL RUSKIH ŽENSK. VSE KNJIGE SO O: "VOJAŠKIH SPOMINIH NEMŠKEGA..."
  •     Actionvideo "Gewalt gegen deutsche Frauen durch Soldaten der Roten Armee. Entsetzliche Folter und Hinrichtungen durch japanische Faschisten während des Zweiten Weltkriegs!"
  •     Maktime "Was machten die Nazis mit den gefangenen sowjetischen Mädchen? Wer hat deutsche Frauen vergewaltigt und wie sie im besetzten Deutschland gelebt haben"
  •     Музей «Пам’ять єврейського народу та Голокост в Україні» отримав у дар унікальні експонати
  •     Sherstinka "Что творили с пленными женщинами фашисты. Жестокие пытки женщин фашистами"
  •     Bidinvest "Brutalitäten der Sowjetarmee - Über die Gräueltaten der sowjetischen "Befreier" in Europa. Was haben deutsche Soldaten mit russischen Frauen gemacht?"
  •     Русский сборник XXVII "Советские потребительские практики в «маленьком СССР», 1945-1949"
  •     Academic Studies Press. Oleg Budnitskii: "Jews at War: Diaries from the Front"
  •     Gazeta Chojeńska "Wojna to straszna trauma, a nie fajna przygoda"
  •     Historiadel.net "Crímenes de violación de la Segunda Guerra Mundial y el Ejército de EE. UU."
  •     화요지식살롱     "2차세계대전 말, 소련에게 베를린을 점령당한 '독일 여자들'이 당한 치욕의 역사"
  •     The Global Domain News "As the soldiers did to captured German women"
  •     Quora "Você sabe de algum fato da Segunda Guerra Mundial que a maioria das pessoas não conhece e que, provavelmente, não querem saber?"
  •     MOZ.de "Als der Krieg an die Oder kam – Flucht aus der Festung Frankfurt"
  •     Музей "Пам'ять єврейського народу та Голокост в Україні". "1 березня 1923 р. – народився Володимир Гельфанд"
  •     Wyborcza.pl "Ryk gwałconych kobiet idzie przez pokolenia. Mało kto się nim przejmuje"
  •     Cноб "Женщина — военный трофей. Польский историк о изнасилованиях в Европе во время Второй мировой"
  •     Refugo "O estupro da Alemanha"
  •     Historia National Geographic "la batalla de berlín durante la segunda guerra mundial"
  •     Politeka "Росіянам напередодні 9 травня нагадали про злочини в Німеччині: «Заплямували себе...»"
  •     Акценты "Советский офицер раскрыл тайны Второй мировой: рассказал без прикрас"
  •     БелПресса "Цена Победы. Какой была военная экономика"
  •     Lucidez "75 años de la rendición nazi: Los matices del “heroísmo” soviético"
  •     UM CANCERIANO SEM LAR "8 de Maio de 1945"
  •     Lasteles.com "La Caída de la Alemania Nazi: aniversario de la rendición de Berlin"
  •     Cloud Mind "Violence Against Women: The Rape Of Berlin WW2"
  •     Музей "Пам'ять єврейського народу та Голокост в Україні" "8 ТРАВНЯ – ДЕНЬ ПАМ’ЯТІ І ПРИМИРЕННЯ"
  •     Lunaturaoficial "LIBROS QUE NO HICIERON HISTORIA: EL DIARIO DE LOS HORRORES"
  •     CUERVOPRESS "El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     EU Today "The Rape of Berlin: Red Army atrocities in 1945"
  •     Издательство Яндекс + История будущего "Настоящий 1945"
  •     Вне строк "Похищение Берлина: зверства Красной армии в 1945 году"
  •     Frankfurter Allgemeine Zeitung "Erlebt Russland eine neue Archivrevolution?"
  •     The book of Beata Halicka "The Polish Wild West: Forced Migration and Cultural Appropriation in the Polish-german Borderlands, 1945-1948"
  •     Twentieth-Century Literature “A World of Tomorrow”: Trauma, Urbicide, and Documentation in A Woman in Berlin: Eight Weeks in the Conquered City
  •     Märkische Onlinezeitung "Sowjetische Spuren in Brandenburgs Wäldern"
  •     Revue Belge de Philologie et d’Histoire "Soviet Diaries of the Great Patriotic War"
  •     Der Spiegel "Rotarmisten und deutsche Frauen: "Ich gehe nur mit anständigen Russen"
  •     ReadSector "Mass grave of WWII Nazi paratroopers found in Poland contains 18 skeletons and tools with swastikas"
  •     ИноСМИ "Der Spiegel (Германия): «Я гуляю только с порядочными русскими»
  •     Actionvideo "Jak naziści szydzili z rosyjskich kobiet. Gwałt w Berlinie: nieznana historia wojny"
  •     Вера Дубина "Сексуальное насилие в памяти о Второй мировой войне"
  •     Graf Orlov 33 "ДНЕВНИК В. ГЕЛЬФАНДА советского офицера РККА"
  •     Deutsche Welle  "Послевоенная Германия в дневниках и фотографиях"
  •     Deutsche Welle  "За что немки любили в 1945 году лейтенанта Красной армии?"
  •     Elke Scherstjanoi "Sieger leben in Deutschland: Fragmente einer ungeübten Rückschau. Zum Alltag sowjetischer Besatzer in Ostdeutschland 1945-1949"
  •     SHR32 "Rus əsgərləri alman qadınlarına necə istehza etdilər. Alman qadınlarını kim zorlayıb və onlar işğal olunmuş Almaniyada necə yaşayıblar"
  •     Детектор медіа "«Гра тіней»: є сенс продовжувати далі"
  •     Historia provinciae "Повседневная жизнь победителей в советской зоне оккупации Германии в воспоминаниях участников событий"
  •     Portal de Prefeitura "Artigo: “FRAU, KOMM!” O maior estupro coletivo da história"
  •     Pikabu "Извращение или традиция, потерявшая смысл?"
  •     Русская Семерка "Владимир Гельфанд: от каких слов отказался «отец» мифа об изнасиловании немок советскими солдатами"
  •     Институт российской истории РАН "Вторая мировая и Великая Отечественная: к 75-летию окончания"
  •     Kozak UA "Як "діди" німкень паплюжили в 1945 році"
  •     Dandm "Cómo los nazis se burlaron de las mujeres rusas. Mujeres rusas violadas y asesinadas por los alemanes"
  •     Permnew.Ru "«Диван» Федора Вострикова. Литобъединение"
  •     Neurologystatus "Violence women in the Second World War. Shoot vagas: why soldiers rape women"
  •     Brunilda Ternova "Mass rapes by Soviet troops in Germany at the end of World War II"
  •     The book Stewart Binns "Barbarossa: And the Bloodiest War in History"
  •     Reddit "Did the Soviet Army really raped 2 million women during WW2? Are the numbers correct?"
  •     Новое литературное обозрение: Будницкий Олег "Люди на войне"
  •     Леонід Мацієвський "9 травня – День перемоги над здоровим глуздом. Про згвалтовану Європу та Берлін"
  •     Полит.Ру "Люди на войне"
  •     #CОЦИАЛЬНАЯ ИСТОРИЯ #ПАМЯТЬ "Владимир Гельфанд: месяц в послевоенном Берлине"
  •     Новое литературное обозрение "Ирина Прохорова, Олег Будницкий, Иван Толстой: Люди на войне"
  •     JoyReactor "Зверства советских солдат во время Великой Отечественной войны"
  •     Georgetown University "Explorations in Russian and Eurasian History": "Emotions and Psychological Survival in the Red Army, 1941–42"
  •     Forum24 "Co se dělo se zajatými rudoarmějkami? Jaký byl osud zajatých žen z Wehrmachtu?"
  •     Quora, Inc. "Which was the cruelest army in WW2 and WW1?"
  •     Радио Свобода "Война и народная память"
  •     Лехаим "Двадцать второго июня…"
  •     Русская семёрка "Как изменилось отношение немок к красноармейцам в 1945 году"
  •     Исторический курьер "Героизм, герои и награды: «героическая сторона» Великой Отечественной войны в воспоминаниях современников"
  •     Коммерсантъ "Фронт и афронты"
  •     Русская семёрка "Владимир Гельфанд: что не так в дневниках автора мифа об «изнасилованной» Германии"
  •     Medium "The Brutal Rapes of Every German Female from Eight to Eighty"
  •     One News Box "How German women suffered largest mass rape in history by foreign solders"
  •     "نیمرخ "نقش زنان در جنگها - قسمت اول: زنان به مثابه قربانی جنگ
  •     Bolcheknig "Що німці робили з жінками. Уривок з щоденника дівчини, яку німці використовували як безкоштовну робочу силу. Життя в таборі"
  •     Nrgaudit "Рассказы немецких солдат о войне с русскими. Мнения немцев о русских солдатах во время Второй мировой войны"
  •     Музей "Пам'ять єврейського народу та Голокост в Україні "На звороті знайомого фото"
  •     Новое литературное обозрение. Книга: Козлов, Козлова "«Маленький СССР» и его обитатели. Очерки социальной истории советского оккупационного сообщества"
  •     Sattarov "Mga babaeng sundalo sa pagkabihag ng Aleman. Kabanata limang mula sa librong "Pagkabihag. Ito ang ginawa ng mga Nazi sa mga nahuling kababaihan ng Soviet"
  •     Política Obrera "Sobre “José Pablo Feinmann y la violación en manada"
  •     Эхо Москвы "Цена победы. Люди на войне"
  •     SHR32 "How Russian soldiers mocked German women. Trophies from Germany - what it was and how. Who raped German women and how they lived in occupied Germany"
  •     Олег Сдвижков: "«Советских порядков не вводить!»  Красная армия в Европе 1944—1945 гг."
  •     Livejournal "Чья бы мычала"
  •     Newton Compton Editori. Stewart Binns "Operazione Barbarossa. Come Hitler ha perso la Seconda guerra mondiale"
  •     Kingvape "Rosa Kuleshovs Belichtung. Rosa Kuleshov ist die mysteriöseste Hellseherin der Sowjetzeit. Zwischen rot und grün"
  •     Kfdvgtu الجوائز من ألمانيا - ما كان عليه وكيف. الذين اغتصبوا الألمانية وكيف عاش في ألمانيا المحتلة
  •     nc1 "Αναμνήσεις στρατιωτών πρώτης γραμμής για Γερμανίδες. Οι απόψεις των Γερμανών για τους Ρώσους στρατιώτες κατά τον Β' Παγκόσμιο Πόλεμο"
  •     ik-ptz "Was haben deutsche Soldaten mit russischen Mädchen gemacht? Das haben die Nazis mit gefangenen sowjetischen Frauen gemacht"
  •     مراجعة عسكرية  نساء أوروبا المحررات من خلال عيون الجنود والضباط السوفيت (1944-1945)
  •     nc1 "Scrisori de soldați ruși despre germani. Cum au șocat femeile sovietice pe ocupanții germani"
  •     中 新健康娱乐网 "柏林战役德国女人 70年前苏军强奸了十万柏林妇女?"
  •     "پورتال برای دانش آموز. خودآموزی،  "نازی ها با زنان اسیر چه کردند؟ نحوه آزار نازی ها از کودکان در اردوگاه کار اجباری سالاسپیلس
  •     Русская Семерка "Каких штрафников в Красной Армии называли «эсэсовцами»"
  •     Голос Народу "Саша Корпанюк: Кто и кого изнасиловал в Германии?"
  •     Gorskie "Новые источники по истории Второй мировой войны: дневники"
  •     TransQafqaz.com "Fedai.az Araşdırma Qrupu"
  •     Ik-ptz "What did the Nazis do with the captured women. How the Nazis abused children in the Salaspils concentration camp"
  •     Евгений Матонин "22 июня 1941 года. День, когда обрушился мир"
  •     Ulisse Online "Per non dimenticare: orrori contro i bambini"
  •     Наука. Общество. Оборона "«Изнасилованная Германия»: из истории современных ментальных войн"
  •     Quora "Por que muitos soldados estupram mulheres durante guerras?"
  •     Das Buch von Stefan Creuzberger "Das deutsch-russische Jahrhundert: Geschichte einer besonderen Beziehung"
  •     პორტალი სტუდენტისთვის "როგორ დასცინოდნენ რუსი ჯარისკაცები გერმანელებს"
  •     Зеркало "Где и когда русское воинство ЧЕСТЬ потеряло?"
  •     WordPress.com Historywithatwist  "How Russia has used rape as a weapon of war"
  •     Mai Khôi Info "Lính Liên Xô 'hãm hiếp phụ nữ Đức'"
  •     EU Political Report "Russia is a Country of Marauders and Murderers"
  •     "بالاترین  "روایت ستوان روس «ولادیمیر گلفاند» از «تجاوز جنسی» وحشیانه‌ی ارتش سرخ شوروی به «زنان آلمانی»/عکس
  •     TCH "Можемо повторити": як радянські солдати по-звірячому і безкарно ґвалтували німецьких жінок
  •     인사이트 "2차 세계 대전 때에도 독일 점령한 뒤 여성 200만명 성폭행했던 러시아군"
  •     Robert Lansing Institute "War crimes to reflect the essence of Russians"
  •     Pravda.Ru "Fake news about fake rapes in Ukraine to ruin Russian solder's image"
  •     Alexey Tikhomirov "The Stalin Cult in East Germany and the Making of the Postwar Soviet Empire, 1945-1961"
  •     Дилетант "Олег Будницкий / Человек на фоне эпох / Книжное казино. Истории"
  •     The Sault Star "OPINION: Suffering of children an especially ugly element of war"
  •     El Español "Por qué la Brutalidad del Ejército Ruso se Parece más a una Novela de Stephen King que de Orwell"
  •     Ratnik.tv "Одесса. Еврейский вопрос. Дорогами смерти"
  •     Алексей Митрофанов "Коммунальная квартира"
  •     Militaergeschichtliche Zeitschrift "Evakuierungs‑ und Kriegsschauplatz Mark Brandenburg"
  •     Raovatmaytinh "Phim cấp 3 tội ác tra tấn tình dục và hiếp dâm của phát xít đức phần 1
  •     Apollo.lv "Kā Otrais pasaules karš noslēdzās ar PSRS armijas veiktu masveida izvarošanas kampaņu Vācijā"
  •     Как ў Беларусі "Who raped whom in Germany" / "Кто кого насиловал в Германии"
  •     Konkretyka "Діди-ґвалтівники, або міф про «воїнів-освободітєлєй»"
  •     LinkedIn "Grandfathers-rapists, or the myth of "warriors-liberators"​. Typical Russian imperial character"
  •     Danielleranucci "Lit in the Time of War: Gelfand, Márquez, and Ung"
  •     Смоленская газета "Истинная правда и её фальшивые интерпретации"
  •     Дзен "Я влюбился в портрет Богоматери..." Из фронтовых дневников лейтенанта Владимира Гельфанда
  •     Дзен "Праздник Победы отчасти горек для меня..." Зарубежные впечатления офицера Красной армии Гельфанда
  •     UkrLineInfo "Жiноча смикалка: способи самозахисту від сексуального насилля в роки Другої світової війни"
  •     Memo Club. Владимир Червинский: "Одесские истории без хэппи энда"
  •     Thomas Kersting, Christoph Meißner, Elke Scherstjanoi "Die Waldlager der Roten Armee 1945/46: Archäologie und Geschichte"
  •     Jean Lopez, Lasha Otkhmezuri "Barbarossa - 1941: La guerre absolue"
  •     Дилетант "Дневники военного времени"
  •     Goldenfront "Самосуд над полицаями в Одессе в 1944 году: что это было"
  •     Gedenkstätten Buchenwald "Nach dem Krieg. Spuren der sowjetischen Besatzungszeit in Weimar 1945-50: Ein Stadtrundgang"
  •     Historia National Geographic "la segunda guerra mundial al completo, historia del conflicto que cambió el mundo"
  •     સ્વર્ગારોહણ  "કેવી રીતે રશિયન સૈનિકોએ જર્મન લોકોની મજાક ઉડાવી"
  •     Absorbwell "Causas Y Consecuencias De La Segunda Guerra Mundial Resumen"
  •     לחימה יהודית  א. יהודים בצבא האדום
  •     Український світ "«Можем повторіть» — про звірства російських солдат під час Другої світової війни"
  •     Andrii Portnov "Dnipro: An Entangled History of a European City"
  •     Татьяна Шишкова "Внеждановщина. Советская послевоенная политика в области культуры как диалог с воображаемым Западом"
  •     Oleg Budnitskii, David Engel, Gennady Estraikh, Anna Shternshis: "Jews in the Soviet Union: A History: War, Conquest, and Catastrophe, 1939–1945"
  •     The Chilean "Roto". "VIOLADA"
  •     Дзен "Немок сажайте на мохнатые мотороллеры". Что сделали с пленными немками в Советском Союзе"
  •     ProNews "Σιλεσία 1945: Με εθνοκάθαρση η πρώτη τιμωρία των Γερμανών για τα εγκλήματα τους στο Β΄ ΠΠ"
  •     Livejournal "Одесситы - единственные в СССР - устроили самосуд в 1944 году"
  •     Scribd "Estupro em Massa de Alemãs"
  •     Музей «Пам’ять єврейського народу та Голокост в Україні» ЦЬОГО ДНЯ – 100-РІЧЧЯ ВІД ДНЯ НАРОДЖЕННЯ ВОЛОДИМИРА ГЕЛЬФАНДА
  •     Davidzon Radio "Владимир Гельфанд. Шокирующий дневник войны". Валерия Коренная в программе "Крылья с чердака"
  •     Імекс ЛТД "Історичний календар Кіровоградщини 2023 рік. Люди. Події. Факти"
  •     Quora "Open to the weather, lacking even primitive sanitary facilities, underfed, the prisoners soon began dying of starvation and disease"
  •     Infobae "El calvario de las mujeres tras la caída de Berlín: violaciones masivas del Ejército Rojo y ola de suicidios"
  •     Научная электронная библиотека "Военные и блокадные дневники в издательском репертуаре современной России (1941–1945)"
  •     Historywithatwist "How Russia has used rape as a weapon of war"
  •     Інститут історії України "Романтичні стосунки дівчат і жінок із солдатами ворожих армій у роки німецько-радянської війни"
  •     Я "Масові зґвалтування радянськими військовими німецьких жінок в Берліні під час Другої світової війни"
  •     Periodista Digital "Las terribles violaciones ocultas tras la caída de Berlín"
  •     Tạp chí Nước Đức "Hồng quân Liên Xô, nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin năm 1945"
  •     "زیتون | سایت خبری‌ تحلیلی زیتون "بدن زن؛ سرزمینی که باید فتح شود!
  •     Enciclopedia Kiddle Español "Evacuación de Prusia Oriental para niños"
  •     Ukraine History "Діди-ґвалтівники, або міф про «воїнів-визволителів». Типовий російський імперський характер"
  •     LWL Landesmuseum Herne "Sterne im Wald - Soldaten der Roten Armee zwischen Krieg und Frieden 1945"
  •     Локальна  Історiя "Жаске дежавю: досвід зустрічі з "визволителями"
  •     Tamás Kende "Class War or Race War The Inner Fronts of Soviet Society during and after the Second World War"
  •     museum-digital berlin "Vladimir Natanovič Gel'fand"
  •     니콜라스 스타가르트 저 "독일인의 전쟁 1939-1945"
  •     知乎 "苏联红军在二战中的邪恶暴行"
  •     Вестник Омского Университета "ВЕЛИКАЯ ОТЕЧЕСТВЕННАЯ ВОЙНА В ЧЕЛОВЕЧЕСКОМ ИЗМЕРЕНИИ"
  •     Mast.al "Silesia 1945: Spastrimin Etnik, Dënimi i Parë i Gjermanëve për Krimet e Tyre në L2B"
  •     Quora "History of World War 2 and its aftermath"
  •     Засновано на реальних подіях: "Ґвалтували КОЖНУ від 8 до 80..!" - свідчення "подвигів" червоноармійців у Німеччині, Польщі та СРСР
  •     Teletype "И три дня на разграбление…"
  •     Еврейский музей и центр толерантности "По следам дневников Гельфанда"
  •     Jornal de Psicanálise "Homens homenageados usurpam os corpos de mulheres violadas, e a guerra não tem rosto de mulher: apenas corpos"
  •     Brandenburgikon "Waldlager der Roten Armee"
  •     Bertrada.uno "Apa yang Terjadi pada Mayat-mayat di Pertempuran Berlin?" /  Grunge "What Happened To The Bodies At The Battle Of Berlin?"
  •     Сноб Медиа «Истоки советской фотографии» в Еврейском музее
  •     Das Buch von Volker Heise "1945"
  •     Regioactive "Anonyma (i. e. Marta Hillers) und Wladimir N. Gelfand. Doppelporträts und exemplarische Texte"
  •     United24 Media "Sexual Violence as a Tool Of Russian Warfare, From World War II to Today in Ukraine"
  •     Музей "Пам'ять єврейського народу та Голокост в Україні": "Мрія бути письменником"
  •     Еврейская община Днепра "Єврейський Музей уперше опублікував уривки зі знаменитого щоденника Володимира Гельфанда"
  •     "خبرفوری "رازهای مگوی جنگ جهانی دوم؛ ماجرای تجاوز ارتش سرخ شوروی به زنان آلمانی چه بود؟ / از سربازان پیر تا همسایگان خاموش
  •     Medium "80 Years After World War II: Love and Hatred in the Ruins — Vladimir Gelfand’s Diaries as a Mirror of Soviet Memory"
  •     Hit Radio FFH "Was bisher geschah. Kriegsende 1945. Hitlers letzte Offensive"
  •     Jewish "В Еврейском музее откроется выставка в честь 80-летия Победы"
  •     Museum Berlin-Karlshorst "LA CAPITULATION ALLEMANDE DE MAI 1945" / "KAPITULACJA NIEMIECKA W MAJU 1945 R."
  •     Will und Roswitha Quadflieg »Ich will lieber schweigen«: Das Tagebuch eines Schauspielers aus den Jahren 1945/46 und die Fragen seiner Tochter
  •     Storica National Geographic "La Seconda Guerra Mondiale nella sua interezza: storia di un conflitto che ha cambiato il mondo"
  •     Deutsche Welle "2 de maio de 1945: a queda da Berlim nazista"
  •     Museum Berlin-Karlshorst "DIE DEUTSCHE KAPITULATION IM MAI 1945"
  •     Ukraine History "Діди-ґвалтівники, або міф про «воїнів-визволителів». Типовий російський імперський характер"
  •     Copernico "Völkerwanderung. Der Schauplatz Reetz (Neumark) 1945"
  •     Museum Berlin-Karlshorst "КАПІТУЛЯЦІЯ НІМЕЧЧИНИ У ТРАВНІ 1945 РОКУ" / "THE GERMAN SURRENDER IN MAY 1945" 
  •     lenta.ru «Улыбаясь и плача, обнимаются и целуются все подряд» Великая Победа в воспоминаниях очевидцев. Как мир встретил 9 мая 1945 года?
  •     Here "Echoes from the Abyss: A Monologue on War's Hidden Wounds"
  •     Дзен "Что сделали красноармейцы с пленной немецкой девушкой"
  •     Leonardo Historia "SAQUEO DE BERLIN - SEGUNDA GUERRA MUNDIAL"
  •     PressReader: Muy Historia "VIOLACIONES MASIVAS DE BERLINESAS"
  •     SAGA Egmont "Berlins fall"
  •     Rüdiger Barth, Hauke Friederichs "Deutschland 1946: Das Wunder beginnt"
  •     В пламени историй "Что делали красноармейцы с пленными немецкими девушками? Вся правда о «миллионах жертв» немок!"
  •     Lark  " 从柏林到布查:弗拉基米尔·盖尔芬德的日记与重复的暴力之镜。"
  •     Jean Lopez, Lasha Otkhmezuri "Operațiunea Barbarossa. Frontul de Est, 1941. Războiul total"
  •     Historical Frontlines "A Soviet Soldier's First Sight of Germany: What They Found"
  •     e-noticies "La victòria i la misèria: el front oriental a través dels ulls de Vladímir Gelfand"
  •     Новоархангельський краєзнавчий музей "Володимир Натанович Гельфанд"
  •     Alexander Wallasch: Melnyk am sowjetischen Ehrenmal in Berlin: „Die Ukrainer haben Berlin befreit“
  •     Instagram "Vladimir Gelfand, un ukrainien à Berlin"